Gib Laut – Leserbriefe WUFF 9/2018

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Ein Hundefriseur meldet sich zu Wort
(Zum Leserbrief „Mangel an professionellen Hundefriseuren?“ in WUFF 8/18)

Nur um die Rasse der Frau P. herzunehmen (Anm. d. Red.: ein Tibet Terrier). Ihr Hund besteht nicht nur aus Unterwolle, die nicht geschnitten werden soll, sondern besitzt auch Deckhaar! Dass ein Hund zu verfilzen droht, liegt nicht am Hundefriseur, sondern am Besitzer, der den Hund nicht kämmt. Wenn man weiß, dass ein guter Hundefriseur Wartezeiten hat, sollte man sich darauf einstellen und frühzeitig Termine vereinbaren und nicht dem Hundefriseur die Schuld daran geben, dass man warten muss! Auch der viel zitierte Galgen ist ein Thema, wo es einem Hundefriseur sauer aufstößt! Der „Galgen“ – genauer gesagt Haltevorrichtung – dient zum Schutz und zur Sicherheit des Hundes! Die Haltevorrichtung dient nicht dazu, den Hund aufzuhängen, sondern anzuhängen, was ein großer Unterschied ist. Ein Hund, der vom Tisch springt und sich vielleicht ein Bein bricht oder den Rücken verrenkt, ist keine gute Werbung für einen Groomer! Thema Fönbox. Es gibt zum Beispiel Infrarot Fönboxen mit leichter Luft. Diese sind extrem ruhig und werden für nervöse, ängstliche oder alte, kranke Hunde verwendet. Die Haare sollten bei einem Tibet Terrier auch nicht über die Augen hängen. Ein Tibet Terrier hat keine anderen Augen als jeder andere Hund, sondern er verlernt das Sehen! Wie jedes Organ, das nicht benutzt wird, stellt auch das Auge mit der Zeit seine Funktion ein. Der Hund verlernt zu schauen und erblindet. Nicht umsonst müssen Menschen, die lange Zeit im Dunklen verbracht haben, spezielle Sonnenbrillen tragen. Ein Besuch bei einem Hundefriseur ersetzt auch nicht das weitere Bürsten durch den Besitzer! Ich würde bitten, bevor man das Wort „Seriös“ in den Mund nimmt, auch seriös zu recherchieren, was ein/mein Hund benötigt. Vielleicht wäre es der WUFF-Redaktion wert, einige Hundefriseure zu besuchen und darüber einen Artikel zu verfassen.
Wolfgang Zelger,
Hundesalon Bellness Oase

Kahlköpfig, tätowiert und keinen Pit Bull …
(Zum Porträt „Der Pit Bull Terrier“ in WUFF 7/2018)

Das letzte Heft war wieder einmal sehr informativ. Allerdings musste ich bei dem Rasseporträt über den Pit Bull schmunzeln. Ihr appelliert an die Leute, sich bei diesem Hund nicht vom Äußeren täuschen zu lassen, weil das Wesen dieser Hunde im Grunde sehr liebenswert sei, schreibt aber einige Zeilen weiter, dass sich leider „ein bestimmter Personenkreis“ so eine Rasse nimmt, und weiter: „Oder haben Sie schon einmal einen kahlköpfigen, Tarnflecken-Hosen tragenden Menschen mit Pudel gesehen?“. Somit widersprecht Ihr Eurem gerichteten Appell selber, indem Ihr aufs Äußere eines Menschen reduziert! Zu Eurer Frage, ob ich schon einmal einen kahlklöpfigen Tarnflecken-Hosen tragenden Menschen mit Pudel gesehen habe: Mit Pudel nicht, aber mit Prager Rattler und anderen Kleinhunden. Mein Mann ist kahlköpfig, tätowiert, trägt mit Vorliebe Tarnhosen, weil sie bequem sind. Trotzdem hat er einen akademischen Titel, einen sehr gut bezahlten Job, er sorgt liebevoll für uns, er liebt unsere Hunde und ist sich nicht zu schade mit unserem winzigen 2-Kilo Prager Rattler vor allen Leuten spazieren zu gehen. Ein richtiger Mann braucht keinen Hund, um sein Ego aufzupushen! Mein Mann ist, so könnte man sagen, der Pit Bull unter den Männern: Von Menschen aufs Optische reduziert und zu Unrecht mit vorschnellen Vorurteilen belegt 😉
Ria Kubik

Kopfschütteln über Bioresonanz
(Zum Artikel „Bioresonanz – Alles im (Un)gleichgewicht?“ in WUFF 8/2018)

Mit Kopfschütteln habe ich Ihren Artikel über die Bioresonanz-Therapie gelesen. Über alternative Diagnose- und Heilverfahren kann man tatsächlich (wie Sie es schreiben) manchmal geteilter Meinung sein. Im Falle der Bioresonanz steht aber ganz klar fest: Das ist Scharlatanerie vom Feinsten, gepaart mit scheinbar moderner Technik. Hier gilt sicher nicht der Satz „Wer heilt, hat Recht“. Die Methode gaukelt in höchst unredlicher, wenn nicht gar betrügerischer Absicht mit einem diffusen pseudo-wissenschaftlichen Geschwätz eine Kausalität vor, die jeder einigermaßen aufgeklärte und informierte Mensch schlicht als Quatsch entlarven muss. Wie können Sie als integere Journalisten für solch eine Abzocke-Industrie auch noch Werbung machen? Denn dies sind die diversen „Erfahrungsberichte“, die Sie in Ihrem Artikel aufführen. Bei diesen Erfahrungsberichten wird „Korrelation“ mit „Kausalität“ verwechselt. Dies ist leider häufig der Fall bei Laien im medizinischen Bereich. Zudem sollte die Nähe der Bioresonanz zu den Scientologen zu bedenken geben.

Es könnte an dieser Stelle eine ausufernde Analyse der Absurditäten dieser Methode folgen. Ein wichtiges Indiz für unredliches Handeln ist immer Folgendes: Wenn es reicht, an 4 Wochenenden (siehe Ihr Artikel) diese Methode zu erlernen, mit der man fast alles diagnostizieren und heilen kann, kann wahrlich daran gezweifelt werden. Ist ja auch einfacher als 5 Jahre Tier-/Medizin zu studieren. Schlussendlich bleibt es ja jedem selbst überlassen, welchen Unsinn er treibt und ob er dafür sein Geld ausgeben will. Aber ein seriöser Journalismus sollte diesen Aberglauben nicht auch noch unterstützen. Wenn Sie eine wirkliche Alternative zur Schulmedizin vorstellen möchten, empfehle ich einen Artikel über Phytotherapie zu schreiben. Bei all dem Hokuspokus der Tierheilpraktik ist dies ein sehr stark vernachlässigter Therapieansatz, der im Übrigen durch unzählige Studien auch in seiner Wirkung belegt ist. Das Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe der Universität Wien kann Ihnen hierbei sicher helfen (http://www.vetmeduni.ac.at/tierernaehrung/infoservice/buchtipps/)
Jana Sobo

Pdf zu diesem Artikel: leserbriefe_0918

 

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