Haare, Haare – noch mehr Haare!

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Gepflegte langhaarige Hunde – wie beispielsweise der Tibet Terrier – sind zauberhaft anzusehen und eine wahre Pracht. Aber es steckt viel Arbeit darin, die man sich jedoch mit Geduld, Konsequenz, einigen Tipps und Tricks und dem richtigen Werkzeug sehr erleichtern kann, vor allem, wenn man schon den Welpen an eine regelmäßige Pflege gewöhnt.

Freie Sicht!
Heute geht es noch einmal um den Tibet Terrier (TT). Zu beachten ist bei dieser Rasse – wie bei vielen anderen mit starker Behaarung auch des Kopfes – , dass durch das eingeschränkte Gesichtsfeld eine Berührung ohne „Vorankündigung" den Hund erschrecken könnte. Ausstellungshunde tragen „Zöpfchen", welche die geforderten langen Kopfhaare im täglichen Leben ein wenig bändigen können. Wer ganz mutig ist und keinen „Showhund" hat oder haben will, kann dem Wuschel auch durch geschicktes Kürzen der Kopf- und Gesichtshaare freie Sicht verschaffen. Die Behauptung, dass die Hunde blind werden, wenn man ihnen die „Gardinen" entfernt, gehört in unseren Breiten in das Reich der Märchen. In ihrer Heimat jedoch schützen die Haare die Augen des TT sehr wohl in dem rauen, windigen Klima vor Sandkörnern.

Frühe Gewöhnung
Wichtig für die Rundum-Pflege aller Hunde – besonders der langhaarigen – ist die Gewöhnung schon im Welpenalter. Wenn Sie in Ihrer Nähe einen guten Hundesalon haben, so sollten Sie vielleicht schon mit Ihrem „Plüschtier-Hundebaby" einmal frühzeitig dort einen Besuch machen, sich davon überzeugen, wie einfühlsam – aber konsequent! – dort mit Hunden umgegangen wird, und sich dann beraten lassen, vor allem, wenn Sie wenig Erfahrung mit langhaarigen Hunden haben oder keine Züchter-Informationen erhalten können. Auch an das Geräusch von Schermaschinen sollte der junge Hund schon behutsam gewöhnt werden. (z.B. Pudel!)

Vom „Panzer" befreit!
Den jungen Malteser konnte Pflegeexpertin Frau Suyin nur deshalb ohne Beruhigungsmittel oder irgend einen Zwang von seinem „Fell-Panzer" durch Scheren befreien, weil er an Pflege an sich gewöhnt war und sie im Allgemeinen als angenehm empfunden hatte. So ließ er die schwierige und unangenehme Prozedur geduldig und vertrauensvoll über sich ergehen. Er war durch falsche Pflege total verfilzt, da er von seinem Besitzer zwar regelmäßig gebürstet, aber leider nicht gekämmt worden war. Bei vielen derart verfilzten Hunden hilft oft nur eine Totalschur unter Vollnarkose beim Tierarzt, um Hund und Mensch zu schonen.


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Fragen zur Hundepflege? Experten antworten in WUFF!

Im Rahmen des WUFF-Service leiten wir alle Ihre Fragen zum Thema Hundepflege zur Beantwortung an Experten weiter. Die Antworten auf die für diese Ausgabe ausgewählten Fragen entstanden in Zusammenarbeit mit Suyin Orlowski (Hundesalon „Dog & Cat Styling" im 9. Bezirk in Wien, http://www.dogsalon.at), Andrea Moser (A-6094 Axams) und Dr. Elke Narath (TierWellness, http://www.8ung.at/tiermassage).

– Anfragen, ev. mit Foto Ihres Hundes, elektronisch an [email protected] oder per Post an WUFF, A-3034 Maria Anzbach.




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Tibet Terrier: Bürsten oder Kämmen?

In der letzten Folge ging es um Neema, die Tibet Terrier-Hündin von Herrn Pogàny. Dazu schreibt Frau Andrea Moser, Besitzerin der TT-Hündin Flori:

„Die neue Serie „Haare, Haare – nichts als Haare!" finde ich sehr gut. Ich habe mich aber sehr gewundert, dass Herr Pogàny seine Neema täglich BÜRSTET. Bei meiner Flori genügt es, sie alle 1- 2 Wochen richtig zu KÄMMEN, um das Haar Filz- und Knoten-frei zu halten. Dazu verwende ich mehrere unterschiedlich große Kämme mit fest stehenden Metallzinken. (Manche bevorzugen rotierende Zinken.) Ich möchte betonen, dass das dichte TT-Fell gekämmt werden muss, und zwar schichtweise, da normales Bürsten nicht ausreicht. Dazu besprüht man die Haare leicht mit wenig lauwarmem Wasser (fein zerstäubender Blumensprüher), damit sie nicht brechen. Anbei noch ein Foto von Flori aus unserem letzten Urlaub. Apropos Urlaub: nach einem Bad im Salzwasser gehört der TT, wie eigentlich alle langhaarigen Hunde, mit klarem Wasser gewaschen, um ein Verkleben des Fells zu verhindern."




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Neema – die „Unberührbare"?

Frage an WUFF:
N. Pogàny: „Wie jeder Hund der Rasse Tibet-Terrier, lässt unsere Dame (6 Jahre alt), keinen Fremden an ihren Körper heran. Was machen Sie in so einem Fall? Zwang kommt für mich nicht in Frage."

Antworten der Experten:
Frau Suyin: Vertrauen gewinnen
„Ich habe einige Tibet-Terrier gepflegt, die keinerlei Berührungsängste hatten. Um das aber beurteilen zu können, muss ich den Hund persönlich kennen. Zwang lehne ich in jeder Form ab, da das Tier psychisch oder physisch leiden könnte. Sollte eine normale Pflege jedoch nicht möglich sein, so könnte man eventuell auf pflanzliche Mittel zurück greifen („Notfallstropfen", „Bachblüten"). In schweren Fällen von Verwahrlosung müsste ein Tierarzt den Hund unter Narkose scheren, um ihm Schmerzen und Panik zu ersparen. Nur kommt dieser Fall für Neema sicher nicht in Frage, da man wohl doch ihr Vertrauen gewinnen könnte."

Andrea Moser: Behutsame Annäherung
„Die Erfahrung, dass sich der Tibet Terrier nicht gerne von Fremden berühren lässt, habe ich mit meiner Hündin auch gemacht. Flori lässt Fremde erst an sich heran, wenn sie sie länger kennt oder oft genug „bestochen" wurde. Was sie absolut nicht mag ist, wenn Fremde ihren Kopf streicheln wollen. Das ist aber wohl den meisten Hunden unangenehm, da sie Hände, die von oben kommen, nicht so gut sehen. Beim Tibet Terrier ist die Sicht durch den relativ dichten „Haarvorhang" nach oben noch zusätzlich eingeschränkt."

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