Editorial WUFF 6/2016

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mosser4 4c_1Konsequenz

Liebe Leserin, lieber Leser!

Konsequenz sei ja eine wichtige Maßnahme in der Erziehung, ja, auch im sozialen Umgang. Natürlich darf Konsequenz nicht ein Maßstab für sich allein sein, sondern muss stets eingebunden sein in soziale Beziehung. Aber jedenfalls ist Konsequenz (meistens) eine wichtige Sache. Das möchte ich an folgendem Beispiel von Redaktionshund Bruno veranschaulichen.

Es sind ja regelmäßige Fütterungszeiten, an die wir Menschen uns bei unseren Hunden (und meist ja auch bei uns selbst) halten, und tun wir das nicht, erinnert uns Wuffi sicher daran. Redaktionshund Bruno nimmt es da mit der Erinnerung sehr genau. Wohl aus Sorge, damit nach seiner morgendlichen seine spätnachmittägliche Futterzeit gar nicht etwa erst vergessen werde, erinnert er gerne schon vorher daran. Mittlerweile ist es schon zwischen einer halben und ganzen Stunde vor der planmäßigen Fütterungszeit, dass Bruno darauf aufmerksam macht, und umso vehementer, je näher diese Zeit kommt.

Bruno macht das so: Zunächst kommt er, wie gesagt, zwischen 30 und 60 Minuten vor der Fütterungszeit her und stupst einen an. Wer würde sich dann nicht zu Bruno hinunterbeugen und ihn kurz streicheln? Aber wehe, man tut das. Dann macht er einen Sprung von einem weg und läuft in die Küche zu seinem (noch leeren) Futternapf, in Erwartung, dass man ihm nun folgt. Folgt man ihm aber nicht in die Küche, kommt er sogleich zurück und beginnt das Spiel von Neuem: Anstupsen und Vorauslaufen. Bleiben mehrere solcher Versuche ohne ­Erfolg, legt er sich hin und beginnt einen von unten mit ­großen erwartungsvollen Augen zu beobachten. Jede Bewegung, die der Mensch nun macht, wird sofort mit einem Auf­springen quittiert, verbunden mit einem Blick, der sagt „Na also, ­endlich, dann komm mit in die Küche!“ – und Bruno läuft wieder Richtung Futterplatz voraus.

Bleibt Brunos Animation weiterhin erfolglos, kommt er mit einem wirklich vorwurfsvollen Blick zurück, der fast Ver­ständnislosigkeit für so viel Grausamkeit ausdrückt. Wie kann man nur bis zur genauen Futterzeit warten, wenn es eh schon 30 Minuten davor sind? Wer wird so pingelig sein? Als ob es auf eine halbe Stunde ankäme …!

Auch wenn wir unsere vierbeinigen Gefährten lieben, wäre es fatal, einem solchen Drängen, wie Bruno es tagtäglich macht, nachzugeben. Denn bedenken Sie die Konsequenzen! Würde Bruno seine Abendration statt um 17 Uhr schon zu dem von ihm geforderten – als „Erinnerung“ getarnten – Zeitpunkt, also um 16 Uhr bekommen, dann dauert es nicht lange, dass Bruno schon um 15 Uhr an seine 16-Uhr-Essenszeit erinnern würde, und diese damit gerne auf 15 Uhr vorverlegt hätte. Gibt man dem wieder und wieder nach, landet man schließlich dabei, dass seine erste Fütterungszeit mit seiner zweiten zusammenfällt, er also die gesamte Tagesration in der Früh bekommt. Damit könnte dann aber eine unangenehme Konsequenz verbunden sein, wenn nämlich Bruno dann schon in der Nacht erinnert, dass er morgens sein Futter bekommt. Wo sollte das also enden?! Sie sehen, Konsequenz ist in manchen Dingen doch von sehr praktischer Bedeutung. Somit bleibt es bei der Abendfütterung Brunos um 17 Uhr.

Wie erinnert eigentlich Ihr Hund Sie an Futter – oder auch an Gassizeiten? Schreiben Sie mir bitte an [email protected]! Inzwischen viel Freude mit dem neuen WUFF!

