Editorial WUFF 3/2020

0
1585

Entscheiden, verändern, tun!

Liebe Leserin, lieber Leser!

In schwieriger Zeit tauchen sie plötzlich auf wie aus dem Nichts. Die selbsternannten »Propheten«. Da sind zunächst die Unheilspropheten, die es immer schon gewusst haben wollen und die das Ende der Welt gekommen sehen. Oder die, welche eine weltweite Verschwörung erkannt haben wollen und nur mehr lamentieren. Oder aber diejenigen, die ihre Verharmlosung der Dinge über soziale Netze und Kanäle verbreiten und durch diesen falschen Trost eine Unmenge an Klicks (und damit Geld von Google/You Tube) generieren. Zur letzten Gruppe gehören auch die, die zahlreich Schutz und Heilung anbieten, dies aber jenseits seriöser Grundlagen. Woran soll man sich noch halten in dem Gemisch aus seriöser und unseriöser Information, welche Quellen sind seriös, welche nicht? Der beste Tipp dazu ist immer noch der, den Quellen zu vertrauen, auf die man sich schon bisher verlassen konnte. Und die Propheten-Videos und ihre Botschaften erst gar nicht zu lesen beginnen.

Was viele von uns aber bisher bereits lernen konnten ist: Krisenzeiten sind auch Hoffnungszeiten. In dem Maße, wie die äußeren Abstände größer geworden sind, sind sich viele einander näher gekommen – dank sozialer Netze und diverser Kommunikationsmittel. Satte Selbstzufriedenheit ist bemühter Hilfsbereitschaft gewichen, man hilft einander und den Schwächeren besonders. Doch dass die Viruskrise für viele auch massive wirtschaftliche Folgen hat, ist unbestritten. Dies vor allem auch für Kleinfirmen und Einpersonen-Unternehmen, gerade auch im Hundebereich. Durch die Krise ist für sie praktisch über Nacht ein großer Teil, wenn nicht gar der komplette Kundenbereich weggebrochen. Das betrifft Hundetrainer genauso wie Experten, die im Seminarbereich arbeiten, oder kleine Geschäfte, die bspw. Hundezubehör oder Futter verkaufen.

Ich habe Mitte März auf Facebook über WUFF dazu aufgerufen, diese Personen zu unterstützen. Dies aber nicht in Form von Almosen, sondern vielmehr auf Basis folgender Erkenntnis: Wenn wir uns nämlich überlegen, was unsere Trainer und Experten uns und unsere Vierbeiner gelehrt haben, und wie sie das Leben mit unserem Hund verbessert haben, dann dürfte das letztlich bei Weitem mehr wert gewesen sein als das Geld, das wir bisher dafür bezahlt haben. Lassen wir uns was einfallen! Z.B., wem dies möglich ist, der oder die könnte etwa einen Kurs oder ein Seminar bezahlen, das wegen der Krisenbestimmungen nicht mehr stattfinden konnte. Einfach so, ohne eine neue Gegenleistung. Als Zeichen der Wertschätzung des bisher Geleisteten. Seien wir kreativ! Und dass wir in regionalen Geschäften – dies auch online – einkaufen sollten , müsste wohl gar nicht betont werden. Halten wir zusammen!

Nach dem ersten Schock haben bereits einige begonnen, sich neu zu orientieren. Ihr privates und auch wirtschaftliches Leben zu reflektieren – entscheiden, verändern und tun. Sie erzeugen damit in ihrem Leben eine neue Normalität, welche weit über das Ende der Krise hinausreichen wird.

Viel Freude mit dem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber
und WUFF-Redaktionshund Pauli

Pdf zu diesem Artikel: editorial_0320

 

TEILEN
Vorheriger ArtikelHunde Cartoon WUFF 3/20
Nächster ArtikelNachrichten aus der Hundewelt, WUFF 3/2020
Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT