Gib Laut – Leserbriefe WUFF 12/2017

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Hunde und Supermarkt
(Zum Thema „Hund vor dem Supermarkt anhängen“)
Vor vielen Geschäften kann man seinen Hund an diesen kleinen spiralförmigen offenen (!) Haken anleinen. Meist sitzt der Hund dann auch noch auf dem Lüftungsgitter, falls er dort überhaupt seine Pfoten daraufstellt. Wie bitte fixiere ich meinen Hund korrekt am Haken vor dem Supermarkt? Meiner Meinung nach sind diese offenen Haken völliger Unsinn, da eine Leine bei Bewegung des Hundes immer herausrutscht und der Hund frei auf der Straße eine nicht unbeachtliche Gefahrenquelle für Autos darstellt. Vielleicht wären geschlossene Ringe zum Befestigen der Leine eine Anregung für die Supermärkte. Geht es nur mir so? Warte gespannt auf Tipps.
Iris Wachter-Heiß

Motivation, nicht Bestechung
(Zum Editorial „Wo liegt das richtige Maß?“ in WUFF 11/2017)
Zu dem Thema kann man dicke Bücher schreiben. Hier die Kurzfassung: So viel Zwang wie nötig, so wenig wie möglich. Gewalt ist abzulehnen. Ob man den Hund nun mit Leckerlis, Spiel, Zuwendung (Streicheln, ­Stimme), einer Jagdsequenz oder ähnlichen ­Aktivitäten belohnt, hängt vom Hund und der ­Situation ab. Ich würde keine dieser Methoden verteufeln oder empfehlen. Wenn man sich mit seinem Hund beschäftigt, merkt man schnell, womit er sich am besten motivieren lässt. Ich würde hier auch nicht von „Bestechung“ oder „Bezahlen“ sprechen (wie im Interview S.52 ff.), sondern von Motivation. Warum soll der Hund nur gehorchen, weil ich als Chef es von ihm „einfordere“ (S.57)? Seien wir ehrlich: auch wir freuen uns über ein Lob für eine gute Leistung bzw. belohnen uns auch einmal selbst („das habe ich mir jetzt aber verdient“), oder etwa nicht?
Gisela Kürten

Auch intakte Rüden können gute Freunde sein
(Zum Artikel „Kastration – bequem, aber für wen?“ in WUFF 11/2017)
Ein kontroverses Thema! Als vor 20 Jahren unsere erste Hündin einzog, das Cockermädchen Frizzi, war ich mir sicher: Die wird (nach der ersten Läufig­keit) kastriert! Schließlich kannte ich das von unseren Katzen nicht anders. Pünktlich zu ihrem ersten Geburtstag wurde sie erstmals läufig und man sollte die Mitte zwischen zwei Läufigkeiten abwarten.Das dauerte, sie wurde Zeit ihres 14-jährigen Lebens nur einmal im Jahr läufig. Mit 8 bzw. 11 Jahren mussten ihr wegen Krebs die Milch­leisten entfernt werden. Sechs Jahre später kam Irish Setter Giulio aus dem Tierschutz dazu, er wurde nach sechs Monaten kastriert, weil er derart hinter den Damen her war, dass es nicht auszuhalten war. Die mussten noch nicht mal läufig sein! Das einzige Problem danach: Er wurde von manchen intakten Rüden bestiegen. Giulio wurde über 15 Jahre alt, war fast bis zum Schluss lebhaft, verspielt, schlank und ein großer Jäger. Heute haben wir zwei ­intakte Rüden, Welsh ­Springer ­Spaniel Charlie (6 Jahre) und Golden Retriever Beppo (4 Jahre). Sie vertragen sich hervorragend und die Damenwelt ist zwar interessant, aber nicht so, dass sie nur noch an das „Eine“ denken. Es gibt schon auch Auseinandersetzungen mit anderen Hundejungs, im Großen und Ganzen hält sich das aber im Rahmen. Diese Diskussion gibt es aber erstaunlicherweise bei Katzen nicht!
Karin Diller

Gute Bindung – keine Leckerlis …
(Zum Artikel “Pro und Kontra Leckerli-Training” in WUFF 11/2017)
Ich habe meine ersten zwei Hunde ohne Leckerlis erzogen. Damals war von Leckerlis noch keine Rede. Bei meiner vorigen Hündin Leni habe ich manchmal Leckerlis gebraucht, weil sie sehr eigen war. Jetzt habe ich seit fünf Jahren eine ungarische Straßenhündin. Mini war 3 Jahre alt, als ich sie bekommen habe, und sehr, sehr ängstlich. Die Erziehung musste wie bei einem Welpen beginnen. Für mich waren Leckerlis für sie kein Thema. Mit sehr viel Lob und Streicheleinheiten und Vertrauen hat sie Leckerlis nicht gebraucht. Mir ist es halt lieber, mein Hund kommt, schaut mir in die Augen und kommt zu mir, weil er mich mag, und nicht, weil er Leckerlis möchte. Ich kann verstehen, dass es beim Sport oder bei der Erziehung mit Leckerlis für manche Leute schneller funktioniert, und das verurteile ich natürlich nicht. Aber man könnte es auch ohne Leckerlis mal versuchen.
Biggi Kases

Hundefreundlicher Polizist „vor den Vorhang“
(Zum Thema „Hundefreundliche Polizei“)
Vor einigen Wochen irrte eine Schäferhündin auf der B 54 auf der Fahrbahn herum. Nachdem wir anhielten und die verstörte Hündin einfingen, folgte als Erstes ein Anruf bei der Polizei in Hartberg. Ein sehr engagierter Polizei­beamter machte sich daraufhin sofort auf den Weg nach Grafendorf. Leider wurde durch das Chiplesegerät kein Chip gefunden, sodass sich der Polizeibeamte bei sämtlichen umliegenden Häusern erkundigte, ob die Hündin jemandem bekannt sei. Leider ohne Erfolg. So brachten wir die Hündin zur Polizeistation nach Hartberg und als Ausweg blieb leider nur, die Tierrettung anzurufen. Der nette Polizei­beamte versprach, dass er sich in der Zwischenzeit um die Hündin kümmern würde. So viel Tierfreundlichkeit gehört hervorgehoben! In der heutigen Zeit ist es nicht so selbstverständlich, dass sich die Ordnungshüter für ein Tier so ein­setzen. Bravo und danke dafür!
Edith Stefanits
Anm. der Redaktion: Der Halter konnte wenig später ausfindig gemacht werden.

Artikel über Welpenhandel hat mich schockiert
(Zum Artikel “Die Welpenmafia” in WUFF 11/2017)
Auf genau diesen Artikel habe ich schon lange gewartet! Obwohl man denken sollte, die Menschen sind in der heutigen Zeit (Internet) aufgeklärt, boomt der Handel mit Hundewelpen noch immer. Einerseits hatte ich Angst vor diesem Artikel, weil ich solche traurigen Fotos einfach nicht sehen kann, andererseits war ich gespannt darauf. Danke, dass Sie „erträgliche“ Fotos gebracht haben, die zwar auch die Situation dieser armen Hunde aufzeigen, aber einem nicht zum Wegschauen zwingen. Aber gut, Menschen essen auch Nutztiere aus schrecklicher Haltung. Warum sollten Menschen nicht auch Welpen von ausgebeuteten „Nutzhunden“ kaufen? Vielleicht erwarte ich mir einfach zu viel von den Menschen und bin schlichtweg zu sensibel für diese Welt. Traurig …
Silke Weing

Pdf zu diesem Artikel: leserbriefe_12_2017

 

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