Gib Laut – Leserbriefe WUFF 9/2017

0
1051

Longieren – hervor­ragende Beschäftigungsmöglichkeit
(Zum Artikel „Longieren“ in WUFF 7/2017, S. 50 ff)
Eine Freundin erzählte mir kürzlich, dass sie mit ihrem jungen Hund Longieren lernt. Ich war erstaunt, das kannte ich nur aus dem Pferdesport. Ehrlich gesagt tat mir der Hund ein bisschen leid. An einer Leine im Kreis herum geführt zu werden, klang für mich weder nach Spaß, noch nach Spannung. Für einen jungen, ausgelassenen Hund eine stupide Beschäftigung – dachte ich. Dank der Autoren Susanne Bock und Michael Stephan weiß ich es nun besser. Longieren ist eine hervorragende Möglichkeit, die Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu verfeinern. Einleuchtend, dass ein Hund, der ja fast ausschließlich mit seinem Körper kommuniziert, diese Form der Gesprächsführung mit seinem Menschen gerne annimmt. Durch das Longieren einen Zugriff auf die Triebebene des Hundes zu erlangen, ist nur einer von vielen Vorteilen und für mich das ausschlaggebende Argument dafür, mich nun auch in meiner Umgebung nach einem solchen Angebot umzuhören. Den beiden Autoren, die selbst Hundetrainer sind, ganz herzlichen Dank für diesen tollen und informativen Artikel. Mein Riesenschnauzer ist erst drei Monate alt. Wann werde ich mit dem Training beginnen können?
Liebe Grüße aus Köln, ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe der WUFF!
Katharina Kopps

Antwort der Autoren: Longieren ist individuell auf jedes Lebensalter des Hundes einstellbar, sodass es mit jedem Hund, egal welchen Alters, machbar ist. Solange der Welpe sich gut bei Ihnen eingelebt hat, fit und gesund ist, kann man Longieren auch schon ab dem 3. Lebensmonat starten. Der Aufbau muss dann nur welpengerecht angepasst werden – da ist die Kompetenz Ihres Trainers gefragt.

Amys Pieselproblem …
(Zum Artikel „Rücksichtsvoll am Badesee“ in WUFF 8/2017, S. 14 ff)
Wir haben eine wirklich gut ­erzogene 14 Monate alte Labrador-Hündin und so gibt es fast keine Probleme mit dem Hund am Wasser. Amy stürmt nicht einfach los und rennt dann über ­fremde Decken oder ver­teidigt das Revier, nein, Amy pieselt in das ­Wasser. Das erste Mal war es in ­Kroatien 2016, da war Amy ein halbes Jahr alt, und nach der langen Fahrt, die Amy mehr oder weniger verschlafen hatte, waren wir ­natürlich das ­erste Mal am Strand. ­Erstes Schnuppern, dann Wellen ­a­n­­bellen, die erste Pfote rein, die ­zweite Pfote usw. Dann rannte sie durch das flache Wasser, dass es nur so eine Freude war. Ja und dann, dann hockte sich Amy hin, entspannte sich und ließ es laufen. Solange keiner etwas mit­bekommt, ist ja alles ok, aber wenn es einer mit­bekommt, was dann?
Die zweite lustige Begebenheit war in Niederbayern. Wir gingen mit Amy spazieren und an dem Tag war es schon richtig warm. Dann sahen wir zwei Wanderer in einem Kneippbecken sich die Beine abkühlen. Beim zu­­schauen merkten wir nicht, dass die Leine zu lang war, und Amy gesellte sich zu den Wanderern und pieselte erst mal in das Kneippbecken. Natürlich war es lustig, als die Urlauber aus dem Becken ­sprangen und Amy der neue Eigentümer war, aber die Urlauber sahen das bestimmt anders. Der Höhepunkt ist, dass Amy das auch beim Schwimmen machen kann.

