Editorial WUFF 5/2018

0
1118

Wer sucht wen aus?

Liebe Leserin, lieber Leser!

Manche Hundehalter nehmen sich immer Rüden, manche immer Hündinnen. Wenn man dann einmal genauer ­nachfragt, warum gerade immer dieses oder jenes Geschlecht des Hundes präferiert wird, stellt sich heraus, dass es seltener praktische Gründe sind, häufiger eine Sache des Gefühls ist. Man würde einfach besser mit einem Rüden oder eben mit einer Hündin auskommen, heißt es oft, weshalb man sich gerade für dieses Geschlecht des Hundes entscheide. Auf den ersten Blick wirkt es so, als ob es immer und ausschließlich der Mensch ist, der sich für die jeweilige Rasse bzw. für diesen oder jenen Hund bzw. das Hundegeschlecht entscheidet.

Wenn es aber stimmt, dass eine Beziehung nur in beiderlei Richtung, sozusagen „bilateral“ stattfinden kann – andernfalls wäre es keine solche –, dann stellt sich die Frage, ob es nicht auch auf der Seite des Hundes etwas gibt, das unsere ­Entscheidung in diese oder jene Richtung mitbeeinflusst, und ich meine hierbei nicht den Geschmack des Äußerlichen. Denn ein Rüde oder eine Hündin derselben Rasse schauen sicherlich in hohem Maß ähnlich aus. Also warum dann gerade einen Rüden bzw. eine Hündin?

Vielen Hundetrainern ist es schon immer aufgefallen, dass manche Kunden zu diesem oder jenem Hundegeschlecht neigen, dass hierbei die jeweilige „Passung“ irgendwie besser gegeben ist, ohne diese Tatsache aber je systematisch ­reflektiert zu haben. Das aber geschieht nun in einem Artikel in dieser Ausgabe, der sich genau dieses Themas angenommen hat. Wie verhält es sich mit der Passung zwischen dem Geschlecht des Menschen und dem seines Hundes? Gibt es Konstellationen, die besser zusammenpassen als andere? Wodurch werden sie beeinflusst und inwiefern beeinflusst der Hund den Halter? Reagieren Hunde auf Veränderungen des Hormonhaushaltes ihres Menschen und wenn ja, wie? Wie ist dabei der Einfluss auf das Verhalten und wie auf die Bindung zwischen Mensch und Hund?

Silke Richter hat in ihrem Artikel interessante, neue und vielleicht auch für Sie überraschende Informationen ­zusammengestellt! Sie sind zudem herzlich dazu eingeladen, darüber in WUFF zu diskutieren. Schreiben Sie uns bitte ([email protected]).

Aber natürlich ist dieser Artikel bei Weitem nicht der einzige in hoher Qualität. Sie finden so wie immer in WUFF eine sorgfältig zusammengestellte Mischung ausgesuchter Themen, die Ihnen und Ihrer Beziehung zu Ihrem Hund auch nützen soll, weil sie, getreu dem WUFF-Motto, dazu beitragen können, das Leben mit Ihrem Hund schöner und besser zu gestalten.

Dass sich insofern auch viele WUFF-Leserinnen und -Leser nicht bloß als Zeitschriftkonsumenten sehen, sondern als Teil einer (für manche auch verschworenen) Gemeinschaft, die abseits gängiger Klischees ein menschen- und hundegerechtes Zusammenleben für wichtig hält, ist sicher auch eine Folge der 22-jährigen kontinuierlichen Präsenz von WUFF.

Viel Freude mit dem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,

Pdf zu diesem Artikel: editorial_0518

 

TEILEN
Vorheriger ArtikelAnzeigen WUFF 5/2018
Nächster ArtikelGib Laut – Leserbriefe WUFF 5/2018
Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT