Europaweites Pilotprojekt in Krems

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Nach sechs Jahren Überzeugungsarbeit der Obfrau des Kremser Tierschutzvereines, Andrea Specht, fiel heuer der Startschuss zum Bau des neuen Tierschutzheimes. Jetzt fahren endlich die Bagger, und in der Rekordzeit von nur fünf Monaten soll das Heim bezugsfertig sein. Das Konzept des neuen Tierheimes baut auf drei Standbeinen auf: Höchstmögliche Tiergerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit im Betrieb bei möglichst niedrigen Baukosten. Das Konzept dazu stammt von Obfrau Andrea Specht, die Planung vom Kremser Architekten DI Erich Millbacher. Um aus den 7000 Quadratmetern Baugrund, die zur Verfügung standen, das Maximum herauszuholen, fuhr Andrea Specht durch halb Europa, um Tierheime mit unterschiedlichsten Haltungsformen zu untersuchen und zu vergleichen. Beraten wurde sie dabei von führenden Tierverhaltensexperten wie Univ.-Prof. Dr. Hermann Bubna-Littitz (Vet.Univ.Wien) und Dr. Roger Mugford (Animal Behaviour Center, London).

Kontrollierte Kleingruppenhaltung
Der Schwerpunkt des Heimes liegt auf einer Optimierung der Haltungsbedingungen für Hunde, die in vielen Heimen unter mangelndem Sozialkontakt und extremer Reizarmut leiden. Andrea Specht entschied sich deshalb für eine kontrollierte Kleingruppenhaltung von drei bis fünf Tieren. Innenräume und integrierte Außenhöfe sind mit unterschiedlich hohen Liegeplätzen ausgestattet, um die Festigung von Rangordnungen zu fördern und Auseinandersetzungen zu vermeiden. Jeder Gruppe stehen knapp fünfzig Quadratmeter Lebensraum zur Verfügung. Tagsüber verbringen die Hundegruppen mehrere Stunden in angrenzenden Spielwiesen, die mit natürlichen Materialien strukturiert sind. Holzhütten mit Flachdächern, kleine Tribünen und „grüne" Verstecke schaffen Abwechslung, Aussichtspunkte und Deckung. Die Spielwiesen sind in ihrer Größe variabel, d.h. sie können je nach Verträglichkeit der einzelnen Gruppen untereinander geöffnet werden.

Kleinere Einheiten für gesteigert aggressive Tiere
Für Hunde mit erhöhter Agressivität gleichgeschlechtlichen Artgenossen gegenüber sind kleinere Einheiten vorgesehen, die entweder einzeln oder paarweise belegt werden können. Die Areale der Hunde sind besucherabgewandt, um Stress zu minimieren. Dieses optimale Konzept ermöglicht beispielsweise auch die Integration von im Allgemeinen als schwierig zu halten geltenden Herdenschutzhunden, die vielerorts für konventionelle Tierheime zu einem echten Problem werden und dann in „Einzelhaft" oft sehr lange auf ein neues Zuhause warten müssen.
Die Katzengärten liegen dagegen besucherorientiert und bilden das eigentliche Empfangskomitee. Katzen sind Augentiere und beobachten gerne. Sie können sich zwar in großen Zwangsgemeinschaften arrangieren, leiden aber dann meist unter Dauerstress. In Gruppen mit wenigen Tieren fühlen sich die Zimmertiger entschieden wohler. Im neuen Heim werden die Katzen daher in Kleingemeinschaften von fünf bis sieben Tieren leben, Individualisten in Einzelunterbringung.
Eine Wohnung für zwei Tierpfleger und die Ordination im Eingangsbereich sorgen für eine 24-Stundenbetreuung der Vierbeiner. Und damit Besucher der Website das Tierheim live erleben können, sind Webcams in den Tierzimmern geplant. Die Kameras erfüllen allerdings noch einen anderen wichtigen Zweck. Sie ermöglichen wissenschaftliche Studien, weil die Tiere sich unbeobachtet fühlen und ihr Verhalten deshalb unbeeinflusst von äußeren Einwirkungen bewertet werden kann.

Schulungs- und Therapiezentrum
Tierschutz darf nicht beim Verwahren aufhören. Weil es genauso wichtig ist, Wissen zu vermitteln, entsteht parallel zum Heim auf 2000 Quadratmetern ein Schulungs- und Therapiezentrum. Dort werden nicht nur unerzogene Heimhunde trainiert und verhaltensauffällige Vierbeiner therapiert, sondern auch hilfesuchende Hundehalter beraten. Viele Hunde scheitern ja letztendlich daran, dass ihre Besitzer sie nicht als solche verstehen und behandeln. Information und Aufklärung wird deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Tierschutzarbeit im neuen Tierheim Krems sein. Damit viele Tiere erst gar nicht an ihren Menschen „scheitern" müssen!

Kaufen Sie ein Stück vom Tierheim!
Rund 1,4 Millionen Euro hat die niederösterreichische Landesregierung für den Bau des Kremser Tierheimes zur Verfügung gestellt. Durch die äußerst sparsame Planung konnten fast alle Ideen umgesetzt werden. Doch für Einiges reichen die Mittel trotzdem nicht aus. Die Einrichtung von Büro, Ordination und Heim, Umzäunungen und Bepflanzung konnten im Budget nicht mehr untergebracht werden. Auch die notwendige Lüftungsanlage fehlt noch. Das Geld dafür muss der Tierschutzverein Krems selbst aufbringen. Etwa 200.000 Euro sind notwendig, um das alles zu finanzieren, 50.000 Euro entfallen davon allein auf die Belüftung. Eine groß angelegte Sponsoringaktion soll dem Tierschutzverein Krems helfen, die fehlenden Gelder bis zum Welttierschutztag am 4. Oktober 2002 aufzutreiben. Denn da soll das Heim offiziell dem Tierschutzverein zum Betrieb übergeben werden. Jeder noch so kleine Betrag zählt jetzt! Ab einer Spende von 15 Euro gibt es sogar eine symbolische Bausteinurkunde als kleines Dankeschön. Bitte helfen Sie mit bei unserer Aktion „Bausteine für Tiere"! Spendenkonto: Kremser Bank & Sparkassen AG, BlZ 20228, Kontonummer 00001190180.

>>> WUFF – HILFSAKTION

Bausteine für Tiere

Sachspenden von Firmen (Büro, Software, Zäune, Bepflanzung) sind sehr willkommen. Als Gegenleistung gibt es verschiedene attraktive Werbemöglichkeiten sowohl am Areal als auch medial.
Kontakt: Tel. +43 (0)664-3369966
Spendenkonto: Kremser Bank & Sparkassen AG, BlZ 20228, Kto.Nr. 00001190180

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