Erholung vom Hundehass in Deutschland

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Das Jahr 2000. Der Urlaub war schon geplant, und dann passierte Ende Juni der Vorfall in Hamburg. Was jetzt, fragten wir uns. Immerhin gehören unsere beiden Großen zur Rasse Bordeauxdogge, und in manchen Bundesländern von Deutschland gilt die als „sehr gefährlich". In Niedersachsen, wo wir zuhause sind, allerdings nicht. Irgendwie komisch. So hatten wir die Alternative, unseren Hunden schöne 3 Wochen am heimischen Futternapf zu gönnen oder mit all unserem inzwischen erworbenen Wissen über die Hundeverordnungen der verschiedenen Bundesländer ein Plätzchen zum Urlaub machen zu suchen. Die Wahl fiel dann nicht auf ein deutsches Bundesland, sondern auf Österreich.

Rheinland-Pfalz, noch hundefreundlich
Die kleine Fee, unser Bordeauxdoggenmädchen, stammt von ganz lieben Leuten aus Rheinland-Pfalz. Bevor sie vor einem Jahr zu uns kam, haben diese Beiden sie aus schlechter Haltung freigekauft. Jemand, der niemals Hunde halten sollte, hatte sie vorher im Besitz, und sie war mehr tot als lebendig. Aus der süßen kleinen Fee ist mittlerweile eine ganz liebreizende, 3-jährige Hundedame geworden, die trotz ihrer schlechten Erfahrungen keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Was hatte man ihr nicht alles angetan, und dennoch liebt sie einfach Mensch und Tier. Sollten Menschen nicht auch so gestrickt sein?
So besuchten wir erst die beiden Retter von Fee, um ihnen zu zeigen, dass sich all ihre Mühe damals gelohnt hatte. Rheinland-Pfalz war schön, denn da durften die Hunde ohne Leine und Maulkorb tollen und Fee war es eine Freude, die Zwei wiederzusehen. Nur wenn unsere Hunde glücklich sind, sind wir es auch, und somit ging es weiter zu unserem eigentlichen Urlaubsziel Österreich.

WUFF empfahl Urlaub in Österreich
Frauchen hatte sich vorher ganz ängstlich bei WUFF-Herausgeber Dr. Mosser erkundigt, ob wir denn in der Alpenrepublik willkommene Gäste seien? Denn wo man Hunde nicht mag, wollen weder wir Zweibeiner, noch unsere beiden Bordeauxdoggen und Mischlingsdame Molly (14 Jahre) sein. Die E-mail-Antwort von Dr. Mosser war beruhigend, denn er meinte, „bei uns können Sie getrost Urlaub machen und den Kampfhundestress hinter sich lassen". Unser Ziel war das „Alpencamping Nenzing" im Bludenzer Land. Da war es richtig fein. Berge zum Besteigen (Fee machte ab und zu schlapp, weil nur Flachland gewohnt) und Almwiesen zum Toben. Wir trafen Pitbulls, Schäferhunde und Boxer aus der Schweiz sowie viele deutsche Kumpels jedweder Rasse. Da wurde nicht mit dem Finger auf unsere Vierbeiner gezeigt, sondern alle sagten nur „tolle Hunde". Sind sie doch sehr lieb und wohlerzogen und können Jedem beweisen, dass der „Kampfhund" nur im Kopf existiert, solange der Mensch einen Vierbeiner nicht zu einem solchen macht.

Das sind keine Kampfhunde!
Lediglich eine Frau aus Nordrhein-Westfalen meinte zu ihren Kindern: „Das sind ja Kampfhunde". Wir konnten diesen Begriff gerade und ins rechte Licht rücken und – diese Kinder waren danach unsere ständigen Begleiter und haben herrlich mit unseren Hunden gespielt. Manchmal hilft ein vernünftiges Wort, ein Vor- oder auch ein Erleben. Vorurteile sind pauschal. Wir meinen, dass Kinder unbelasteter mit vielen Sachen umgehen, und sich Eltern auch ab und zu durch ihre Kinder belehren lassen sollten. Wir alle können also Österreich und vor allem auch Alpencamping Nenzing jedem Hundefreund und Halter nur empfehlen.
Nicht alle Länder sind in Bezug auf Hunderassen so ungastlich, wie Deutschland sich zur Zeit präsentiert.

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