Gib Laut – Leserbriefe WUFF 4/2018

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Ist Hundekot-Wegräumen so schwierig?
(Zum Thema „Hinterlassenschaften seines Hundes ­wegräumen“)

Mir ist es einfach ein Bedürfnis, mein Erlebnis mit Ihnen zu teilen, weil ich immer wieder erstaunt über solche Gespräche bin: Heute beim Walken (ohne meine Hündin Nola, weil sie mit 14 nicht mehr mit kann) ergab sich folgendes Gespräch mit einer Frau (um die 50) mit großem Hund:
Ich: Entschuldigung, ich führe gerade eine Umfrage zum Thema Hunde durch. Darf ich Ihnen ein paar kurze Fragen stellen?
Sie: Ja.
Ich: Ist das Ihr Hund? Wie alt ist er und seit wann haben Sie ihn?
Sie: Ja, mein Hund, 4,5 Jahre und ich habe ihn, seit er ein Welpe war.
Ich: Sie wissen, dass es ein Gesetz gibt, das dazu verpflichtet, den Hundekot wegzuräumen?
Sie: Ja.
Ich: Wieso haben Sie dann vorher den Kot liegen lassen?
Sie: Nein, hab‘ ich nicht.
Ich: Doch, ich bin ja hinter Ihnen gegangen und Ihr Hund hat vor Ihnen am Grünstreifen direkt am Weg gemacht.
Sie: Das hab‘ ich nicht gesehen. Und ich hab‘ immer nur EIN Sackerl (= österreichisch für Tüte) mit und die Stadt Linz ist schuld, weil sie keine Sackerlspender aufstellen und keine Mistkübel. Ich zahle ja Hundesteuer. Außerdem, die anderen machen das auch so.
Ich: Sie wissen aber schon, dass es unhygienisch ist, Krankheiten übertragen werden können und es Sackerlrollen mit mehreren Stücken gibt? Außerdem gibt es auf der Donaulände wirklich viele Mistkübel.
Sie: Die Sackerl kosten Geld und ich mag nicht das Sackerl so weit tragen …

Weder die Stadt noch das Land ist verantwortlich. Der Hundebesitzer hat die Verantwortung seinem Hund, den anderen Hunden und seinen Mitmenschen gegenüber. Wenn ich mir die Kot-Sackerl nicht kaufen möchte, darf ich mir keinen Hund zulegen! Und nur weil viele etwas machen, was falsch ist, gibt es mir nicht das Recht ebenso zu handeln. Leider werden das vermutlich kaum Leute lesen, die so handeln. Die meisten, die das lesen, werden vermutlich brav wegräumen. Aber wenn ich mich in unserer Siedlung umsehe, gibt es sehr viele, die gerade im Winter im Schutz der Dunkelheit nichts wegräumen. Was bleibt ist, trotzdem weiterhin als gutes Beispiel voranzugehen und nicht genauso zu handeln, nur weil viele so handeln …
Barbara Fellner

Hunde als Fleisch-Spezialität
(Zum Thema „Hunde als Fleisch-Spezialität“)

Gandhi sagte einmal „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.“ Nach wie vor werden in asiatischen Ländern Millionen von Hunden getötet und als Fleischspezialität verkauft. Wir dürfen weder Augen, Ohren noch unsere Herzen verschließen. Über diese Gräueltaten, die an den wehrlosen Kreaturen vorgenommen werden, müssen auch Sie ganz persönlich orientiert sein. Bitte helfen Sie uns mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen und unterstützen Sie unser diesjähriges Projekt. Jede kleine Spende kann helfen und unser Konto ist transparent und jederzeit einsehbar auf unserer Seite. Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.noelleandmanuelaforthevoiceless.com
Manuela Wernli

Am Rande von Ausstellungen …
(Zum Artikel „Am Rande von Hundeausstellungen zeigt sich der falsche Ehrgeiz …“ in WUFF 2/2018)

Vielen Dank für den guten und wichtigen Artikel über Probleme bei Hundeausstellungen von M. Pisacane. Wir waren einige Jahre lang selbst oft auf Ausstellungen, auch als Teilnehmer, und haben leider immer wieder beobachtet, dass dieses Verhalten von Hundebesitzern von den Richtern nicht nur toleriert wurde, sondern sogar indirekt noch gefördert wurde! Wir haben in all den Jahren nur 2 Richter erlebt, die einen respektvollen Umgang mit den Hunden vorgelebt haben und auch die Halter freundlich behandelt haben! Auch das ist – oder war (unsere letzte Ausstellung liegt gut 6 Jahre zurück) nämlich ein großes Problem: Richter, die den Hundebesitzer schon beim ersten Betreten des Ringes unfreundlich oder gar nicht begrüßt haben und auch im weiteren Verlauf unfreundlich blieben; und immer wieder Richter, die die ohnehin schon gestressten Hunde ohne mit ihnen zu sprechen in einer Ecke einklemmten, grob am Kopf packten und „überfallartig“ versuchten, das Maul zur Zahnkontrolle zu öffnen. Und Richter, die sich abfällig bis verächtlich über Hunde äußerten, die ihnen nicht gefallen haben.

Auch haben wir oft qualvolle Enge dort erlebt, Teilnehmer mussten mit ihren Hunden im Gedränge von Besuchern und Ausstellern warten, bis sie an die Reihe kamen und dazu kam noch Musikbeschallung aus riesigen Lautsprechern in einer Lautstärke, die selbst für menschliche Ohren kaum zu ertragen war (mehrfach erlebt auf der IHA München). Sieht so ein respektvoller Umgang mit Hunden aus? Gar nicht zu reden von den Richtern, die Hunde aus Qualzuchten, die kaum normal laufen oder atmen können, zu Siegern küren! Ich finde, Richter und Veranstalter sollten sich vorbildhaft verhalten!

Anbei zwei selbst erlebte Beispiele:
Eine Frau, die vor uns dran war, wurde vom Richter angepflaumt, weil sie ihren Hund nicht gestylt hatte – sie hatte ihn „nur“ normal gebürstet. Die Frau antwortete etwas in der Art, dass ein Hund doch keine Schaufensterpuppe sei. Sie bekam Punktabzug wegen „schlechter“ Präsentation des Hundes!

Mein Freund ging mit seiner Langhaar-Schäferhündin in den Ring und die Hündin wurde vom Richter sofort wie oben beschrieben grob behandelt. Sie konnte sich ihm entwinden, und als er erneut versuchte sie zu packen, knurrte sie ihn an, blieb aber ansonsten friedlich. Kommentar des Richters: „Das soll ein Schäferhund sein, der hat ja viel zu wenig Aggression.“ Die Strafe folgte auf der Pfote – der nächste Hund im Ring war nicht so friedlich und hat den Richter dann gebissen. Die Reaktionen der umstehenden Leute waren recht schadenfroh …
Marita Weiler

Pdf zu diesem Artikel: leserbriefe_0418

 

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