Haustiere und Kinder

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Bild: Fotolia – Monkey Business

Tiere und Kinder – welches Haustier ist das richtige?
Tiere üben auf viele Kinder eine fast magische Anziehungskraft aus. Aus diesem Grund äußert früher oder später nahezu jedes Kind den Wunsch nach einem eigenen Haustier. Allerdings können sich nicht alle Eltern für diesen Wunsch erwärmen. Hierbei geht es nicht nur um die Sauberkeit oder die Lautstärke eines Haustiers. Manchmal besteht auch Unsicherheit darüber, ob das Kind überhaupt mit einem Haustier umgehen kann. Tatsächlich will der Kauf eines Haustiers gut überlegt sein, damit die Entscheidung nicht später bereut wird. Auf der anderen Seite kann das passende Haustier zum besten Freund des Kindes werden und ihm dabei helfen, Pflichtbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Was spricht für ein Familien-Haustier?
Haustiere haben zahlreiche Vorteile für Kinder. Schon erwähnt wurde die Möglichkeit, Verantwortung zu lernen. Wenn das Kind die Aufgabe bekommt, eigenständig für das Tier zu sorgen, erfährt es, was das Kümmern um ein anderes Lebewesen bedeutet. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Kind alt genug dafür ist. Weiterhin sollten die Eltern das Kind nicht mit dieser Aufgabe alleine lassen – zum Wohle des Haustiers. Hinzu kommt, dass Kinder und Tiere häufig eine freundschaftliche Beziehung entwickeln. Tiere können trösten und Spaß machen und damit die Stimmung heben. Gerade Kinder, die sich manchmal einsam fühlen, können von einem eigenen Haustier profitieren. Tiere können auch in schwierigen Zeiten Halt geben – zum Beispiel bei einer Scheidung der Eltern. Hier ist ein Tier ein gewohnter Begleiter, der den Übergang in eine neue Lebenssituation einfacher machen kann. „…Darüber hinaus sind Haustiere die optimalen Tröster, mit denen Kinder spielen und kuscheln können. Ganz klar: Tiere bereichern die Kindheit.“ (Quelle: Ratgeber zum Thema Haustiere auf Netzsieger.de)

Tiere können Kindern dabei helfen, soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Gerade Katzen haben einen eigenen Kopf und eigene Bedürfnisse, die manchmal von denen des Kindes abweichen. Hier kann das Kind Rücksichtnahme und Akzeptanz lernen – was ihm im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen sowie auch im späteren Leben zugutekommt. Nicht zuletzt können Tiere auch der Entwicklung von Langeweile vorbeugen. Sie wollen selbst beschäftigt werden – Katzen, Hunde und zahme Vögel sind meist sehr spielfreudig und fordern die benötigte Unterhaltung häufig auch aktiv ein.

Gibt es bei Haustieren auch negative Aspekte?
Wenn es um die negativen Seiten eines Haustiers für Kinder geht, dann spielen vor allem die tierischen Bedürfnisse eine Rolle. Ein Haustier muss artgerecht gehalten und gut versorgt werden, damit es zufrieden und glücklich ist. Wenn das Kind mit dieser Aufgabe allein gelassen wird, kann es sein, dass es damit überfordert wird. Eltern sollten ihr Kind immer bei der Pflege und Versorgung des Haustiers unterstützen und anleiten. Manchmal können Haustiere Allergien auslösen. In diesem Fall kann es dazu kommen, dass das liebgewonnene Tier wieder abgeschafft werden muss, was häufig mit viel Trauer und Stress verbunden ist.  Manchmal sind Tiere auch schlecht für Kinder geeignet. Manche sind sehr scheu, während andere schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht haben und deshalb aggressiv reagieren. Einige Katzen sind sehr eigensinnig und lassen sich kaum anfassen – in diesem Fall kann das eigene Haustier mehr Frust als Erholung bedeuten. Im schlimmsten Fall kann das Haustier gefährlich werden – nach wie vor hat ein Hund scharfe Zähne und eine Katze besitzt spitze Krallen. Eventuell entstehende Verletzungen können dabei auch versehentlich im Spiel passieren, aber unter Umständen dennoch schwerwiegende Folgen haben. Zusätzlich kann auch der Tod des Haustiers für das Kind katastrophal sein – vor allem dann, wenn er tragisch ist oder wenn das Kind eine sensible und schwierige Natur hat. „…Für viele Kinder ist der Tod eines Haustieres die erste Begegnung mit dem Tod. Viele Kinder sind nicht nur traurig, sie bekommen Angst.“ (Quelle: Artikel zum Thema Kinder und Tod des Haustieres auf Vetline.de)

Die Verantwortung der Eltern
Wenn sich Eltern dafür entscheiden, ihrem Kind ein Haustier zu schenken, dann begründet das auch immer ihre eigene Verantwortung. Diese ist umso größer, je jünger das Kind ist. Es sollte sich also um ein Tier handeln, das nicht nur das Kind begeistert, sondern an dem auch die Eltern ebenfalls Gefallen finden können.

Das Haustier aussuchen
Bei der Haustier-Frage geht es nicht nur darum, ob es überhaupt ein eigenes Tier sein soll. Mindestens genauso wichtig ist die Wahl des Tiers. Nicht jedes Haustier, das als geeignet für Kinder verkauft wird, ist es auch tatsächlich:

  • Grundsätzlich sind Hunde und Katzen die besten Haustiere für Kinder. Das gilt auch deshalb, weil sie sich aufgrund ihrer Größe gut behaupten können und ihren Unwillen bei einer schlechten Behandlung zeigen. Weiterhin benötigen sie auch keine Zeit, um zahm zu werden, wenn sie menschenbezogen aufgewachsen sind und keine schlechten Erfahrungen mit Menschen machen mussten. Katzen und Hunde haben eine vergleichsweise lange Lebensdauer, sodass häufig mit der Zeit eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen und dem Kind entsteht.
  • Vögel sind etwas schwieriger. Die meisten von ihnen sind zart und zerbrechlich. Die größeren Exemplare hingegen besitzen einen kräftigen Schnabel, der auch zur Verteidigung eingesetzt werden kann. Vögel können einem Kind allerdings dann viel Freude bereiten, wenn sie sehr zahm sind. Dies zu erreichen, kann gegebenenfalls Aufgabe der Eltern sein.
  • Ebenfalls komplizierter verhält es sich mit Nagetieren. Mäuse und Ratten wurden zwar schnell zahm, haben dafür aber auch nur eine kurze Lebenserwartung. Weiterhin sind sie nur wenig kuschelig und eignen sich dann nicht, wenn es dem Kind darum geht, eine stabile Bindung zum Tier aufzubauen. Die beliebten Kaninchen passen nicht gut ins Kinderzimmer – sie benötigen viel Platz und möchten nicht immer angefasst werden. Ähnliches gilt für Meerschweinchen. Hamster sind ebenfalls beliebte Kinder-Haustiere, was ihrem Naturell nicht entspricht. Denn Hamster sind nachtaktiv und auch keine Kuscheltiere.
  • Fische sind vor allem etwas zum Anschauen und sind damit nicht für Kinder geeignet, die eine Bindung zum Tier entwickeln möchten. Überhaupt nicht passend für Kinder sind Reptilien – es sei denn, es handelt sich um engagierte und lernbereite Jugendliche mit einer tiefen Begeisterung für diese besonderen Tiere.

Fazit – Kinder können von Haustieren profitieren!
Auch, wenn Haustiere sorgfältig ausgewählt werden müssen, viel Pflegeaufwand erfordern und gewisse Risiken wie Allergien und Verhaltensauffälligkeiten bergen – ein Kind kann in vielen Fällen sehr von ihnen profitieren. Wenn das Haustier zum Kind passt und die Eltern bei der Betreuung helfen, kann das Tier das Kind positiv beeinflussen. Tiere leiten im sozialen Verhalten an und können zum besten Freund werden. Sie bieten Beschäftigung und können in schwierigen Situationen trösten. Damit sind Haustiere in vielen Fällen tolle Begleiter für Kinder.

 

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