Hunde vor dem Wagen

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Soviel Mühe wie beim Pferd, den Hund an den Wagen zu gewöhnen, ist nicht nötig. Denn die Mehrzahl der Hunde zieht gerne und freudig. Der Hund gewinnt bei dieser Tätigkeit körperliche Befriedigung und Selbstvertrauen. Darum sollten Besitzer von großen Hunden dies nützen, um ihrem Vierbeiner ausreichende Betätigung zu ermöglichen. Sie kräftigen damit die Muskulatur und die Gesundheit ihrer Hunde.

Zugpferd der Armen
Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war der Hund das „Zugpferd” der weniger begüterten Leute und trug zum kargen Lebensunterhalt seiner Besitzer entscheidend bei. Heutzutage hingegen ist die Beschäftigung des Hundes als Zughund eine Möglichkeit zur Gesunderhaltung von Mensch und Tier.
Früher hatten die aus Holz gefertigten Karren eisenbereifte Räder und wurden sehr oft der Kosten wegen nur einachsig gebaut, was bei schlechter Beladung und hügeligem Gelände für die Hunde sehr belastend war. Heutzutage werden neue Materialien für Wagen und Geschirre angewandt, was im Vergleich zu früher grundlegende Verbesserungen bewirkt.
Die Ladefläche vom einachsigen Wagen soll nicht größer als eine Bierkiste sein. Das Gewicht der zu transportierenden Gegenstände ist im Normalfall auf dieser kleinen Ladefläche für einen kräftigen Zughund keine übermäßige Belastung. Zweiachsige Wagen sollen unbeladen 35 kg nicht überschreiten. Solch ein Zweiachser, mit dem man auch Kinder fahren kann, muß auf alle Fälle eine gut funktionierende Bremse besitzen.

Pulkastange günstiger
Leichtere Wagen mit geringerer Beladung kann und wird man mit der Pulkastange bremsen.
Damit wären wir auch schon bei der Zugvorrichtung, der Pulkastange. Diese hat sich für den heutigen Straßenverkehr als sehr vorteilhaft erwiesen. Statt der früher verwendeten Landen oder Deichsel wird bei der Pulkastange der arbeitende Hund nicht an der Halsung angeleint. Und Korrekturen von Hund und Wagen sind mit einem Griff an der Pulkastange weit sicherer und schonender für den Hund vorzunehmen, als mit einem Ruck an der Leine.
Das dem Hund gut passende Zuggeschirr soll ein Kummet oder diesem ähnlichen sein – diese Empfehlung wird bereits 1899 von Dr. Georg Müller (Professor an der tierärztlichen Hochschule zu Dresden) gegeben. Früher wurden am häufigsten Sielen oder Brustblattgeschirre verwendet, da diese von den Hundebesitzern selbst angefertigt werden konnten und meist aus alten Stoff- oder Sackresten hergestellt wurden. Zu dieser Geschirrart schreibt Dr. G. Müller folgendes:
„Das Sielengeschirr ist zur Beförderung von schweren Lasten weniger geeignet, da es während des Ziehen an der Vorderbrust oberhalb der Schultergelenke sich einlegt (unterhalb desselben wäre es ganz ungeeignet) und dann auf die Luftröhre drückt, sowie die Schulterblätter und damit den vorderen Teil des Brustkorbes zusammengepreßt.” Leider werden heute diese Geschirre mit etlichem Zierrat versehen und allein aus optischen Gründen wieder verwendet, was jedoch mit aller Entschiedenheit abzulehnen ist!
Dem Kummet sehr ähnlich ist das Pulkageschirr, welches aus weichen Materialien optimal an den Hund anpassend gefertigt werden kann und ihn in der Bewegung nicht behindert. Bei Verwendung von Pulkastange und Pulkageschirr sind Stränge und Waage nicht erforderlich und der Hund hat auch in der Hinterhand eine größtmögliche Freiheit.



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