Gib Laut – Leserbriefe WUFF 7/2017

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„Das hat er noch nie getan“ kommt meist nach „Der tut nix“ …
(Zum Artikel „Ist der Tut-Nix-Hund der Gutmensch unter den Caniden?“ in WUFF 5/2017, S. 48 f)

Wenn ich diesen Bericht lese, muss ich mich wirklich nicht wundern, warum wir Hundehalter bei unseren Mitmenschen keine gute Lobby mehr haben. Ich bin selber seit fast 20 Jahren stolze Halterin von Langhaarschäferhunden, die auch sehr gut sozialisiert sind, aber trotzdem von mir so ausgebildet wurden, dass sie nicht zu jedem sich nähernden Vierbeiner losstürmen. In meinen Augen ist diese „Der-tut-Nix“-Fraktion lediglich ein Pseudonym für mangelnden Gehorsam. Es hat was mit Respekt und Rücksichtnahme zu tun, dass ich meinen Hund dahingehend erziehe, dass er erst einmal zu mir zurück kommt, und wenn ich ihn dann frei­gebe, spricht nichts gegen eine „kontrollierte“ Kontaktauf­nahme. Mein Hund muss nicht mit jedem Hund in Kontakt treten, damit er ein ausgeglichenes Wesen hat …
Ich stürme in der Stadt auch nicht auf jeden fremden Mit­menschen zu und meine, diesen umarmen oder ansprechen zu müssen, und trotzdem (man soll es nicht glauben) bin ich ein sehr kontaktfreudiger, ausgeglichener Mensch. Dahin­gehend finde ich den Vergleich, dass sich ein Mensch auch nicht an weniger sozialisierte Menschen anpassen sollte, absolut daneben. Ich erlebe immer wieder, dass entgegen­kommende Hundehalter mir zurufen „DER TUT NIX“, ja richtig, der „TUT“ noch nicht einmal hören, denn wenn dann der verzweifelte Versuch gestartet wird, den geliebten Vierbeiner abzurufen – tja – leider fehlgeschlagen!
Das Leben könnte so einfach sein, wenn jeder ein wenig mehr auf seine Mitmenschen achten würde. Was spricht dagegen, den Hund erst einmal zu sich zu rufen und dann (aber erst dann!!), wenn man geklärt hat, dass der andere Hundehalter damit ­einverstanden ist, können die Vierbeiner ­Kontakt aufnehmen. Das setzt natürlich einen zuverlässigen Gehorsam voraus! Viele Kleinhundehalter haben schlichtweg Angst vor großen Hunden, und da hilft es wenig, wenn der andere Hunde­halter ruft „der tut nix“, denn das sagen ALLE, und wenn dann doch mal etwas passiert … „das hat er noch nie getan“! „Ja nee, is klar“ würde hier Atze Schröder sagen!
Ich werde auch weiterhin meine Hunde zurückrufen. Wie oft habe ich ein Dankeschön dafür bekommen, und was gibt es Schöneres, als nur positiv mit seinem geliebten Vierbeiner aufzufallen.
Michaela aus Köln

Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen
(Zum Artikel „Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen“ in WUFF 6/2017, S. 38 f)

Ich habe den Artikel „Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen“ gelesen und bin echt begeistert, dass Frau Hobelsberger den Mut hatte, sich von ihrer Hündin zu trennen und das auch öffentlich macht. Ich habe ja schon oft Leuten ge­­raten, den Hund wegzugeben, wenn ich gemerkt habe, dass die Chemie zwischen Hundehalter und Hund nicht stimmt. Und ich habe dann fast immer Recht gehabt. Der Hund war dann bei den neuen Haltern glücklich, folgsam und hat sich total zum Positiven verändert. Man muss sich nicht schämen, wenn man mit einem Hund überhaupt nicht zurechtkommt. Dann ist oft ein Halterwechsel die beste Lösung. Hut ab vor Frau Hobelsberger!
Biggi Kases

Ich möchte mich sehr herzlich für die Veröffentlichung ­meines Artikels „Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen“ im Heft 6/2017 bedanken. Es ist nicht üblich, Hundegeschichten ohne Happy-End in den anderen Hundemagazinen veröffentlicht zu sehen. Auch das ist ein weiterer Grund, warum WUFF so einzigartig ist. ­Vielen Dank und bleiben Sie Ihrer Blattlinie treu.
Karin Hobelsberger

Muslime und Hunde
(Zum Artikel „Muslime und Hunde – Eine ambivalente ­Beziehung“ in WUFF 4/2017, S. 10 ff)

Meine Familie stammt aus dem Iran. Ich lebe in Österreich und halte vier kleine Hunde. Meine Großeltern hatten in ­Teheran jahrelang immer mindestens einen Hund. Leider ist es so, dass blinde Religiosität oft mit Bildungsschwäche einhergeht. Das war im christlichen europäischen Mittel­alter genau so. Soweit ich weiß hatten Hunde damals in etwa den gleichen Stellenwert wie heute bei den Muslimen. ­Hunde waren schmutzig und Tiere des Teufels. Das gehört zum Glück der Vergangenheit an und der Weg bis hier hin, wo wir jetzt stehen, war lang genug.

Obwohl der Hund seit Jahrtausenden mit dem Menschen zusammenlebt, erforschen, begreifen und verstehen wir ­Vieles erst seit den letzten paar Jahrzehnten. Eigentlich eine ­Schande. Aber besser spät als nie. Ich finde es ehrlich gesagt sehr schlimm, dass sich Österreicher und Deutsche jetzt überhaupt mit dieser Thematik befassen müssen, die Zuwanderer zu verstehen! Denn eigentlich sollte es umgekehrt sein! Die Zuwanderer werden lernen müssen, damit umzugehen, dass hier Hunde einen sehr großen Stellenwert im Leben der ­Menschen haben. Denn vom ewigen „… bleibt uns vor allem erst einmal Verständnis zu zeigen“ wird sich nichts verbessern und wird auch kein Verständnis der anderen Seite hervorgebracht.

Vielleicht wäre es gar keine schlechte Idee, Magazine wie WUFF mehr unter die Menschen zu bringen und/oder auch ältere Ausgaben dort zu verteilen, wo sich sogenannte „Brennpunkte“ befinden. Gerade die vielen jungen muslimischen Menschen, die jetzt in unsere Länder gekommen sind, können aufgeklärt werden. Nichts ist so effektiv gegen Langeweile wie lesen – oder sich zumindest die Bilder anzusehen, wenn’s mit dem Sprachverständnis noch nicht so klappt. Inshalla!
Ria Foroutan

Pdf zu diesem Artikel: leserbriefe_07_2017

 

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