Editorial WUFF 7-8/2016

0
808

mosser4 4c_1Was ist Entschleunigung?

Liebe Leserin, lieber Leser!

Entschleunigung unseres Lebens ist eines der derzeitigen Mode­worte. Aber was ist mit Entschleunigung eigentlich konkret gemeint? Was kann ich überhaupt entschleunigen, und zu welchem Zweck sollte ich das tun? Für mich bedeutet Entschleunigung dort, wo es mir möglich ist (und leider ist es ja nicht überall möglich, wie etwa in Bereichen des Berufslebens), mich auszuklinken aus einem (Denk- und Lebens-) Prozess, in dem es nur mehr darum geht, immer schneller zu handeln und immer effizienter zu werden.

Was Effizienz in den verschiedenen Berufen bedeutet, wissen wir alle – minimaler Mitteleinsatz bei maximalem Ergebnis. Was aber bedeutet es im Privaten? Will ich nicht so etwas wie Freiheit und Muße (und entschleunigen hat ganz sicher damit zu tun!) gänzlich aus meinem Leben streichen, muss ich wohl den Begriff Effizienz aus meinem persönlichen privaten Leben verbannen. Sonst würde ich bspw. die Kommunikation mit ­Familie und Freunden, wozu ja auch unsere Vierbeiner gehören, instrumentalisieren, also als Zweck für ein erwartetes Ergebnis missbrauchen.

Es gibt viele Aspekte, über die wir in Zusammenhang mit ­Entschleunigung im Privaten nachdenken könnten, aber zumindest der Wegfall des Begriffs der Effizienz im privaten (und zwischenmenschlichen) Leben scheint mir zentral zu sein. Traurig wäre es, wenn es in Gesprächen, beim Spazierengehen, beim Spielen mit unserem Hund, beim Musikhören oder beim Genießen eines schönen Abends mit Familie oder Freunden, wenn es da um Effizienz, um einen Zweck gehen sollte.

Ist es nicht interessant, dass wir gerade von unseren Hunden Entschleunigung lernen könnten? Weil dies auch damit zu tun hat, im Hier und Jetzt zu leben, also etwas, das Hunde tun. Das ist ja genau das, worum es beim Ent-schleunigen geht! Der Moment ist wichtig, und nicht das, was später passieren wird. Denn passiert das Spätere, sind wir schon wieder beim Nächsten. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe immer die Tendenz, schon an das Nächste zu denken. Ich muss mich regelrecht bewusst dazu einstellen, das zu tun, was ich gerade tue. Und wenn ich bspw. mit Jemandem über etwas rede, nicht zugleich an etwas anderes und/oder das Nächste zu denken. Der Entschleunigungsbedarf bei mir ist wohl recht groß … Aber es gilt: Jeder Moment hat sein Eigenes. Leben wir dieses Eigene! Schauen wir auf unsere vierbeinigen Freunde, die nicht immer kalkulieren, die aus reiner Freude am Tun mit Absichtslosigkeit spielen können und bei denen es vor allem nicht (immer) um Effizienz geht.

Was ich übrigens nicht vergessen darf Ihnen mitzuteilen ist der Relaunch der WUFF-Website. Als gedrucktes Magazin gibt es uns seit 20 Jahren (genauer, seit Januar 1996) – und fast genauso lange sind wir im Internet (seit März 1996). Fernab jeglichen Eigenlobs (natürlich!), damals Weitblick in Hinblick auf digitale Medien gezeigt zu haben, bin ich der Meinung, dass wir mit dem jetzigen Relaunch von https://www.wuff.eu weiterhin die schönste und nützlichste digitale Magazinplattform in einem Bereich sind, in dem es um das Leben von Menschen mit ihren Hunden geht. Sie können sich unserer Website mit Muße nähern, entspannt in Artikeln schmökern, die (effiziente) Suchfunktion nützen, sich im WUFF-Diskussionsforum beteiligen oder im Shop WUFF-Artikel erwerben und sich als Mitglied der WUFF-Gemeinschaft outen. Lesen – Informieren – Diskutieren – Shoppen. Schauen Sie sich das an auf www.wuff.eu!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,
und Bruno, der WUFF-Redaktionshund

Pdf des Artikels: editorial_oesterreich, editorial_deutschland

 

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT