Ein Traum von einem Hund wird wahr

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Für den internationalen Topfotografen Tom Weber und seine Frau steckt hinter dem Klischee des vielfach als Pensionisten-begleitenden und belächelten Zwergpudels der perfekte Hund. Ein entzückender, extrem kluger und nicht haarender treuer Begleiter in allen Lebenslagen, wie sie meinen.

Es war vor genau 8 Jahren, als wir während einer USA-Reise einen Campingplatz ange­steuert hatten und plötzlich diesen kleinen entzückenden Hund verspielt herumtoben sahen. Wir waren schon immer in Hunde vernarrt, hatten jedoch bisher aus starkem Verantwortungsbewusstsein auf einen ­vierbeinigen Begleiter verzichtet.

Ein Aufeinandertreffen mit solchen entzückenden Wesen lief bisher immer nach dem gleichen Schema ab. Wir herzten und streichelten die ­Kleinen, ließen uns ebenfalls schwanzwedelnd abschlecken und fragten sogleich die Besitzer nach ihren Lieblingen aus. Was wir jedoch diesmal zu hören bekamen, war uns neu und ließ uns aufhorchen.

Das Erste, was wir nicht ganz glauben konnten, war, dass der kleine „Dude“ ein Zwergpudel war, denn rein äußerlich hatte er nicht annähernd etwas mit dem klischeehaften Aussehen eines Pudels gemein, wie wir es bisher kannten. Er sah eher wie ein liebenswerter Mischling aus, der aus einem amerikanischen Herz-Schmerz-­Tierfilm entsprungen schien.

Dann erzählte uns der Besitzer von den tollen Eigenschaften eines Zwergpudels und seinen grandiosen Vorzügen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, und der Gedanke an einen eigenen Hund nahm zum ­ersten Mal konkrete Züge an.

Stark „übermotorisiert“
Zuhause durchforsteten wir das Internet, um die Aussagen des amerikanischen Herrchens zu überprüfen. Er möge uns unser Misstrauen verzeihen, aber alles, was er uns erzählte, stimmte auf den Punkt. Der Zwergpudel gehört zu den intelligentesten Hunden. Er passt sich derart an den Menschen an, dass man aus ihm entweder einen glücklichen Schoßhund oder einen kraftvollen robusten und wahrscheinlich noch glücklicheren Naturhund machen kann, wobei Letzteres ganz in unserem Sinne lag.

Durch sein sehr geringes Gewicht scheint der Zwergpudel stark „übermotorisiert“ zu sein, und bei seinen Sprüngen sieht es manchmal aus, als könne er die Erdanziehungskraft austricksen. Eine weitere sehr wichtige Eigenschaft kommt jedoch noch: Ein Pudel haart nicht, weshalb zum Einen das typische „Hundeln“ wegfällt, wenn sein Fell nass ist. Zum Anderen bleibt die Wohnung oder das Haus sauber, was Hundehaare betrifft. Der einzige Nachteil, wenn man es so überhaupt nennen kann, ist, dass der Zwergpudel etwa alle 3 Monate geschoren gehört. Doch die Schur gibt uns die Möglichkeit, dem Pudel auch dieses süße Aussehen zu geben.

Die Entscheidung
Nachdem wir alle Optionen durchüberlegt hatten und wir uns einig waren, die Verantwortung für solch ein wunderbares Wesen voll und ganz zu übernehmen, suchten wir nach einem seriösen Züchter. Vor 7 ­Jahren hatten wir endlich Glück, als uns eine Züchterin wärmstens empfohlen ­wurde, die gerade junge apricot­farbige Zwergpudel zu verkaufen ­hatte. Wir durften uns unser zukünftiges Familienmitglied aussuchen (eigentlich heißt es ja, dass sich Hunde ihre Menschen aussuchen) und mussten dann noch 3 Monate abwarten, bis auch die soziale Entwicklung des Kleinen abgeschlossen war.

Wir bekamen mit Danny, wie wir ihn „tauften“, einen perfekten Hund, wie
ihn sich jeder nur wünschen kann. Sozial komplett entwickelt, anhänglich, gelehrig und sehr intelligent. Es dauerte nicht lange, bis wir ihn so erzogen hatten, dass wir überall mit ihm auftauchen konnten, ohne auch nur das kleinste Problem zu bekommen. Ganz im Gegenteil – er war so entzückend, liebenswürdig und gut erzogen, dass wir ununterbrochen angesprochen wurden und sogar in Restaurants und Hotels durften, in denen normalerweise keine Hunde erlaubt waren.

In den Bergen unterwegs
Als Outdoorfans sind wir viel in den Bergen unterwegs. Danny ist der Einzige von uns, der sich dann am Abend noch auf den Beinen halten kann, obwohl er mindestens die doppelte Strecke gelaufen ist. Neugierig wie ein Pudel eben ist, erkundet er ständig die Gegend voraus.

Ein gut erzogener Zwergpudel mit ausgereiftem Sozialverhalten hat mit keinem Hund Probleme, egal welcher Größe. Die besten Freunde von Danny beispielsweise sind große Hunde wie Schäfermischlinge, Jagdhunde, Golden
Retriever und Rottweiler.

Sehr schnell entdeckten wir den Zwergpudel auch als perfektes Fotomotiv. Während der Fotoshootings bei unserer Hundezüchterin mussten wir uns jedoch immer wieder am Riemen reißen, um unsere Arbeit zu ­erledigen, anstatt stundenlang die kleinen Racker zu streicheln und ihnen beim noch ungelenken Herumtollen zuzusehen.

Seit wir Danny haben, mussten wir – und alle, die ihn kennen lernten – sich vom üblichen Klischee eines Pudels verabschieden.

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