Editorial WUFF 5/2021

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Lesbarkeit & Gendern

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Anzahl der wissenschaftlichen Studien über die kognitiven und auch emotionalen Fähigkeiten von Hunden explodiert in den letzten Jahren förmlich, und das ist auch gut so. Zeigen sie doch immer klarer und differenzierter ein Bild unserer Vierbeiner, wie wir es durch unsere Alltagserfahrung ja immer schon wissen. Interessant ist aber jedenfalls eine aktuelle Studie des Clever Dog Lab der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die zeigte, dass sich Hunde selten täuschen bzw. auf eine falsche Fährte locken lassen, wenn dies vom Menschen wider besseres Wissen beabsichtigt ist. Anders hingegen, wenn der Mensch selbst nicht genau Bescheid weiß. Mehr über die Studie in dieser Ausgabe.

In der universitären ebenso wie in der medialen Gesprächs- und Textpraxis ist es ein ungeschriebenes Gesetz, teilweise aber auch ausdrückliche Verordnung, jeden Begriff, der sich auf einen Menschen bezieht, zu gendern. Dass dies dem Verfolgen des Rede- oder Leseflusses nicht immer zuträglich ist, erleben wir täglich und brauche ich nicht näher auszuführen. Weil dies auch uns als Medium betrifft, habe ich Sie im Editorial der letzten Ausgabe gebeten, uns Ihre Präferenz bezüglich des Genderns in den Texten von WUFF bekanntzugeben und Sie auf den Link zu einer Online-Umfrage hingewiesen.

478 Personen haben an der Umfrage teilgenommen, davon haben sich 454 dagegen ausgesprochen. D.h. 95% entschieden sich gegen das Gendern, wenn es den Lesefluss stört. Und als störend wurde etwa das Binnen-I wie bei LeserInnen empfunden oder gar das Binnen-Sternchen wie bei Leser*innen. Ebenso wurde das Gendern bei langen Begriffen abgelehnt wie bspw. bei Verhaltenstherapeuten und -therapeutinnen oder sogar bei Hundehaltern und Hundehalterin. Auch andere Formen des Genderns wurden abgelehnt und damit dieses Thema von den WUFF-Lesern sehr eindeutig entschieden.

Wir werden es nun also so halten, dass wir dort, wo uns die Unterscheidung der männlichen und weiblichen Form sinnvoll erscheint, es tun, wie etwa in meiner Anrede an Sie im Editorial. Ansonsten werden wir das Gendern überall dort, wo es den Lesefluss stört, unterlassen. So sind bei den Hundehaltern eben immer alle weiblichen und männlichen und diversen Hundehalter gemeint.

Einen guten Lesefluss, viel Freude – und Entspannung – mit diesem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber
und WUFF-Redaktionshund Pauli

 

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