Frisch getrimmt ist halb gewonnen!

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In der WUFF Ausgabe 6/2002 sahen wir einen geschorenen Airedale, der heute Konkurrenz bekommt durch seinen schneidigen und drahtigen getrimmten Vetter, einen Foxterrier. Der Standard sieht beispielsweise beim Airedale und auch beim Drahthaar-Foxterrier ein äußeres Erscheinungsbild vor, welches nur durch fachgerechtes Trimmen erreicht werden kann. Dabei bleiben auch die kräftigen, klaren Farben erhalten, da beim Trimmen – im Gegensatz zum Scheren – die toten, leicht verblassten Haare sanft entfernt werden, wobei auch gleichzeitig ein oft quälender Juckreiz verhindert wird.

Auch Trimmen will gelernt sein!
Das Problem ist, dass man oft lange suchen muss, bis man Jemanden findet, der wirklich trimmen kann. Manchem Halter allerdings ist das zeitaufwändige Trimmen auch zu teuer, und er entscheidet sich daher für die billigere Schur, was allerdings die Fellstruktur sehr stark verändert.
In dieser Folge unserer WUFF-Serie erhalten Sie Tipps zur Pflege des Drahthaar-Foxterriers, die Sie auch auf andere Rassen übertragen können, die getrimmt werden sollten. Und das Beispiel von Frau Feichtingers Lenka sollte Ihnen Mut machen, kritisch nachzufragen, wenn Sie befürchten, dass da im Hundesalon „etwas nicht stimmt“! Und schauen Sie sich bitte auch das Foxterrier-Porträt in diesem Heft an!
Wir wünschen Ihnen einen schönen Frühherbst mit einem fröhlichen, gut gepflegten Hund und freuen uns schon auf Ihre Reaktionen zu diesem Thema!



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Verstörter Hund und rote Flecken nach dem Trimmen im Hundesalon!

Liebe WUFF-Redaktion, meine Foxterrierhündin wurde bisher immer von der Züchterin getrimmt. Sie hat das eigentlich recht brav akzeptiert, bis auf die letzten Male, wo ich sie in einem Hundesalon abgeben musste. Als ich Lenka wieder abholen durfte, war sie sehr verstört, fast teilnahmslos. Bei unserer Begrüßung und zu Hause sah ich viele rote Flecken am Rücken. Leider ist unsere Züchterin nicht mehr tätig, und ich bin nun sehr misstrauisch in Bezug auf Hundesalons. Können Sie mir raten, wie ich Lenka eventuell selber trimmen lerne? Herzliche Grüße,
Michaela Feichtinger

Antwort der WUFF-Redaktion: Liebe Frau Feichtinger, wir können Ihnen nur raten, sich mit Ihrer Züchterin in Verbindung zu setzen. Auch wenn sie selber nicht mehr tätig ist, so wird sie Ihnen sicher entweder einen guten Hundesalon nennen können, wo Ihr Hund fachgerecht – und daher schonend! – getrimmt werden kann, oder sie kann Ihnen sagen, wo Sie selber das Trimmen erlernen können, was durchaus möglich ist. Vielleicht haben Sie sogar das Glück, dass Ihre Züchterin selber Sie im Trimmen unterweist.
Hinzufügen möchten wir aber noch, dass Sie sich nicht scheuen sollten, in dem betreffenden Hundesalon nachzufragen, was man dort mit Ihrem Hund gemacht hat, dass er so verstört und auch lädiert „abgeliefert“ wurde. Vielleicht sind sogar Beruhigungsmittel gegeben worden, was keinesfalls ohne Ihr Einverständnis geschehen darf (Für eine medikamentöse „Beruhigung“ ist der Tierarzt zuständig!). Wenn das Trimmen nicht fachgerecht durchgeführt wird, kann die Prozedur für das Tier sehr schmerzhaft werden und unter Umständen in Tierquälerei ausarten, wenn nämlich nicht nur die toten Haare – schmerzfrei! – entfernt werden, sondern lebende heraus gerissen werden. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Lenka alles Gute und hoffen, dass Sie Jemand finden, der trimmen kann. Mit freundlichen Grüßen,
Ihre WUFF-Redaktion