Konsequenz sei ja eine wichtige Maßnahme in der Erziehung, ja, auch im sozialen Umgang. Natürlich darf Konsequenz nicht ein Maßstab für sich allein sein, sondern muss stets eingebunden sein in soziale Beziehung. Aber jedenfalls ist Konsequenz (meistens) eine wichtige Sache. Das möchte ich an folgendem Beispiel von Redaktionshund Bruno veranschaulichen.

Es sind ja regelmäßige Fütterungszeiten, an die wir Menschen uns bei unseren Hunden (und meist ja auch bei uns selbst) halten, und tun wir das nicht, erinnert uns Wuffi sicher daran. Redaktionshund Bruno nimmt es da mit der Erinnerung sehr genau. Wohl aus Sorge, damit nach seiner morgendlichen seine spätnachmittägliche Futterzeit gar nicht etwa erst vergessen werde, erinnert er gerne schon vorher daran. Mittlerweile ist es schon zwischen einer halben und ganzen Stunde vor der planmäßigen Fütterungszeit, dass Bruno darauf aufmerksam macht, und umso vehementer, je näher diese Zeit kommt.

Bruno macht das so: Zunächst kommt er, wie gesagt, zwischen 30 und 60 Minuten vor der Fütterungszeit her und stupst einen an. Wer würde sich dann nicht zu Bruno hinunterbeugen und ihn kurz streicheln? Aber wehe, man tut das. Dann macht er einen Sprung von einem weg und läuft in die Küche zu seinem (noch leeren) Futternapf, in Erwartung, dass man ihm nun folgt. Folgt man ihm aber nicht in die Küche, kommt er sogleich zurück und beginnt das Spiel von Neuem: Anstupsen und Vorauslaufen. Bleiben mehrere solcher Versuche ohne ­Erfolg, legt er sich hin und beginnt einen von unten mit ­großen erwartungsvollen Augen zu beobachten. Jede Bewegung, die der Mensch nun macht, wird sofort mit einem Auf­springen quittiert, verbunden mit einem Blick, der sagt „Na also, ­endlich, dann komm mit in die Küche!“ – und Bruno läuft wieder Richtung Futterplatz voraus.

Bleibt Brunos Animation weiterhin erfolglos, kommt er mit einem wirklich vorwurfsvollen Blick zurück, der fast Ver­ständnislosigkeit für so viel Grausamkeit ausdrückt. Wie kann man nur bis zur genauen Futterzeit warten, wenn es eh schon 30 Minuten davor sind? Wer wird so pingelig sein? Als ob es auf eine halbe Stunde ankäme …!

Auch wenn wir unsere vierbeinigen Gefährten lieben, wäre es fatal, einem solchen Drängen, wie Bruno es tagtäglich macht, nachzugeben. Denn bedenken Sie die Konsequenzen! Würde Bruno seine Abendration statt um 17 Uhr schon zu dem von ihm geforderten – als „Erinnerung“ getarnten – Zeitpunkt, also um 16 Uhr bekommen, dann dauert es nicht lange, dass Bruno schon um 15 Uhr an seine 16-Uhr-Essenszeit erinnern würde, und diese damit gerne auf 15 Uhr vorverlegt hätte. Gibt man dem wieder und wieder nach, landet man schließlich dabei, dass seine erste Fütterungszeit mit seiner zweiten zusammenfällt, er also die gesamte Tagesration in der Früh bekommt. Damit könnte dann aber eine unangenehme Konsequenz verbunden sein, wenn nämlich Bruno dann schon in der Nacht erinnert, dass er morgens sein Futter bekommt. Wo sollte das also enden?! Sie sehen, Konsequenz ist in manchen Dingen doch von sehr praktischer Bedeutung. Somit bleibt es bei der Abendfütterung Brunos um 17 Uhr.

Wie erinnert eigentlich Ihr Hund Sie an Futter – oder auch an Gassizeiten? Schreiben Sie mir bitte an [email protected]! Inzwischen viel Freude mit dem neuen WUFF!

