Hund von betrunkener Halterin biss in Wien Passantin und drei Beamte

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48-Jährige angezeigt und Tier abgenommen – Schäfer-Mischling laut Polizei äußerst aggressiv

Wien (APA) – Der Hund einer betrunkenen Besitzerin hat am Freitagabend in Wien-Hernals eine Passantin und drei Polizeibeamte durch Bisse leicht verletzt. Die 48-jährige Halterin des Tieres, die zuvor durch einen Sturz ebenfalls verletzt worden war, wurde angezeigt. Der Schäfer-Mischling wurde ihr abgenommen und in ein Tierquartier gebracht, berichtete die Polizei am Samstag.

Ein Zeuge hatte gegen 18.00 Uhr die Einsatzkräfte in die Gschwandnergasse gerufen, weil die Frau in einem Stiegenhaus gestürzt war und sich verletzte hatte. Die offensichtlich alkoholisierte 48-Jährige ignorierte die eingetroffenen Polizisten und Sanitäter und verweigerte jede Behandlung ihrer Verletzungen im Gesicht. Die Frau ließ sich zumindest in die Wohnung helfen, kam dabei aber erneut zu Sturz. Als sich ein Beamter und ein Sanitäter deshalb um die Frau kümmern wollten, schnappte der Hund in Richtung des Polizisten und verletzte ihn am Unterarm. Die Besitzerin verweigerte weiterhin die Hilfe. Eine Einvernahme war nicht möglich, sie wurde laut Polizeisprecherin Irina Steirer jedoch über Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung und nach dem Tierhaltegesetz in Kenntnis gesetzt und blieb mit dem Hund in ihrer Wohnung.

Um 19.10 Uhr rief ein weiterer Zeuge die Polizei, weil – wie sich herausstellte – die selbe Frau in der nahegelegenen Comeniusgasse reglos am Boden lag. Daneben befand sich ihr angeleinter Hund. Eine 24-jährige Passantin wollte helfen und nahm den Vierbeiner auf die Seite, damit die Sanitäter der Berufsrettung Wien die Tierhalterin ungestört betreuen konnten. Nach kurzer Zeit wollte sich der Hund jedoch von der Leine reißen und zu seiner Besitzerin laufen. Er wurde von der 24-Jährigen zurückgehalten und biss die junge Frau daraufhin in die Hand. Beide Frauen wurden von Rettungsteams nach der Erstversorgung in ein Krankenhaus transportiert. Beamte der Diensthundeeinheit brachten den Schäfer-Mischling auf eine nahegelegene Polizeiinspektion. Dort lösten sich Leine und Beißkorb, die defekt waren, und eine Beamtin musste den aggressiven Hund fixieren. Dabei erlitt die Polizistin eine Bissverletzung am Unterarm.

Der Hund verhielt sich beim Eintreffen der gerufenen Tierrettung laut Polizei weiterhin „äußerst aggressiv“. Zur Unterstützung wurde erneut die Diensthundeeinheit angefordert. Bei der Umlagerung des Tieres in einen Hundekorb wurde ein weiterer Beamter in die Hand gebissen. Schließlich konnte der Hund in ein Tierquartier gebracht werden. Alle Bissopfer wurden laut Steirer mit leichten Verletzungen in Krankenhäusern behandelt. Auch die Hundehalterin war nur leicht verletzt. Bei ihr wurde ein Alkoholwert von mehr als zwei Promille festgestellt.

Erst am Donnerstag waren im Wiener Landtag strengere Regeln für Hundehalter beschlossen worden. Die Besitzer bestimmter Listenhunde müssen ihrem Vierbeiner künftig Beißkorb und Leine anlegen. Die verpflichtende Absolvierung eines Hundeführerscheins bleibt aufrecht, die Prüfungen werden aber strenger. Eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille wird ebenfalls eingeführt. Auch Besitzer „normaler“ Hunde – wie im Fall des Schäfer-Mischlings – müssen künftig einen Kurs absolvieren, in dem grundlegendes Wissen über Umgang und Haltung von Hunden vermittelt wird. Das Gesetz soll Anfang 2019 in Kraft treten.

 

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