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Fragen Sie die Experten

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Beate Rösler und Marion Sondermeier.
Pflegespezialisten stehen für Fragen und Probleme von WUFF-Lesern in Sachen FELL- und HAUTPFLEGE zur Verfügung. Anfragen, ev. mit Foto Ihres Hundes, elektronisch an <strassmann@wuff.at> oder per Post in Österreich an WUFF, A-3034 Maria Anzbach und in Deutschland an WUFF, Nerongsallee 48, D-24939 Flensburg



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Tipps zur Fellpflege:
Der Foxterrier (Glatthaar und Drahthaar)
von Beate Rösler und Marion Sondermeier

Der Foxterrier wechselt sein Haarkleid zweimal im Jahr. Grundsätzlich sollten beide Arten regelmäßig gebürstet werden. Beim glatthaarigen Schlag gestaltet sich die Pflege etwas leichter. Man kann dem Fellwechsel nachhelfen, indem man den Hund mit einer Bürste gegen den Strich bürstet. Somit wird der Fellwechsel unterstützt. Zur täglichen Pflege reicht dann ein feuchtes Leder. Der drahthaarige Foxterrier allerdings sollte viermal im Jahr getrimmt werden. Das Trimmen setzt sich zusammen aus Grundtrimmen und Nachtrimmen.
Beim ersten Mal werden die toten Haare vollständig von Hand entfernt, und zwar zupft man sie mit den Fingern aus, wobei man auch ein so genanntes „Trimm-Messer“ benutzen kann. Diese Prozedur ist nicht schmerzhaft für den Hund, auch wenn es sich so anhört.
Die Grundkonturen lt. Rassestandard werden dabei ausgearbeitet.
Das Nachtrimmen erfolgt nach ca. 4 Wochen, wobei dann die Konturen nachgearbeitet werden.

Fehlermöglichkeiten
Wird der Fox zu früh (wenn das Haar noch nicht „reif“ ist) und/oder zu häufig getrimmt, dann leidet die Fellsubstanz. Ganz furchtbare Ergebnisse gibt es auch, wenn der Hund öfter mit der Schermaschine „bearbeitet“ wird. Die Farben „verwaschen“, das Fell wird grau und unter Umständen lockig. Wird der Drahthaar-Fox geschoren, kann es schnell zu Hauterkrankungen kommen, denn die Widerstandskraft der eigentlich harten Haare geht vollständig verloren. Somit führt man eher ein unansehnliches Schaf an der Leine und keinen Drahthaar-Foxie mehr.

Trimmen lassen – aber wo?
Bevor man seinen Foxterrier einem Hundesalon anvertraut, sollte man sich dort kundig machen, wie getrimmt wird, besser noch bei der ersten Sitzung dabei bleiben. Viele Salons behaupten zu trimmen, nehmen aber dann doch aus Zeitersparnis oder Bequemlichkeit die Schermaschine. Wird ordentlich getrimmt, dauert dieser Vorgang nämlich z.B. bei einem ausgewachsenen Foxterrier-Rüden ca. 4 Stunden. Zu bemerken ist noch, dass ein Fox nicht gebadet werden muss. Der Schmutz fällt beim Bürsten alleine aus dem Fell, da es selbstreinigend ist.

Ohrenpflege
Während es beim Glatthaar-Fox ausreicht, die Ohren mit einem feuchten Tuch zu reinigen, sollte man beim Drahthaar-Fox den Ohren mehr Beachtung schenken. Zu viele Haare im Ohr fördern Entzündungen. Diesen Problemen kann man vorbeugen, indem man die Haare aus den Ohren herauszupft. Das hat auch den Vorteil, dass sich dort kein Schmutz ansammelt.
Zahn- und Krallenpflege sind selbstverständlich.

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