Haxi-Maxi – das Flaschenkind

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Im Rinnsal entdeckten Passanten den erst wenige Tage alten hilflosen Welpen. Jemand hatte das neugeborene Hundebaby einfach am Straßenrand „entsorgt”. Das abgemagerte und verschmutzte Fellbündel wurde ins Tierheim gebracht und Pflegerin Heidrun Kitir „ans Herz gelegt”. Die engagierte Tierbetreuerin war bereits damals Expertin in punkto Aufzucht verwaister Hunde- und Katzenbabies, Singvögel und Wildtiere. Heidi erinnert sich: „Haxi-Maxi, die ja eigentlich Perinne heißt, sah überhaupt nicht aus wie ein Hund. Wir dachten zuerst sogar an irgendein exotisches Tier, so mager und winzig war sie.”

Hundemutterersatz
Heidi nahm die knapp zwanzig Zentimeter Hund mit nach Hause. Haxi-Maxi wurde zum Fulltime-Job, denn ab jetzt hieß es stündlich füttern, putzen, Bäuchlein massieren, sollte der Welpe überhaupt eine Überlebenschance haben. Ganz „nebenbei” betreute Heidi noch ihre Schützlinge im Tierheim. Doch die Mühe lohnte sich. Der semmelbraune Winzling gedieh und wuchs und entwickelte sich zu einem hübschen Schäfermischlingsweibchen.
Seit damals sind zwölf Jahre vergangen. Zwölf Jahre, in denen Haxi-Maxi ihrer Retterin nicht von der Seite wich. Durch die frühe Fixierung auf „ihren” Menschen ist Haxi ein Teil von Heidi`s Leben geworden, das gegenseitige Vertrauen ist riesengroß.

Siebzehnjähriger Hundemethusalem
Doch Haxi ist nicht nur auf Menschen geprägt, sondern pflegt ebensolche Freundschaften zu ihresgleichen, so etwa zu Rani, Heidi`s siebzehnjähriger Boxer-Pitbullhündin. „Haxi ist gut sozialisiert, weil sie mit Rani und Babsi aufgewachsen. Babsi war eine freche Brackenmischlingshündin, die unglaublich viel angestellt hat. Deshalb habe ich sie spaßhalber immer die „Schlimm-Schiache” gerufen. Babsi ist leider schon gestorben.”
Die Dienstwohnung im Kremser Tierschutzheim, wo Heidi als Pflegerin arbeitet, teilt sich Haxi jetzt nur noch mit Hunde-Methusalem Rani und den drei Katzen Goliath, Bärli und Mikey, allesamt ehemalige Heimtiere.

Knackt den Kühlschrank
Daß Haxi und Rani gemeinsam fast dreißig Jahre alt sind, sieht man den beiden Hundeseniorinnen nicht an. Heidi über Haxi: „Haxi-Maxi ist immer noch unglaublich temperamentvoll. Sie liebt es, Parcours zu laufen. In der Wohnung sind das Tische, Kühlschrank oder Kästen, über die sie klettert.” Zu Kühlschränken hat Haxi auch aus ganz anderen Gründen ein ausgeprägtes Naheverhältnis. Solche zu knacken, betrachtet die raffinierte Hündin als persönliche Herausforderung. „Haxi stiehlt, wo sie nur kann. Weil sie nicht nur Türen, sondern auch jeden Kasten oder Kühlschrank öffnen kann, erwischt sie leider immer etwas.” Und mit einem Seufzer fügt Heidi hinzu: „Deshalb ist Haxi jetzt schon viel zu dick.”

Goscherte Wienerin
Darüber hinaus verfügt Haxi-Maxi auch über eine andere besondere Fähigkeit. „Sie schafft es, auch dann etwas „anzustellen”, wenn man glaubt, sie ohnedies zu beobachten. Es gelingt ihr, Sekundenbruchteile von Unaufmerksamkeit auszunutzen. Ohne es zu merken, liegt sie dann plötzlich daneben im Bett oder hat wieder etwas gestohlen.” Doch auch wenn manchmal ein wenig geschimpft werden muß, sind es gerade diese Eigenheiten, die Haxi-Maxi so liebenswert machen. Was fällt Heidi sonst noch zu ihrer Haxi ein? „Sie kuschelt gerne und muß immer das letzte Wort beziehungsweise WUFF haben. Sie ist halt eine richtig „goscherte” Wiener Hündin.”

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