Ein Chihuahua auf Fahrradtour

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Heimtiere gab es immer schon in der Familie Kratschmar aus Wien. 36 Jahre lang waren es Kanarienvögel und Meerschweinchen, die das Heim der Tierfreunde belebten. Dann kam der Wunsch nach einem Hund. Man setzte sich zusammen und – wie es sich vor einer solchen Entscheidung empfiehlt – informierte sich über Hunderassen und ihre Ansprüche. So kam man auf den Chihuahua. Auch bedachte man, woher der neue Hausgenosse stammen sollte und wusste mittlerweile, dass man einen Hund nicht in einer Tierhandlung kauft, sondern nur von einem seriösen Züchter, dessen Herz an seiner Rasse hängt – beste Voraussetzungen für ein schönes Hundeleben. Und so wurden die Kretschmars in Pressbaum bei Wien fündig und holten sich im März 2000 den kleinen Chihuahua-Rüden Saro nach Hause.

Ein Herz und eine Seele
Familie Kratschmar: „Saro akzeptierte uns von der ersten Stunde an, und seither sind wir Drei ein Herz und eine Seele. Er ist ein lebhafter und gesunder Geselle, und wir sind immer zusammen. Ob auf Spaziergängen, auf dem Fahrrad oder im Boot". Stichwort Fahrrad. Seit 20 Jahren unternehmen die Kratschmars Radurlaube mit allem was dazu gehört, also auch Übernachtungen im Zelt. Der neue Hausgenosse sollte natürlich an den Urlauben teilhaben, und man beschloss, eines der beiden Fahrräder hundegerecht herzurichten. Ein Körberl wurde angeschafft, weich ausgepolstert, mit einem Regenschutz versehen, und auch ein Sonnenschirm, den man von einem Puppenwagen nahm, fehlte nicht.

So machte man den Chihuahua-Rüden langsam mit seinem neuen Fahrzeug vertraut, und es dauerte nicht lange, bis es Saro Spaß machte, auch am Rad bei seiner Familie dabei zu sein. „Wenn wir heute die Fahrräder für einen Ausflug herrichten und sein Körberl auf den Lenker clipsen, weicht er keinen Schritt weg, um ja nicht zurück gelassen zu werden".

426 Kilometer in 2 Wochen
Im Juni 2000 war es soweit. Der erste Urlaub mit dem neuen vierbeinigen Gefährten. Familie Kratschmar: „Wir saßen mit etwas mulmigem Gefühl im Zug nach Zell am See. Dort angekommen, stellten wir am Campingplatz die Zelte auf – und wer war als Erster drinnen? Natürlich Saro". Das mulmige Gefühl hatte offensichtlich zu Unrecht bestanden, denn für Saro wie auch seine Zweibeiner war es ein toller Urlaub. Die Drei radelten den Tauernradweg dahin, und überall dort, wo es ungefährlich war, konnte Saro auch laufen. Mit einem Abstecher zum Königsee erreichte man nach zwei Wochen und 426 Kilometern Passau. Der Urlaub war ein voller Erfolg.

Chihuahuas verboten!
Nach den guten Erfahrungen des ersten Urlaubes beschlossen die Kratschmars auch im Vorjahr, mit Saro einen Radurlaub zu machen. Diesmals ging es mit dem Zug nach Bregenz, wo man im Regen ankam. So wurde Saros Körberl regendicht verpackt, und die erste Nacht ersparte man sich das Zelten im Regen, sondern nahm sich in Hard ein Zimmer. Der Wettergott hatte Einsehen mit dem unternehmungslustigen Trio, und bei schönem Wetter radelten die Urlauber weiter entlang dem Schweizer Ufer des Bodensees. In Kreuzlingen war geplant zu campieren, doch leider duldeten sie am Campingplatz keine Hunde und machten auch bei einem Chihuahua keine Ausnahme. So kehrte man der Gegend den Rücken und radelte weiter nach Konstanz. Von da an gab es bei Campingplätzen keine Probleme mehr. Die Reise ging zum Donauursprung in Donaueschingen und etappenweise bis nach Regensburg.

Nicht äußere Größe macht´s!
Auf den Touren sitzt der kühne Chihuahua-Rüde aber nicht nur immer im Körberl am Radlenker. Auf ruhigen Wegen saust er auf seinen kleinen Beinchen vor den Fahrrädern her, natürlich ohne Leine. Familie Kratschmar: „Auch bei Wanderungen durch den Wald weicht er nie vom Weg ab. Er würde nie von uns weglaufen und das ist eine angenehme Verhaltensweise dieser Rasse." Wer bisher vielleicht meinte, Chihuahuas seien wegen ihrer geringen Größe keine echten Hunde und man könne mit ihnen nichts unternehmen, verliert durch diesen Bericht jedenfalls einiges an Argumentation. Und Kratschmars planen auch für dieses Jahr wieder eine größere Tour, natürlich gemeinsam mit ihrem unternehmungslustigen und sportlichen „Schmeicheltier".

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Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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