Generalisierte progressive Retina Atrophie (gPRA) beim Kuvasz

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Seit mehreren Jahren gibt es die wissenschaftlich nachgewiesene Genetische Veränderung, „Generalisierte progressive Retina Atrophie (gPRA)" bei unseren Hunden. Sofern ein gPRA Testergebnis für den Kuvasz „affected" lautet, führt dieses kontinuierlich fortschreitende Augenleiden im Endstadium fast immer zur Erblindung. Viele Hunderassen wie z. B. Spaniel, Labrador, Collie, Setter, sind wie der Ungarischen Kuvasz von dieser tückischen Genetischen Erbkrankheit betroffen.

Seitens der Ruhr-Uni-Bochum, Humangenetik, gab und gibt es Forschungen um die Ursachen dieser Augenerkrankung herauszufinden. Des weiterem gibt es zu diesem Thema eine Dissertation der Frau Dr. Dekomien an der Ruhr-Uni-Bochum aus dem Jahre 2002. Aufbauend auf diese Forschungen konnte im August 2006 in den USA das Labor der Fa. Optigen beim Ungarischen Kuvasz einen direkten DNA Test entwickeln. Diese Art der direkten DNA Tests gibt seit längerem auch schon für andere Hunderassen, die von der g-PRA betroffen sind, derzeit ist der für den Kuvasz aber der neueste.

Die Kuvasz-Vereinigung-Deutschland e.V. – KVD, hat zwar als einer der ersten der 3 Kuvasz-Rassehunde-Vereine Ende 2006 eine informelle Seite nebst Aufruf zum gPRA Test ins Internet gestellt, so wie es andere Züchtervereine in Österreich, Schweiz und Deutschland für Ihre Rassehunde auch schon länger getan haben. Auch wenn alle 3 Kuvasz- Rassevereine KVD nebst Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V. – KfUH und die Kuvasz Freunde e.V. – KF z. Z. Informationen auf ihren Klubseiten anbieten, nicht jeder Hundebesitzer hat auch einen Internet Anschluss. Somit ist nicht unbedingt jedem Kuvasz Besitzer das Ausmaß dieser (Erb-) Krankheit hinreichend bekannt.

Bei den seit Dezember 2006 laufenden Untersuchungen der Rasse Kuvasz zeigt sich in den Ergebnissen, dass doch ein großer Teil der Hunde zumindest ein mutiertes Gen in sich tragen und somit sogenannte „CARRIER" = Trägertiere sind. Auch gibt es einige Tiere bei denen das Testergebnis leider „AFFECTED" lautet mit der verhängnisvollen Diagnose ggf. zu erblinden.

Bei der Rasse Kuvasz ist, wie bei anderen Hunderassen auch, nicht zwangsläufig jeder Hundebesitzer in einem Rasseklub und schaut auf deren Vereinsseiten. Die Zucht der Hunde erfolgt auch außerhalb eines Rasse-Hundeklubs und deren einschränkenden Vorschriften.

Somit wird nicht unbedingt bei diesen Verpaarungen außerhalb der Rasseklubs auf eine gPRA Augenuntersuchung und deren Ergebnis geachtet. Das gilt leider auch für das Ursprungsland des Kuvasz, nämlich Ungarn.

Dadurch besteht die große Gefahr, dass es zur weiteren Ausbreitung der Erbkrankheit gPRA kommt, da diese Hundebesitzer nicht auf die Seiten der Rassehundeklubs schauen und ihnen somit die Information über die Folgen dieser Generalisierten progressiven Retina Atrophie fehlt.

Sollten sich Mischlingshunde wie z. B. Kuvasz/Retriever, die übrigens genauso das Trägergen besitzen können, wie der reinrassige Kuvasz mit anderen Hunden unkontrolliert vermehren, kann es zu einer weiteren ungewollten Ausbreitung dieser Erkrankung kommen. Im günstigsten Fall (CLEAR + CLEAR) sind die Nachkommen ohne Trägergen, im 2. Fall (CLEAR + CARRIER) nur genetische Trägertiere ohne Gefahr zu erkranken, aber im ungünstigen Fall (CARRIER + CARRIER) = „AFFECTED Welpen" – die Folge davon wäre die Erblindung. Da die Mischlingshunde aber keinen Klub und leider selten eine Lobby haben, die sie mit Informationen versorgt, wäre es gerade für diese Hundebesitzer wichtig mehr über diese Krankheit zu erfahren. Bedauerlicherweise sind in Deutschland Information über die gPRA nur sehr spärlich zu erhalten.

Leider zeigen die derzeit laufenden Untersuchungen bei den Kuvasz Besitzern aber auch, dass mit den Daten der Elterntiere wie auch getesteten Hunden nicht immer offen umgegangen wird. Es zeigt sich immer wieder, dass Züchter teilweise doch recht „vorsichtig" mit der Veröffentlichung der Testergebnisse ihrer Hunde sind, besonders wenn sie nicht das Ergebnis „CLEAR" haben. Lediglich die Kuvaszzucht „von den großen Strolchen" mit Hunden die Gen-Träger (CARRIER) sind und der Zwinger "A Legjobb Barátom" wo es besonders schlimm ist, da eine Hündin ggf. erblinden wird, gehen derzeit völlig offen mit ihren nicht so erfreulichen Ergebnissen um.

Es ist besonders wichtig, dass möglichst viele Hunde getestet werden, damit die Krankheit möglichst schnell ausgerottet werden kann. Es wäre schade um die Rasse Kuvasz und generell um jeden Hund, der an gPRA erkranken würde, wenn durch Missachtung der gPRA Tatsachen noch blinde Hunde geboren würden.

Somit wäre es für viele Hundebesitzer äußerst wichtig, ausführliche Informationen über diese recht schwere Augenkrankheit zu erhalten. Besonders, da nicht nur Rassehunde sondern auch viele Mischlingshunde hiervon betroffen sind.

Michael Treude senior
30539 Hannover

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