Hunde in Zitaten

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„Dem Hunde, wenn er gut erzogen, wird selbst ein weiser Mann ­gewogen“ (Goethe)

In den meisten Redens­arten steckt ein Fünkchen Wahrheit. Das gilt auch für jene Sprüche und Zitate, die um des Menschen besten Freund kreisen …

Allein im Buch der Bücher ­genießen Hunde einen denkbar schlechten Ruf. Denn wann immer diese Tiere in der Bibel ­erwähnt werden, scheinen Situation und ­Gleichnis negativ besetzt zu sein:

Das Volk Israel und seine Hunde
Ein Wesen, das – und sei es mit ­Gewalt – verjagt wird. Denn der Philister sprach zu David: „Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst?“ ­Tatsächlich dürfen wir davon ­aus­gehen, dass Haushunde, aber auch ­halb­wilde Hunderudel in den meisten alt­­testa­mentarischen Siedlungen gelebt ­haben. Schließlich sind Hunde bereits vor über 15.000 Jahren domestiziert worden. Dabei finden sich gerade im Vorderen Orient und im Norden ­Israels wichtige Fundstellen, die auf eine lange ­gemeinsame Geschichte von Menschen und ihren Hunden schließen lassen.

Generell scheinen Haustiere für die ­bäuerliche jüdische Gesellschaft eine wichtige Rolle gespielt zu haben, da sie gerade im alten Testament an ­unzähligen Stellen erwähnt werden. ­Dabei galten Schweine als unrein, wohingegen das stolze und kraft­volle Pferd zu kriegerischen Zwecken genutzt wurde. Denn „Salomo ­hatte 12.000 ­Reiter!“ Allein der Hund schien, obwohl es bereits in der Antike fähige Jagd- und mächtige Kampfhunde gab, den ­Israeliten suspekt gewesen zu sein. Ein Kläffer, der Blut leckt und Aas frisst. So droht der Herr im Buch der ­Könige: „An der Stätte, wo Hunde das Blut ­Nabots geleckt haben, sollen Hunde auch dein Blut lecken!“

Hunde als Aasfresser?
Tatsächlich müssen wir einsehen, dass umher streunende Schakale, aber auch hungrige Hunde zu jenen Zeiten Leichen ganz bestimmt nicht verschont haben. Doch auch „wer auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel unter dem Himmel ­fressen!“ Damit leisteten jene verschmähten Aasfresser, gerade im heißen Orient, einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Seuchen – wenngleich man ihnen diesen Beitrag zur Gesund­erhaltung der Städte und Siedlungen mit Undank gelohnt hat. Denn auch ­Hunde galten als unrein und wurden mit ­Stöcken geschlagen oder durch Steinwürfe vertrieben.

Andere Länder, andere Sitten?
Dabei kannte man bereits zu biblischen Zeiten spezialisierte Wach- und Schäfer­hunde. Dennoch galt das Wort Hund im ganzen Orient als derbe Beleidigung, die nur mit Blut gesühnt wurde. Auf der ­anderen Seite war der Hund bereits zu Zeiten des römischen Imperiums ein beliebtes Haustier, das als Wachhund gehalten wurde, zudem jedoch als ­Gefährte und Gesellschafter gedient hat: „Cave canem“, so lautet eine Inschrift, die man bei archäologischen Aus­grabungen entdeckt hat. Die ­„Warnung vor dem ­Hunde“ an Häusern und Pforten stellt damit keine Erfindung der Neuzeit dar. Dabei ist die Lebenserwartung der Hunde, die noch im Mittelalter bei allenfalls sieben Jahren lag, im ­Verlauf seiner Beziehung zu uns Menschen stetig angestiegen und kann heute, je nach Rasse, bei 11 bis 13 ­Jahren liegen, oft auch noch mehr.

Auch die Sichtweise der Gesellschaft und der Schriftsteller auf den Hund hat sich gewandelt. Denn „dem Hunde, wenn er gut erzogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen“ orakelte Dichter­fürst Johann Wolfgang von Goethe, während Preußenkönig Friedrich der Große gewusst hat: „Hunde haben alle guten Eigenschaften des ­Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu ­besitzen!“

Der Preußenkönig und seine Hunde
Dabei war der „Alte Fritz“ seinen vierbeinigen Partnern ­äußerst zugetan. Neben Pferden und Hunden, vor allem Windspielen, hielt der Monarch zudem Exoten wie Papageien und Äffchen und soll die Jagd gehasst haben. Und das in einer Zeit, zu der Katzen noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt und Tiere zum Amüsement der Massen gequält wurden.

„Der Hund ist ein Ehrenmann: Ich hoffe, einst in seinen ­Himmel zu kommen, nicht in den der ­Menschen“, sorgte sich daher bereits Mark Twain um die menschliche Ethik. Wenn Hunde scharf und unberechenbar sind, wurden sie in der Tat meist durch uns Menschen verdorben. Das gilt für die Moderne, war aber bereits dem römischen Kaiser und Philosophen Marc Aurel bewusst. Denn von ihm stammt „Mürrische Leute haben mürrische Hunde, gefährliche Leute haben gefährliche!“. Wo also wird sie in der Moderne hinführen, jene Partnerschaft, die bereits vor Jahrtausenden geknüpft wurde? Eine Partnerschaft, die für manche Menschen sogar weit über den Tod des Tieres hinaus reicht: Friedrich der Große ließ seine Hunde, die zu Lebzeiten auf dem Sofa lümmeln durften, pompös beerdigen. Das mag Menschen, die nie einen Hund hielten, irritieren. Doch „es trifft uns hart, wenn uns diese stillen Freunde ver­lassen – denn sie tragen so viele Jahre unseres eigenen Lebens mit sich fort“, brachte der englische Schriftsteller und ­Dramatiker John Galsworthy den Kummer aller Tierfreunde und Hundehalter auf den Punkt. Denn Hunde haben uns in der Vergangenheit Schutz und Wärme und in der Moderne einfach „nur“ ihre Liebe, ihre Zeit und ihre Zuneigung geschenkt!

Das Bild des Hundes in der Gesellschaft hat sich im Verlauf der Jahrtausende gewandelt. Kein Hund und keine Rasse ist per se gefährlich. Probleme liegen selten im Wesen des Hundes, sondern „schlummern“ am anderen Ende der Leine! Hunde waren im Verlauf der ­Geschichte vieles: Jagdhelfer und Wächter, Gefährten im Kampf, aber auch treue Freunde, bei denen wir ­Menschen Trost gesucht ­haben.

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