Im Internet wurde natürlich gegoogelt, und so oft scheint das wirklich nicht vorzukommen, dass ein Hund ins Meer oder in den See pieselt. Viele „Hunde­erfahrene“ meinen auch „Das ist nicht normal“. Ich selber sehe das gelassen. Kleine Kinder finden das auch toll. ­Wasser hat halt eine entspannende ­Wirkung auf unseren Körper. Warum soll es den Hunden nicht auch so gehen. Wie viele Menschen pieseln bewusst in den See oder in das Meer? Fällt mir ­leider immer wieder auf, dass es nirgendwo Toiletten gibt, und dann fragt man sich natürlich schon, wo sich der eine oder andere Badegast in den letzten 5 Stunden erleichtert hat bei all dem vielen Trinken und der großen Hitze …

Vielleicht regt das noch einmal zur Diskussion an. P.S.: Eure Zeitung ist inhaltlich wirklich toll. Danke für all die guten Beiträge.
Liebe Grüße von Amy und Sven

Fell scheren ein No-go!?
(Zum Artikel „Die 8 besten Sommertipps“ in WUFF 8/2017, S. 10 ff)
Mir sträubte sich zu „Tipp 2: Vorsicht bei hohen Temperaturen“ das Nackenfell – sprich die Nackenhaare! Wie kann man denn den Tipp ernsthaft abgeben, einer nordischen Hunderasse, wie einem ­Siberian Husky usw. oder einem Chow-Chow wegen zu hoher Sommertemperaturen und/oder Sonneneinstrahlung das Fell zu scheren? Dieses Fell des Nordischen oder Chow-Chows ist für immer und ewig kaputt und seiner natürlichen Funktion beraubt. Es wird nie wieder so werden, wie es ihm von Beginn seines Lebens gewachsen ist. Schon nicht glücklich, wenn es wegen einer medizinischen Indikation wie Ekzemen o.ä. durchgeführt werden muss, ist dann aber eben unabdingbar, wenn es wegen einer tierärztlichen Diagnose durchgeführt werden muss. Oder, wenn z. Bsp. ein Husky völlig verdreckt und verfilzt aus schlechter Haltung kommt oder dem Ausland.

Besser wäre das doch allemal mit einer gehörigen Portion Empathie für die Hunde: Mal eben nix machen in der Mittagshitze oder prallen Sonne. Oder möchten Sie als Besitzer Rennen und Extremsport in der Schwüle oder Mittagshitze machen? Sehen Sie, so ist das. Aber Sie können selbst frei entscheiden, wie uneinsichtig Sie sind, und quälen sich selbst. Ihr Hund hat leider keinerlei Entscheidungsfreiheit, wenn Sie es von ihm verlangen!

Meine Huskies und ich laufen im Sommer in den frühen Morgenstunden ab vier Uhr bis maximal sechs Uhr so nach Lust und Laune, wenn es noch kühl ist. Ansonsten verbringen sie die Zeit, wie sie möchten, in meiner schönen Bauernkate mit mir, können rein und raus, wie sie möchten. Oder sie lümmeln im 3000 Quadratmeter großen Garten. Und wenn sie Lust haben, wird zwischendurch ein wenig gerauft oder es werden Rennspiele gemacht, von ihnen ausgehend. Sie haben einen Hundepool zum Plantschen, oder wir wandern durch den nahen Wald zu dem kleinen Flüsschen. Radfahren mache ich nur im Herbst mit den beiden ­Grauen, da mein schwarz-weißer „Sid“ eh der absolute Sportmuffel ist.
Kerstin von Sass

Antwort der Redaktion: Da sind wir ganz Ihrer Meinung. Allerdings steht im ­Artikel auch nicht, dass man das Fell von Huskies oder Chow-Chows scheren soll, sondern ggf. kürzen und sich von einem Fachbetrieb beraten lassen soll. Und ein Fachbetrieb wird sicher ­wissen, wie man welches Hundefell richtig behandelt. Im Übrigen steht im Artikel genau das, was Sie schreiben – dass man nicht in den heißen Mittagsstunden Gassi gehen soll.

Pdf zu diesem Artikel: leserbriefe_09_2017

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT