Hundeausstellung in der Hundehauptstadt

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Samstag, 29. März 2003, 8 Uhr. Die Tore öffnen sich und schon rattern die Kennelboxen auf Rädern durch die Hallen. Jeder Aussteller versucht, einen guten Platz an seinem Ausstellungsring zu bekommen. In Windeseile schießen die „rollenden Hunde“ am WUFF-Stand vorbei, außer den Kleinen – die schweben auch schon mal in einer Hundetasche daher. WUFF-Redaktionshund Toni ist dann ganz verwundert, wenn „beinlose“ hundeartige Wesen einen halben Meter über dem Boden an ihm vorbei schweben – und frech herschauen …

Wie weiß kann ein Ausstellungshund werden?
Während die „Kurzhaarer“ gelassen neben ihren Frauchen und Herrchen herschlendern, müssen viele ihrer langhaarigen Genossen schon längst auf ihren Tischchen sitzen, wirken wie festgeklebt. Nein, nicht wirklich, es sei denn, eine Haarspray-Dose will und will einfach nicht mehr aufhören zu sprühen. Bei manchen Tischen kommt es mir vor, als wäre ich in einem Werbespot für Waschpulver. Still frage ich mich, wie weiß ein Hund eigentlich sein kann. Weißer als Schnee – dank Puder!

WUFF-Kekse für alle!
Am WUFF-Stand gibt es – wie immer auf den Ausstellungen – starken, typischen Wiener Kaffee und dazu Kekse. Ein „Berliner Mädl“ verteilt WUFF-Gratishefte und Redaktionshund Toni unterhält währenddessen seine Fans, die ihn zahlreich besuchen. So auch ein Junge, der sich hinkniet und Toni streichelt – nicht ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Ich biete ihm einen Keks an, worauf er meint: „Wir sind aber sechs!“ Ich entgegne ihm, dass ich diesen Trick schon kenne, gebe ihm aber trotzdem eine Hand voll Kekse mit. Wenige Minuten später steht der Junge wieder da – mit seinen fünf Brüdern. Also hier der Beweis. Wir sind sechs! Minutenlang tummeln sich die sechs Brüder um Toni und knuddeln, knuddeln, knuddeln ihn. Noch schnell ein Gruppenfoto und weg sind sie wieder, die Sechs.

Gute Organisation
Alles in allem eine gelungene und gut organisierte Ausstellung im Herzen Deutschlands. Neben den zahlreichen Zubehör- und Futterständen war auch im Showring den ganzen Tag Interessantes zu sehen. Traurig ist, dass das Ergebnis der Ausrottung bestimmter Hunderassen in Deutschland bereits stark zu sehen war. Staffs und Bullys waren kaum mehr zu sehen. Ein wirklich trauriger „Erfolg“, wenn Kinder von heute ihren Kindern einmal sagen müssen: „Diese Hunde haben wir nie kennen lernen können“.
Den Termin für nächstes Jahr erfahren Sie rechtzeitig in WUFF, wenn Berlin wieder für ein Wochenende lang zur Hundehauptstadt wird.



>>> WUFF – INFORMATION


Hunderassen: Die Top Ten der Berliner Ausstellung

Die zehn häufigsten auf dieser Veranstaltung ausgestellten Rassen (Zahl in Klammer = Zahl der ausgestellten Hunde pro Rasse, wobei auch die Varietäten in die Gesamtzahl einbezogen sind).

1. Dackel (108)
2. Beagle (85)
3. Schnauzer (81)
4. Rhodesian Ridgeback (78)
5. Leonberger (72)
6. Pudel (69)
7. Deutsche Spitze (57)
8. Englische Cocker Spaniel (52)
9. Golden Retriever (51)
10. Collie (49)

Der Dackel in allen seinen Größen und Fellarten steht unbestritten an der Spitze der am häufigsten ausgestellten Hunde in Berlin. Auffallend die große Zahl an Rhodesian Ridgebacks, was aber dann klar wird, wenn man weiß, dass bei dieser Ausstellung die „Dt. Züchtergemeinschaft Rhodesian Ridgeback“ eine Sonderschau abgehalten hat.

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Gerald Pötz
WUFF-Redakteur

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