Editorial WUFF 5/2017

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„Fake News“ …

Liebe Leserin, lieber Leser!

Dass wir uns fast ununterbrochen mit Medien (Lesen, ­Hören, Schauen) auseinandersetzen müssen, ob wir wollen oder nicht, ist eine Tatsache. Selbst wenn wir eine Zeitlang ­bewusste mediale Abstinenz versuchten, würden uns die Folgen der Medien über das erreichen, was uns in der Familie und von Freunden erzählt wird.

Die Frage ist also weniger die, ob wir mit Medien konfrontiert sind, sondern wie wir mit ihnen umgehen. Und dies auf zweierlei Art: Einerseits wie wir das, mit dem wir ungefragt konfrontiert werden, für uns einordnen, und andererseits wie wir selbst aktiv mediale Inhalte nachfragen. Und das ist naturgemäß von unseren Interessen geleitet. Wenn nicht ohnehin schon Facebook, Amazon & Co. vor uns wissen, was wir nachfragen werden, so begegnet unserer Nachfrage eine Überfülle von Informationen. Aber zu viel Information ist in Wahrheit der Tod jeder Information.

Wenn sich also eine unübersehbare Fülle an – noch dazu ungefilterten, also guten wie schlechten, sowie richtigen und falschen – Informationen (aktuelles Modewort fake news) über uns ergießt, dann brauchen wir ein Schwimmboard, um nicht zu ertrinken. Wir müssen in die Lage kommen, rasch zu filtern, was ins Töpfchen und was ins Kröpfchen kommt, was uns nützt und was unsere Zeit nicht wert ist.

Aus welchen Motiven wurde etwas geschrieben? Stehen ­Personen dahinter, die wir befragen können, oder werden die Fäden gezogen von für uns verdeckten Verwaltern eines bestimmten Finanzprodukts? Kopiert jemand bloß ein gutes Medium, um damit schnelle Kohle zu machen, oder gibt es eine solide ­Redaktion, die selbst recherchiert und die selbst Entwicklungen vorantreibt?

Journalisten hatten früher einmal Aufgabe und Auftrag, aus der schon immer vorhandenen, damals aber noch nicht ­digitalen Fülle an Informationen durch gezielte Recherche Themen aufzubereiten und für den Leser so darzustellen, dass er sich daraus eine eigene Meinung bilden kann. ­Wichtig! Es ging und geht im seriösen Journalismus nicht darum, dem Leser die eigene Meinung aufzuzwingen, sondern eine persönliche Meinungsbildung zu ermöglichen. Ich bin mir natürlich bewusst, dass allein schon Auswahl und Präsentation eines Themas für sich eine gewisse Meinung sind oder zumindest davon beeinflusst, aber dafür kennt man ja auch die welt­anschauliche Richtung des jeweiligen Mediums. Und die könnte ich von dem journalistisch aufbereiteten Bericht durchaus subtrahieren und so zu einer relativ unbeeinflussten eigenen Meinung kommen.

Wenn wir allerdings genau schauen, WIE heute ­geschrieben wird, dann handelt es sich vielfach nur um vorgekaute Meinung. Wir haben keine Chance, hier noch Objektivität zu finden und uns selbst die Meinung zu bilden.

WUFF ist da anders. Wir versuchen Berichte, Reportagen und Meinungen sowie Kommentare voneinander unterscheidbar zu halten. Alles gut recherchiert und mit Liebe aufbereitet. Damit Sie sich selbst eine Meinung bilden können! Keine Fake News oder alternative Tatsachen in WUFF!

Prüfen Sie selbst. Viel Freude mit dem neuen WUFF, das Ihnen und Ihrem Hund auch Nutzen bringen möge!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,
und Bruno, der WUFF-Redaktionshund

Pdf zu diesem Artikel: editorial_05_2017

 

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Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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