Es ist Liebe … oder was die Mensch-Hund-Beziehung so besonders macht

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Clive Wynne ist Wissenschaftler, Verhaltensforscher, um genau zu sein. Seit Hündin Xephos in sein Leben trat, trieb ihn die Frage um, ob es wohl Liebe ist, was sie für ihn und seine Familie empfindet. Der Brite beschloss der Sache auf den Grund zu gehen. Er wertete unzählige Studien zur Mensch-Hund- und Mensch-Wolf-Beziehung aus. Er verglich die Ergebnisse und stellte dann eigene Forschungen an. Am Ende dieser über Jahre andauernden Reise stand die Erkenntnis: es ist tatsächlich Liebe, die den Hund in seiner Beziehung zum Menschen vom Wolf unterscheidet.

WUFF hat Clive Wynne um ein Interview gebeten.

Wie haben Ihre Kollegen reagiert, als Sie zum ersten Mal mit dem L-Wort in den wissenschaftlichen Diskurs eingestiegen sind?

(Clive Wynne lacht) »Ich erinnere mich noch sehr genau an den Tag, als ich das L-Wort zum ersten Mal auf einer Konferenz aussprach. Ist noch gar nicht lange her. Ich war so nervös, dass ich vergaß meinen Hut abzunehmen. Wie sich herausstellte, war die ganze Aufregung völlig unnötig, denn es lief wirklich richtig gut. Uns allen ist klar, das Konzept Liebe ist ja nicht zu leugnen. Nehmen wir das Beispiel des so genannten Williams Beuren Syndroms (WBS), das sich bei Menschen unter anderem darin zeigt, dass sie distanzlos gegenüber Fremden, sehr kontaktfreudig und überfreundlich sind. Außerdem zeigen sie ein großes Bedürfnis nach Nähe. In diesem Zusammenhang wollen die Forscher nicht das Wort Liebe verwenden. Sie bevorzugen Begriffe wie akzeptable Geselligkeit oder Distanzlosigkeit. Wenn es um die Liebe von Hunden geht, reden wir lieber von hoher sozialer Geselligkeit. Verstehen Sie mich nicht falsch, manchmal kann diese eher technische Sprache durchaus hilfreich sein. Denn ihr liegen sehr strenge Definitionen zugrunde. Aber um ehrlich zu sein, ich glaube vielleicht liegt es ja an meinem Alter. Aber inzwischen ist es mir egal, was die Kollegen denken. Ich finde Liebe trifft es einfach.«

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