Editorial WUFF 5/2022

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Ruhepol Hund

Liebe Leserin, lieber Leser!

In den Nachrichten im Fernsehen, Radio und den Zeitungen dominieren seit Monaten die Schlagzeilen und Berichte über die großen Probleme, in und mit denen wir derzeit leben, die uns so nahe betreffen und damit herausfordern wie kaum zuvor. Ich brauche diese Probleme – ja, man kann sagen Problemgruppen – jetzt gar nicht aufzuzählen, denn sie stehen Ihnen wahrscheinlich ohnehin schon ständig vor Augen und betreffen Sie persönlich je nach Situation mehr oder weniger. Dass manche Medien das allgemeine negative Gefühl durch hysterische Schlagzeilen noch verstärken, um damit die Verkaufszahlen zu erhöhen, macht sie zu Gewinnern einer Situation, in der die meisten Bürgerinnen und Bürger zu den Verlierern gehören.

In einer unruhigen und schwierigen Zeit, die jeden von uns herausfordert, seine eigene Situation, seine Lebensweise, seine Gewohnheiten zu überdenken, bleibt einer von all dem weitgehend unbetroffen: Unser Hund. In einer turbulenten Zeit bleibt er, wie er ist und wird – in diesem Sinn – zu einer Art Ruhepol in unserem Leben. Unser vierbeiniges Familienmitglied vermag unsere Gedanken auf Positives zu richten und unsere Stimmung zu erhellen.

Dass die TV-Staffel »Top Dog Germany – der beste Hund Deutschlands« von RTL so erfolgreich und das Finale sogar von fast 15 % der 14- bis 49-Jährigen gesehen wurde (Quelle: RTL Pressemeldung vom 23. Juli), zeigt den Stellenwert, den unsere Vierbeiner in der Gesellschaft haben. Erstaunlich auch die laut RTL 30%-ige Steigerung der Zuschauerzahlen im Vergleich zur ersten Staffel von »Top Dog Germany« im vorigen Jahr.

Auch ich habe diese Sendung immer gern gesehen. Und das nicht nur allein wegen der Hunde. Wie die jeweiligen Halterinnen und Halter mit ihren Hunden in dieser Stresssituation umgegangen sind, war interessant und auch lustig anzuschauen. Da gab es die Hundehalter, die ruhig und sicher ihren Vierbeiner über, unter und durch die Hindernisse führten, und solche, die das weniger gut konnten. Es war auch berührend zu sehen, wie eng oft die Beziehung zwischen manchem Teilnehmer und dem Hund bestand.

Apropos berührend – ich möchte Sie da auf einen kurzen Artikel in dieser Ausgabe besonders hinweisen. Es geht darin um Nicolai, einen Hund, der im Alter von einem Jahr ausgesetzt worden war und dann 13 Jahre lang im Tierschutzhaus Vösendorf bei Wien nicht vermittelt werden konnte, zu einem sog. Langsitzer wurde. Nun fand der mittlerweile angegraute Senior vor Kurzem tatsächlich noch ein neues Zuhause! Wir haben uns alle von Herzen gefreut, als wir diese Meldung hereinbekamen.

Viel Freude mit diesem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber
und WUFF-Redaktionshund Pauli

 

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Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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