Happy-End für Hugo, Murphy und Enya

0
926

Alles fing an im Jahr 2005, als sich der erste Miniatur-Bullterrier Hugo in unser Herz schlich. Hogo stammte aus dem Tierschutz. Er verbrachte viele schöne Jahre bei uns, bis er uns im Alter von 13 Jahren verlassen musste. Für uns stand fest, dass es wieder ein Bullterrier sein sollte, und so machten wir uns auf zum ­Verein ­„Bullterrier in Not“. Und tatsächlich fanden wir dort erneut einen vierbeinigen Schatz: Murphy hieß der Bully und er wurde – schwupps – von uns adoptiert (oder wir von ihm?)

2005 adoptierten wir ­unseren ersten Hund aus dem Tierschutz. Hugo, ein kleiner, ­frecher, 5 Jahre alter Miniatur-Bullterrier mit braunen Kulleraugen und einem Sinn für Spaß, Blödsinn und von unerschrockener Natur. An der Erziehung haperte es bei ihm und so gingen wir jeden Samstag zur Hundeschule. Er bestand sie als „Zweitbester“, und wäre das Schweineohr nicht so verlockend gewesen, hätte ihm wohl der erste Platz zugestanden.

Er hat in Österreich ­Gipfelkreuze mit uns erklommen, sogar den Hochstadl bezwungen und unser Leben b­ereichert. Mit 13 Jahren mussten wir ihn schweren Herzens gehen ­lassen. Mastzelllentumour und Nieren­versagen. Wir waren am Boden zerstört – und doch kam ein Leben ohne Hund für uns nicht mehr in Frage! Mein Mann machte heimlich einen Termin bei „Bullterrier in Not“ und schilderte dort unsere Lage, denn auch Hugo hatten wir von dort. Abends eröffnete mein Mann mir sein Geheimnis und ich konnte es kaum erwarten. Wir bekamen wieder einen Hund, der das Leben schöner macht!

Die Tage waren von Trauer um ­unseren verstorbenen Hund erfüllt. Im Internet schauten wir jeden Tag auf der Seite von „Bullterrier in Not“, wer der dort gezeigten Hunde denn zu uns passen könnte. Dann war es so weit. Hundeaugen blickten uns an und vier Hunde, die es alle verdient hätten mitgenommen zu werden, gingen nacheinander mit uns ­Gassi. Alles gestandene Bullterrier und trotz manch schlechtem Vorbesitzer offen für eine neue Mensch-Hund-Beziehung. Die Entscheidung trafen wir noch am selben Tag. Der dreifarbige Bullterrier Murphy mit fast 6 Jahren und kinderlieb war leider Opfer der überhöhten Listenhund-Steuern in einem anderen Bundesland geworden. Ein halbes Jahr später machten wir die Sachkundeprüfung, Murphy bestand den Wesenstest, was die ­Leinen- und Maulkorbbefreiung bedeutete. Bei uns im Ort freuen sich alle, wenn sie ­Murphy sehen, und jeder sieht einen ausgesprochen fröhlichen Hund. ­Niemand benutzt das rassis­tische Wort „Kampfhund“. Er hat viele Hunde­kumpel und ist ein echter Goldschatz!

Murphy bekommt Verstärkung
Als er dann schon ein Jahr bei uns war, entschieden wir uns für einen zweiten Hund aus dem Tierschutz. Gemeinsam mit Murphy fuhren wir zur „Collie-Nothilfe“. Denn ein Bully durfte es nicht mehr sein, weil in unserem Bundesland ein Mensch nicht mit zwei Bullterriern auf der Straße gehen darf (aber mit fünf Huskys usw. schon?). Da mein Mann und ich aber wegen berufsbedingter Arbeitszeiten auch täglich allein mit den Hunden unterwegs sind, mussten wir leider eine Bully-Freundin für Murphy ausschließen. Bei der „Collie-Nothilfe“ erklärten wir unsere Situation, sprachen viel über Murphy und bekamen die Empfehlung einer Hündin namens Arishka, ein Collie-Mix, 10 Monate jung, die in Moskau als Straßenhund aufgefunden worden war. Wir gingen mit ihr und Murphy Gassi und entschieden uns noch am selben Abend für sie – aber gegen ihren Namen. Sie hieß ab nun Enja. Enja zog drei Tage später bei uns ein und mit ihr unsere größte Herausforderung. Sie hatte panische Angst vor Menschen (besonders Männern), große Hunde gingen auch nicht, und sie war extrem dünn. Das Straßen­leben hatte gewaltige Spuren hinterlassen, und das merkten wir erst nach und nach in für uns ganz normalen Alltagssituationen. Wir mussten uns das Vertrauen von ihr erst verdienen, und zwar Stück für Stück. Murphy war dabei die größte Hilfe für Enja. Er ­legte sein Spielzeug vor ihre Läufe, gab seinen Korb für sie auf, und es sah so aus, als ob er sie aufmuntern wollte. Er kümmerte sich richtig um sie! In seiner extrem souveränen und gelassenen Art half er ihr, Vertrauen zu fassen.

Wir hatten es dagegen etwas schwerer. Anleinen war schwierig (sie versuchte auszuweichen), ebenso das ­Berühren. Menschen, die uns entgegen kamen, wich sie aus. Jeden Abend machten mein Mann und ich deshalb das gleiche Ritual: wir legten uns mit Murphy zum Kuscheln auf den Teppich, und sie konnte selbst entscheiden, ­wie weit sie dazu kommen wollte. Sie merkte mehr und mehr, dass Körperkontakt etwas Schönes ist. So „knackten“ wir unser Mädchen schließlich täglich immer mehr. Nach ein paar Wochen war sie nicht mehr wiederzuerkennnen: ­heute kuschelt sie für ihr Leben gern mit uns, sie lernt eifrig und geht ohne unseren Murphy nicht aus dem Haus. Sie läuft ohne Leine, gehorcht extrem gut, läuft entspannt an ­Menschen vorbei und hat unser Rudel komplett gemacht. Mit etwas Einsatz, Hundeverstand und auch Auslastung ist jeder Hund ein ganz besonderes Geschenk. Wir lieben ­Tierheimhunde!

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT