Eklat auf der CRUFTS 2012: Erstmals Ausschluss kranker „Siegerhunde“

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Große Aufregung auf der traditionellsten und weltgrößten Hundeausstellung im ­Mutterland der Hundezucht Großbritannien: Ein Basset, eine Englische Bulldogge und ein Pekingese, die von den jeweiligen Zuchtrichtern als die besten der Rasse (Best of Breed) bewertet wurden, durften nicht aufs Sieger­podest. Eine neue Regel des britischen ­Kennel Clubs schreibt nämlich eine tierärztliche Bewertung der Gesundheit der Hunde vor. Und da fielen alle drei Hunde durch.

Vom 8. bis 11. März 2012 war das britische Birmingham der Nabel der kynologischen Welt. Mit der Teilnahme von 21.029 Hunden bestätigte die CRUFTS 2012 – 1891 erstmals von Charles Cruft veranstaltet – ihre Bedeutung als weltgrößte Hundeausstellung. „Nur die gesündesten Hunde einer ­Rasse sollen prämiert werden", sagte ­Caroline ­Kisko vom Veranstalter, dem britischen Kennel Club. Und der Kennel Club machte – zumindest bei drei Rassen – Ernst mit einer Regel, die 2012 erstmals eingeführt wurde. Demnach wurden 15 Rassen identifiziert, die „Merkmale aufweisen, die zu schlechter Gesundheit führen können". Dazu gehören Basset, Bloodhound, Englische Bulldogge, Chow Chow, Clumber Spaniel, Bordeaux Dogge, Deutscher Schäferhund, Mastiff, Mastino Napoletano, Pekingese, Shar Pei, Bernhardiner, Französische Bulldogge, Mops und Chinese Crested (Chinesischer Nackthund).

Bei diesen 15 Problemrassen werden die jeweiligen von den Zuchtrichtern als „Rassebeste" bewerteten ­Hunde vor ihrer offiziellen Prämierung einem Tierarzt-Check unterzogen. ­Sollten bei einem solchen Rasse­besten ­medizinische Probleme festgestellt werden, die seine Gesundheit be­einträchtigen, führt dies zu einer Disqualifikation des Hundes und dem Ausschluss der betroffenen Rasse vom weiteren Ablauf der Show.

Was viele Experten nicht für ­möglich gehalten hatten, trat tatsächlich ein, und dies gleich bei drei Rassen: Die Zuchtrichter für English Bulldog, Pekingese und Basset ­bewerteten Hunde als Rassebeste, die beim anschließenden Tierarzt-Check durchfielen. Dieser erstmalige Ausschluss „kranker Siegerhunde" schlug hohe Wellen. In den heftigen Diskussionen wurden einerseits die Zuchtrichter angeschuldigt, kranke Hunde als „Rasse­beste" fehlzubewerten, andererseits hieß es auch, dass es gerade bei diesen drei Rassen überhaupt ­keine gesunden Tiere mehr gebe.

Zum Sieger der gesamten Show (Best in Show) wurde am letzten Tag der viertägigen Ausstellung die Lhasa Apso-Hündin Elizabeth gekürt. Die langhaarige tibetische ­Rassehündin wurde von ihrer Züchterin und Be­sitzerin Margaret Anderson aus dem zentralenglischen Coventry ­vorgeführt. „Reserve Best in Show" und damit Zweitbester wurde der Neufundländer Brutus von Sonia Krorkvei aus der Slowakei.

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