Homöopathie bewahrt ­Betty vor dem OP-Tisch

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Die Große Schweizer Sennenhündin Betty Blue vom ­Ödlitzerberg hat mit drei Jahren schon viele Tierarztbesuche hinter sich. Immer wieder entzündet sich ihre Gebärmutter, bis sie eines Tages mit geschwollenem Bauch gar nicht mehr aufstehen kann. Muss Betty kastriert werden, um ihr Leben zu retten? Der ­Fachtierarzt für Homöopathie Dr. Michael Fischer probiert einen anderen Weg.

Im Oktober 2012 lerne ich die Schweizer Sennenhündin in meiner Praxis kennen. Betty Blue, eine Zuchthündin, wird zum ersten Mal im Januar 2012 gedeckt. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit der Hündin. Sie muss per Kaiserschnitt ihre abgestorbenen Babys entbinden. Als Ursache wird eine mangelhafte Sauerstoff- und Nährstoffversorgung auf Grund einer Durchblutungs­störung der Gebärmutterschleimhaut diagnostiziert. Die Hündin erholt sich gut und scheint wieder völlig gesund zu sein. Im September wird Betty neuerlich trächtig. Doch mit der ­ersten Untersuchung mittels ­Ultraschall stellt sich heraus, dass die Gebärmutter zwar gefüllt war, aber lediglich mit viel Flüssigkeit, ohne Hinweis auf Föten. Betty wirkt ein wenig lustloser als sonst und hat einen klaren, schleimigen Ausfluss. Nichts destotrotz macht sie keinen kranken Eindruck.

Kastration, die einzige Lösung?
Bettys Besitzerin ist verzweifelt, weil ihr behandelnder Tierarzt ­keine ­andere Möglichkeit sieht, als die Hündin zu kastrieren, also die Gebärmutter zu entfernen. Entzündungen dieses Organs, vor allem, wenn sie ­eitrig werden, gelten bei Hündinnen als höchst gefährlich und unheilbar.

Nachdem ich mich mit der Krankenakte beschäftigt hatte, verschreibe ich Betty die homöopathische ­Arznei Pulsatilla, die Kuhschelle, in einer hohen Potenz als Einmalgabe injiziert. Zusätzlich gebe ich ihr ein spezielles Präparat mit dem Wirkstoff NADH (Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid- Hydrid), auch aktivierter ­Wasserstoff genannt, der die Regeneration aller Zellen und deren Funktion durch Bereitstellung von viel Energie ­unterstützt.

Zwei Wochen später sehe ich die Hündin Betty wieder. Ihre Besitzerin berichtet mir von vermehrt gelb-bräunlichem Ausfluss. Die Hündin zeigt kurz vor meinem Besuch eine Kreislaufschwäche. Aus Angst, etwas zu übersehen, sucht die ­Tierhalterin ihren Haustierarzt auf, der eine ­Antibiotikatherapie verordnet. Wir einigen uns darauf, die Antibiotika als eine begleitende Behandlung für eine Woche beizubehalten, um zusätzliche Belastungen von außen durch Bakterien zu minimieren und der Hündin die Möglichkeit zu geben, all ihre Kräfte auf die Heilung ihrer Krankheit ­richten zu können. Ich gebe Betty eine ­weitere Dosis Pulsatilla. Ich selbst halte all die Symptome der letzten Tage für eine Reaktion auf diesen Heil­impuls. Zusätzlich verabreiche ich noch Caulophyllum, um die Entleerung der Gebärmutter zu fördern.

Der Zustand verschlechtert sich
Betty hat kaum Appetit, ist matt und lustlos. Eine Kontrolluntersuchung mittels Ultraschall durch den Haustierarzt zeigt wieder eine vermehrte Füllung der Gebärmutter mit verdickter Wand und blasenartigen Gebilden. Der Kollege drängt vehement auf eine sofortige Operation, um ihr Leben zu retten.

Bettys Besitzerin muss nun eine schwere Entscheidung treffen. Entweder vertraut sie ihrem Tierarzt, der ihr den wahrscheinlichen Tod der Hündin in Aussicht stellt, wenn sie nicht sofort operiert wird, oder mir, der die Gebärmutter retten möchte. Mein Versuch mittels Homöopathie ist freilich ohne Garantie. Die Ent­scheidung fällt trotz allem zugunsten der Fortsetzung der ­homöopathischen Behandlung. Nun erhält die Hündin Lachesis.

Darauf reagiert die Hündin mit 40,5°C Fieber. Ihr Bauch wird hart ge­schwollen und eine wehen­artige Tätigkeit setzt ein. Nun ist die ­Tierhalterin knapp davor, doch das Handtuch zu werfen und eine ­sofortige Kastration durchführen zu lassen. Am nächsten Morgen hat sich jedoch schwall­artig eine beträchtliche Menge einer ­grauen, wässrigen, aber nicht stinkenden Flüssigkeit aus der ­Scheide entleert. Der Ausfluss dauert den ganzen Tag an, bis er schließlich gegen Abend ganz aufhört, das ­Fieber sinkt und die Hündin wird wieder ­lebhafter.

Betty hat neue Lebensgeister
In den nächsten Tagen geht es mit Betty stetig bergauf. Sie wird ausgelassener und selbstbewusster. Der Ausfluss ist noch einige Male in ­geringem Umfang aufgetreten, mit der Gabe von Pulsatilla und ­Caulophyllum aber letztlich voll­kommen verschwunden.

Dieser Fall ist wieder ein schönes Beispiel für die ganzheitliche Wirkung der Homöopathie. Die ­Gebärmutter konnte gerettet werden und die Hündin ist nun noch ­unbekümmerter, selbstbewusster und fröhlicher als zuvor, obwohl niemand an ihrem Verhalten etwas auszusetzen gehabt hätte. Durch eine alte Verletzung litt Betty öfter auch an Lahmheit. Auch diese Beschwerden sind ganz verschwunden. Die Erklärung dafür ist, dass ich nicht bloß die Gebärmutter behandelt hatte, sondern die Patientin mit all ihren Beschwerden, auch denen, die wir gar nicht so sehr beachtet hatten. Die Entzündung der Gebärmutter war eben nur im Vordergrund gewesen. Die richtig gewählten ­homöopathischen Arzneien wirken jedoch auf den gesamten Körper.

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Veterinärrat Dr. med.vet. Michael Fischer ist Fachtierarzt für Homöopathie in Wien. Kontakt: tierarzt.fischer@aon.at
              www.vollwertinsel.at Wenn Sie Interesse an Homöopathie haben und z.B. über Beiträge im ORF (demnächst in der Sendung Tierzuliebe) oder Artikel und Vorträge von mir informiert werden wollen, dann melden Sie sich unter tierarzt.fischer@aon.at für den Newsletter an.

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