Firmenmaskottchen Ramses

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Auf den Hund gekommen …

Ramses hat als Hotel-Tester für „Boomer-Reisen“, die ­Firma seines Frauchens, einen interessanten Beruf.
Doch nicht nur Firmenmaskottchen – ein Leben ohne ihn möchte sie sich gar nicht mehr vorstellen, sagt
Caroline Blasel. In dieser WUFF-Serie stellen sich ­Leserinnen und Leser selbst vor und erzählen, wie sie auf den Hund gekommen sind. Wenn auch Sie das möchten,schreiben Sie uns.

Schon als kleines Kind war ich von Tieren magisch berührt, hatte immer diese Verbindung zu ihnen und genoss ihre Nähe, egal ob es sich um Haustiere im her­kömmlichen Sinne, sogenannte Nutztiere auf dem Bauernhof der Nachbar­schaft, um Wildtiere oder die Tiere im Zoo handelte, in dem ich quasi die Hälfte meiner Kindheit verbrachte.
Zu meiner großen Trauer war es mir aber leider nie erlaubt, selbst ein Tier zu halten. Die Ausnahme war ein bedauernswerter Hamster, der sicher eher aufs Feld als in mein Kinder­zimmer gehört hätte und dessen Biorhythmus ich aus Unwissenheit heraus schwer durcheinander gebracht habe.

Sobald ich aber von zu Hause aus­gezogen war, fanden zwei Katzen aus dem Tierschutzhaus zu mir, die innig geliebt wurden. Mittlerweile sind es drei Samtpfoten, die ihr Heim ­gnädigerweise mit meinem Mann
(der früher immer Hunde hatte) und mir teilen und natürlich mit dem ­unan­gefochtenen Star unserer kleinen Familie – Ramses, dem sieben Monate alten Old English Bulldog.

Jahre hat es gedauert, bis wir unsere Lebensumstände endlich so gestaltet hatten, dass wir einem Hund gerecht werden konnten. Da wir beide voll berufstätig sind und in unseren Jobs Hunde leider nicht erwünscht waren, sahen wir zunächst keine Möglichkeit, einem Hund ein Leben zu bieten, wie es ihm gebührt.

Schließlich habe ich die Sache in die Hand genommen und ein Reise­büro für meinen damals noch nicht ­vorhandenen Hund gegründet
(www.boomer-reisen.com). Dabei habe ich mich auf Hotels spezialisiert, in denen Vierbeiner herzlich will­kommen sind. Und nun war endlich die Zeit für einen tierischen Hotel­tester – und vor Allem für ein weiteres ­Familienmitglied gekommen.

Welche Rasse?
Auf der Suche nach der für uns ge­eigneten Rasse stießen wir mehr oder weniger zufällig auf den in Österreich noch weitgehend un­bekannten Old English Bulldog, eine Rückzüchtung der Englischen ­Bulldogge, allerdings mit ­längerer Nase und höheren Beinen. Dies ermöglicht freies Atmen und eine gute Kondition. Charakterlich handelt es sich um einen ausgeglichenen Familien­hund, der nichts lieber ­möchte als bei seinem Rudel zu sein. Er ist eher Couchpotato als Sportskanone, ist aber durchaus in der Lage längere Spaziergänge und Wanderungen zu bewältigen. Was ihn ganz besonders auszeichnet, ist sein freundliches und gutmütiges Wesen, was sich ins­besondere im Umgang mit Kindern zeigt. Erwähnenswert ist sicherlich auch sein bullytypischer Sturkopf, gepaart mit großer Sensibilität, was konsequente, aber sehr liebevolle Erziehung erfordert.

Nachdem wir die für uns geeignete Zucht ausgewählt und lange auf die Zeugung und Geburt unseres Hundes gewartet hatten, stahl sich Ramses schon in der ersten Minute unseres ersten Besuches in unsere Herzen.

Hotel-Tester Ramses
Neben seinem „harten“ Job als Hotel- und Produkt-Tester für Reisebüro und dazugehörigen Shop ist er nun in der Ausbildung zum Therapiehund. Es schien uns aufgrund seines sonnigen, liebevollen Gemüts, seiner ganz besonderen Liebe zu Kindern und älteren Menschen und seinem Wunsch nach geistiger Auslastung nur logisch, diesen Schritt zu gehen. Erst nach dem positiven Abschluss der Ausbildung wird sich zeigen, ob er mit gehandicapten oder kranken Kindern oder vielleicht in der Geriatrie Freude in die Herzen der Menschen bringen wird.
Ich hoffe, dass wir damit auch einen Schritt auf die Menschen zugehen können, die Ramses und generell alle Hunde dieses Phänotyps für ge­fährlich und böse halten.

Ramses liebt generell alles, was zwei oder vier Beine hat, schmust am ­liebsten mit den Katzen des Hauses und wedelt sogar dann noch freundlich mit dem Schwanz, wenn er ab und an von Unkundigen als „Kampfhund“ und „Monster“ beschimpft wird.

Wir waren uns im Klaren darüber, dass wir mit einem Hund wie Ramses (der im Übrigen auf keiner Rasseliste der Welt steht und somit auch keinen besonderen Auflagen unterworfen ist) mit solchen Vorurteilen konfrontiert sein könnten, dennoch gibt es mir immer wieder einen Stich ins Herz, und oft muss ich mich dazu zwingen, freundlich Aufklärung zu betreiben, statt einfach weiterzugehen oder zurückzuschimpfen. Dennoch fühle ich mich zu dieser freundlichen Aufklärung verpflichtet und hoffe damit den ein oder anderen zum Nach- oder vielleicht sogar zum Umdenken zu bewegen.

Ramses, der Facebook-Star
Ramses ist ein echter Abenteurer. Zusammen mit ihm entdecke ich ­altbekannte Reiseziele ganz neu. Auf seinen Reisen verhält er sich ruhig und besonnen und hat Spaß an allem ­Neuen, was es zu entdecken gibt. In meinem Job ist er unersetzlich, denn zum Einen wird mit ihm schnell klar, welche Hotels wirklich hundegeeig­net sind und welche nur glauben, eine Marktlücke gefunden zu haben. Zum Anderen agiert er als „Firmen­maskottchen“ und präsentiert z.B. auf Facebook die Angebote meines Reise­büros. Dort ist er mit seiner ständig wachsenden Freundesgemeinschaft von momentan rund 1.000 Freunden schon ein richtiger kleiner Star.

Seine Lieblingsbeschäftigung ist allerdings abseits von Hotels und Hundeschule zu finden. Wie für die meisten Hunde gibt es für ihn wohl nichts Schöneres als mit seinen ­vierbeinigen Freunden über die Hundewiese zu ­fetzen, um anschließend ­schmusend bei Herrchen oder Frauchen ein­zu­schlafen. Ja, so sieht wohl ein ­glückliches Hundeleben aus …

Neben all den tollen Dingen, die Ramses in mein Leben gebracht hat, die neue Firma, die Spaziergänge am Morgen, die kleinen schönen Dinge am Wegesrand, die ich sonst wohl übersehen hätte, und die unbändige Freude, die ich empfinde, wenn ich ihn glücklich über die Wiesen ­springen sehe, hat er mir noch ein großes Geschenk gemacht. Mit ­Ramses „im Gepäck“ habe ich einige liebe ­Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Ein Leben ohne meinen „kleinen“ Begleiter möchte ich mir gar nicht mehr vorstellen, und ich freue mich auf jeden neuen Tag, jedes neue Abenteuer und jede neue Begegnung mit dem großherzigen Pharao der Familie.

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