Gib Laut – Leserbriefe WUFF 5/2018

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Tierschutz in Schieflage?
(Zum Artikel „Hund aus dem Tierschutz nehmen – Warum eigentlich?“ in WUFF 4/2018)

Mit großem Interesse habe ich den Artikel von Ihnen gelesen. Ich kann Ihnen leider nur zustimmen. Anno 2010 ist es mir genauso ergangen wie Ihnen. Ich hatte auch eine Traumhündin gefunden bei genau dieser Tierschutz-Organisation. Genau dieselbe Dame hat auch mir einen Korb erteilt! Auch ich hätte dem Hund eine Begleitung an meiner Seite für 24 Stunden am Tag bieten können. Ich bin selbstständig und immer an der frischen Luft tätig, ein besseres Leben kann ich mir kaum vorstellen für einen Hund! Anstatt sich zu freuen, dass jemand einem Hund genau solch eine Lebenssituation geben kann wurde ich gefragt, ob ich acht Tage dort wohnen könnte um sicherzustellen, dass wir auch zueinander passen. Daraufhin meine Antwort: „Ich bin selbstständig und kann es mir nicht leisten, den Betrieb für eine Woche alleine zu lassen!“

Gerne wäre ich für einen Tag die 400 oder 600 km gefahren, eine Nacht geblieben, um dann festzustellen und zu prüfen, ob wir zueinander passen. Das schien aber alles nicht zu gehen aus der Sicht der Frau M. Somit habe ich meinen Plan, einen Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz zu holen, aufgegeben. Auch in den Tierheimen hatte ich kein Glück. Wenn ich mitgeteilt habe, dass ich bereits einen Hund (dieser Rasse) zu Hause habe, dann wurde es rigoros abgelehnt einen „SoKa“ herauszugeben. Ich habe dann fleißig Inserate studiert und konnte einem zwölf Wochen alten Welpen ein neues Zuhause geben. Auch dieser kleine Wurm hatte schon einiges hinter sich, denn er war ein Produkt aus Polen, das nach Deutschland an einen Vermittler gegeben wurde. Von dort kam der kleine Hund in eine Familie im dritten Stock mit einem Baby. Gottseidank haben diese Leute schnell bemerkt, dass dies nicht die idealen Voraussetzungen für diesen Welpen sind. Somit hat es meine kleine Eyra doch noch ganz gut getroffen …
Tertu W.

Nicht aufgeben!
(Zum Artikel „Hund aus dem Tierschutz nehmen – Warum eigentlich?“ in WUFF

Ja,warum eigentlich? Ich habe vor Jahren bei einer Boxernothilfe ähnliche Erfahrungen gemacht. Es gibt kleinere Vereine, die Listenhunde vermitteln mit weniger Überheblichkeit und mehr gesundem Menschenverstand. Geben Sie die Suche nicht auf. Diese Hunde verdienen eine zweite Chance. Allerdings habe ich gelernt, seit ich Hunden aus dem Tierschutz ein Zuhause biete: Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen. Viel Glück bei der Auswahl Ihres nächsten Hundes.
Elke Mur

Zughalsbänder in WUFF?
(Zum Thema „Zughalsbänder versus Brustgeschirre“)

Seit Jahren hab‘ ich die WUFF abonniert – übrigens die einzige Zeitung, die ich überhaupt jemals abonniert habe. Ich denke, das bringt zum Ausdruck, wie sehr ich, jedenfalls bisher, die Mehrzahl der Artikel schätzte. Nicht jeder Artikel oder jeder Autor findet meine ungeteilte Zustimmung – das wird sicherlich auch vielen anderen Lesern so gehen. Aber nun ist für mich ein Punkt erreicht, an dem ich mich zu Wort melden muss! Ihr Titelbild der Ausgabe 3/2018 hat mich mehr als wütend gemacht! Bilder vermitteln ohne Worte eine Meinung und dienen so, d.h. unausgesprochen und unbemerkt, und daher auch so unheimlich gefährlich, als Meinungs- und Ansichtenvermittlung. Es ist erschreckend, wie oft ich in letzter Zeit in Ihrer Fachzeitschrift (!) Bilder von Hunden sehe, die am Halsband und Zughalsband (mit und ohne Stopp) geführt werden! Und das, wo es mittlerweile erwiesen ist, dass das Führen und Einwirken am Halsband unzählige negative und gesundheitliche Schäden zur Folge hat. Sogar die WUFF hat darüber schon geschrieben und so muss ich dies hier nicht erneut aufzählen. Mein Unverständnis über die Verwendung solcher Fotos (und über immer mehr WUFF-Artikel), die indirekt das Verwenden von Halsbändern weiterhin tolerieren, ist unbeschreiblich groß! Wo bleibt ein deutliches Statement pro (gut passendes) Brustgeschirr? Ich frage mich mittlerweile, ob WUFF inhaltlich für mich noch vertretbar, lesenswert und empfehlenswert ist.
Claudia Fraefel

Anm. der Redaktion: WUFF lehnt Halsbänder nicht grundsätzlich ab. Ein richtig eingesetztes Halsband (z.B. wenn ein Hund nicht zieht oder ohne Leine geht) hat ebenso seine Daseinsberechtigung wie ein Brustgeschirr. WUFF ist gegen Extreme, egal in welche Richtung, sondern für einen sorgsamen Umgang mit dem Hund – egal ob mit Halsband oder Brustgeschirr. Im Übrigen werden in WUFF keine Bilder von Hunden, die am Zughalsband ohne Stopp geführt werden, abgebildet und selbstverständlich auch keine Hunde mit Kettenhalsbändern oder gar Stachelhalsbändern.

Abschied von Bruno
(Zum Artikel „Wenn die Zeit gekommen ist“ in WUFF 4/2018)

Mit großer Anteilnahme habe ich Ihren Nachruf auf Bruno gelesen. Natürlich werden da Erinnerungen wach an Yellow, die Neufundländerhündin, die ich mit zehn Jahren wegen Leishmaniose, die man damals in unseren Breiten fast noch nicht kannte, gehen lassen musste, und an Ilvy, die Landseerhündin, die ich in den letzten Monaten ihres 12-jährigen Lebens mit ihren gut 50 Kilo ins Auto hinein- und aus dem Auto herausheben musste. Auch ich habe erlebt, wie einem der Hund dann letztlich signalisiert, dass es so weit ist – was einem die Entscheidung auch nicht erleichtert …

Wie ich mir nach dem Lesen Ihres Nachrufs ganz diskret die Tränen abgewischt habe, hat mich mein knapp eineinhalbjähriger Eurasierrüde Pauli ganz ernst und ungewöhnlich ruhig angeschaut … (anbei ein Foto von ihm). Seien Sie gewiss, Sie haben richtig gehandelt und das Bestmögliche getan! Ich wünsche Ihnen bald einen neuen vierbeinigen Gefährten.
Mag. Peter Praschl

Pdf zu diesem Artikel: leserbriefe_0518

 

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