Happy End für Rot-Nase Crazy

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Die kleine Red-Nose Pitbull-Dame bittet inständig um Hilfe für alle Hunde, die unverdient hinter Gittern leiden müssen! Sie selber hoffte 10 Monate lang auf Rettung. Nachdem ihr Foto durch die Presse ging, fand sich auf unserem Anrufbeantworter folgender Wortlaut: „Guten Tag, Su Winter. Auf dem Zeitungsfoto sitzen Sie neben meiner Hündin im Zwinger. Ich weiß nicht, in welchem Tierheim sie ist, ich weiß nur eins, ich habe sie als vermisst gemeldet und suche sie schon seit einem knappen Jahr. Mein Freund hat sie mir weggenommen, damit konnte er mich am meisten verletzen – und ich habe meinen Hund dann nicht mehr gefunden. Setzen Sie sich mit mir bitte in Verbindung, ich will meinen Hund wiederhaben!”

Tödliches Desaster
Was gibt es doch für Typen, die sich am Mitmenschen auf solche Weise rächen, indem sie unbewältigte Probleme an ein wehrloses Tier runtertreten – erschreckende Variante für unsere kleinen Sozialpartner, hinter Gitter zu geraten. Tödliches Desaster, falls sie dort, nach verständlichen Verzweiflungsausbrüchen, wegen bellend mitgeteilter Verbitterung übers liebe Leben, gar einem Doktor mit rasch gezückter Todesspritze begegnen müssen – meine diesbezüglichen Recherchen in Brandenburger Tierheimen ergaben grausame Tatsachen.

Happy End
Bei der schnellstens organisierten Übergabe ist viel Wimperntusche den Bach hinabgeflossen, denn die Besitzerin hatte auf dem Foto recht gesehen: Beim richtigen Namen gerufen, stürzte die Hündin wie ein Wirbelwind auf sie zu. Der üble Freund, der sie weit entfernt auf einem Parkplatz angebunden hatte, ist zum Glück nicht mehr aktuell, und die überglückliche kleine Rot-Nase schläft inzwischen wieder, wie in den ersten vier Jahren ihres Lebens, im Bett, hurra!

>>> VORGESTELLT

Die Hoffnung bewahren

Die Künstlerin Su Winter, Autorin des Buches “Kampfhund sucht Schutzengel” (siehe WUFF 9/00), ist diplomierte Designerin. Zusammen mit ihrem Mann, dem Szene-bekannten Psychobilly-Drummer Gordian, führt sie die Galerie “Dolphin Court”. Neben Malerei, und Arbeiten in Keramik, Holz und Metall führt Su Winter auch Performances durch. Zuletzt am 11. April im Berliner COUPÉ-Theater zusammen mit “ihrem” Schimanski.
Das Thema der Performance hieß “Nachdenken über unseren Sozialpartner HUND” und Ehrengast war die hier vorgestellte rotnasige Crazy, die froh zwischen den Zuhörern umherwanderte und die seit 10 Monaten verpassten Streicheleinheiten nachholte. Keiner der vielen Gäste wäre hier auf die Idee gekommen, dass dieses charmante kleine Wesen einer jener “unwiderlegbar gefährlichen”, angeblich “blutrünstigen Kampfhunde” sei, endgültig auszurotten entsprechend deutscher Gesetzesvorschriften.
Su Winter: “Dieser glückliche Fall Crazy hilft uns sehr, in all dem traurigen Unglück die Hoffnung zu bewahren!”

>>> WUFF – INFORMATION

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