Konsequenz sei ja eine wichtige Maßnahme in der Erziehung, ja, auch im sozialen Umgang. Natürlich darf Konsequenz nicht ein Maßstab für sich allein sein, sondern muss stets eingebunden sein in soziale Beziehung. Aber jedenfalls ist Konsequenz (meistens) eine wichtige Sache. Das möchte ich an folgendem Beispiel von Redaktionshund Bruno veranschaulichen.

Es sind ja regelmäßige Fütterungszeiten, an die wir Menschen uns bei unseren Hunden (und meist ja auch bei uns selbst) halten, und tun wir das nicht, erinnert uns Wuffi sicher daran. Redaktionshund Bruno nimmt es da mit der Erinnerung sehr genau. Wohl aus Sorge, damit nach seiner morgendlichen seine spätnachmittägliche Futterzeit gar nicht etwa erst vergessen werde, erinnert er gerne schon vorher daran. Mittlerweile ist es schon zwischen einer halben und ganzen Stunde vor der planmäßigen Fütterungszeit, dass Bruno darauf aufmerksam macht, und umso vehementer, je näher diese Zeit kommt.

Bruno macht das so: Zunächst kommt er, wie gesagt, zwischen 30 und 60 Minuten vor der Fütterungszeit her und stupst einen an. Wer würde sich dann nicht zu Bruno hinunterbeugen und ihn kurz streicheln? Aber wehe, man tut das. Dann macht er einen Sprung von einem weg und läuft in die Küche zu seinem (noch leeren) Futternapf, in Erwartung, dass man ihm nun folgt. Folgt man ihm aber nicht in die Küche, kommt er sogleich zurück und beginnt das Spiel von Neuem: Anstupsen und Vorauslaufen. Bleiben mehrere solcher Versuche ohne ­Erfolg, legt er sich hin und beginnt einen von unten mit ­großen erwartungsvollen Augen zu beobachten. Jede Bewegung, die der Mensch nun macht, wird sofort mit einem Auf­springen quittiert, verbunden mit einem Blick, der sagt „Na also, ­endlich, dann komm mit in die Küche!“ – und Bruno läuft wieder Richtung Futterplatz voraus.

Bleibt Brunos Animation weiterhin erfolglos, kommt er mit einem wirklich vorwurfsvollen Blick zurück, der fast Ver­ständnislosigkeit für so viel Grausamkeit ausdrückt. Wie kann man nur bis zur genauen Futterzeit warten, wenn es eh schon 30 Minuten davor sind? Wer wird so pingelig sein? Als ob es auf eine halbe Stunde ankäme …!

Auch wenn wir unsere vierbeinigen Gefährten lieben, wäre es fatal, einem solchen Drängen, wie Bruno es tagtäglich macht, nachzugeben. Denn bedenken Sie die Konsequenzen! Würde Bruno seine Abendration statt um 17 Uhr schon zu dem von ihm geforderten – als „Erinnerung“ getarnten – Zeitpunkt, also um 16 Uhr bekommen, dann dauert es nicht lange, dass Bruno schon um 15 Uhr an seine 16-Uhr-Essenszeit erinnern würde, und diese damit gerne auf 15 Uhr vorverlegt hätte. Gibt man dem wieder und wieder nach, landet man schließlich dabei, dass seine erste Fütterungszeit mit seiner zweiten zusammenfällt, er also die gesamte Tagesration in der Früh bekommt. Damit könnte dann aber eine unangenehme Konsequenz verbunden sein, wenn nämlich Bruno dann schon in der Nacht erinnert, dass er morgens sein Futter bekommt. Wo sollte das also enden?! Sie sehen, Konsequenz ist in manchen Dingen doch von sehr praktischer Bedeutung. Somit bleibt es bei der Abendfütterung Brunos um 17 Uhr.

Wie erinnert eigentlich Ihr Hund Sie an Futter – oder auch an Gassizeiten? Schreiben Sie mir bitte an [email protected]! Inzwischen viel Freude mit dem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,
und Bruno, der WUFF-Redaktionshund

Pdf des Artikels: Editorial Österreich
Editorial Deutschland

 

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Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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