Hundeflüsterer oder echte Fachleute: – Wie findet man eine gute Hundeschule?

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Sie sind dem Nervenzusammenbruch nahe. Ihr Hund macht einfach nicht das, was Sie von ihm erwarten. Er zieht wie ein Berserker an der Leine, jault sich seine Hundeseele aus dem felligen Leib, wenn Sie ihn mal allein lassen, oder leidet gar unter temporärer Taubheit. Vielleicht hat er auch schon wieder eifrig und mit viel Akribie ihr Paar Lieblingsschuhe geschreddert. Ableinen mit Freilauf geht überhaupt gar nicht. Denn, kaum haben Sie den Verschluss der ­Leine gelöst, da erblicken Sie nur noch sein Hinterteil. Was liegt also näher als der Gedanke, eine der zahlreichen Hundeschulen aufzusuchen, die seit einiger Zeit an vielen Orten wie Pilze aus dem Boden schießen. Gedacht, getan, gewundert …

Die intensive Recherche nach Hundeschulen lässt staunen, das Angebot erschlägt. Einmal kurz gegoogelt und Sie finden Hunde­trainer, Hündeflüsterer, Hundekommunikatoren, Hundepsychologen, Erziehungsberater, Verhaltensberater, Kynopädagogen und vieles mehr. Einige haben eine mehrjährige Ausbildung hinter sich, sind durch eine Tierärztekammer zertifiziert, andere wiederum haben ein theoretisches Fernstudium absolviert. Wieder andere berufen sich auf ihre jahrzehntelange praktische Erfahrung. Einige propagieren die sogenannte Gewaltfreie Erziehung, arbeiten ausschließlich mit positiver Bestärkung des Hundeverhaltens, andere wiederum sind methodisch der Meinung, einen Hund auch zu begrenzen und unerwünschtes Verhalten dem Vierbeiner auch körpersprachlich zu verdeutlichen. Einige arbeiten völlig ohne Hilfsmittel, andere verwenden Clicker oder Halti oder schwören auf andere der zahlreichen Hilfsmittel. Dann finden Sie auch noch Tierkommunikatoren, die Ihnen versprechen, mit Ihrem Hund „reden" zu können und seine Gedanken zu lesen – nachdem sie lediglich ein Foto von Ihrem Hund gesehen haben …

Fast jede Hundeschule hat heute einen Internetauftritt. Einige sind optisch sehr hochwertig aufgepeppt, mit blumigen Formulierungen und Hochglanzbildern von tollen Hunden. Lassen Sie sich davon nicht blenden. Wichtiger als eloquente Texte ist die Persönlichkeit und Kompetenz des Trainers.

Verhaltenstipps aus dem ­Fernsehen
Und dann gibt es noch die „Gurus", die bekannten Größen in der Hunde­szene, die im Fernsehen als Enter­trainer auftreten, oft Seminare geben, hohe Buchauflagen erzielen, aber manchmal mehr von umsatzträchtigem Marketing als von individuellem Hundetraining verstehen. Natürlich ist es möglich, im Fernsehen die ­Trainingsarbeit mit einem verhaltens­auffälligen Hund darzustellen. Auch haben Sendungen, die sich mit dem Thema Hund und seinem ­Verhalten beschäftigen, eine Vielzahl von Hunde­besitzern motiviert, sich mehr als bisher mit dem Verhalten ihres Vierbeiners auseinanderzusetzen. Wir sehen allerdings die Problematik, dass in der Regel, aufgrund der zeitlichen Einschränkung von Filmberichten und der stark zusammengeschnittenen Sequenzen, immer nur Moment­aufnahmen gezeigt werden können. Das ganze Davor und Danach und vor allem das oft langwierige Dazwischen wird nicht gezeigt. Das weckt falsche Erwartungen!

Hund ist nicht gleich Hund – Mensch ist nicht gleich Mensch
Außerdem besteht die Gefahr, dass der unreflektierende Zuschauer – nicht aus bösem Willen, sondern aus Unkenntnis – Trainingsmethoden übernimmt, die vielleicht zu dem im Fernsehen gezeigten Hund passten, aber eben nur zu diesem, nicht jedoch zum eigenen Hund, selbst wenn die gleiche Verhaltensproblematik vorliegt.

Das kann nicht funktionieren, ­sondern führt ganz im Gegenteil oft zu einer Verschlimmerung der Probleme, weil Mensch dazu neigt, das im TV Ge­zeigte unreflektiert zu übernehmen und mit dem eigenen Hund umzu­setzen.

Da sind wir schon beim ersten Haken: jeder Hund ist anders – und das ist auch gut so! Auch jeder Mensch ist anders, und auch das ist gut. Aber das muss unbedingt bei der Wahl der richtigen Methode mit einbezogen werden. Dazu bedarf es einer Menge Menschenkenntnis. Denn mit einer pauschalen Lösung, wie sie uns im Fernsehen oft vorgegaukelt wird, ist in der Regel niemandem gedient. Was bei Frau Müller hilft, ist oft von Frau Meier nicht umsetzbar. Auch die Probleme sind jeweils andere bzw. haben andere Ursachen. So kann z.B. eine Aggression eine Vielzahl von Auslösern haben, und für eine durch Angst ausgelöste Aggression braucht es ganz andere Maßnahmen und ­Trainingsansätze als für eine offensive Aggression. Bei anderen Problemen im Umgang mit dem Hund ist das nicht anders.

Ohne Basis kein „Problemhundetraining"
Ein weiterer Irrglaube, der durch die im TV gezeigten Turbolösungen entsteht, ist die Erwartungshaltung, dass man direkt das aktuelle Problem angehen kann. „Hilfe, mein Hund jagt! Ich brauche ein Antijagdtraining!" Sicherlich richtig, an der Baustelle „jagdliche Passion" kann und muss gearbeitet werden. Dass die Methoden dazu individuell erstellt werden müssen, sollte nach dem Lesen des ersten Abschnittes klar sein. Aber die Realität zeigt, dass man in den meisten „Fellen" viel weiter unten ansetzen muss als beim aktuellen Problem unkontrolliertes Jagen. Denn wo die Basis im täglichen Miteinander fehlt, kann man das Problem Jagen nicht isoliert betrachten. Ohne Basis macht jegliches Training keinen Sinn. Also setzt ein guter Trainer, um beim ­Problem Jagen zu bleiben, auch hier oft im Hausstand, bei der Grund­erziehung und bei der Teamarbeit an, was viele Hundehalter offenbar nicht zufrieden stellt, weil sie sich eben eine schnelle Lösung erhoffen.

Offenheit ist Trumpf
Das vorhin Gesagte bedeutet aber auch, dass Sie bereit sein müssen, viel Arbeit und Zeit einzubringen. Fragen Sie sich im Vorfeld selber ganz ehrlich, wie hoch Ihr Leidensdruck ist und wie viel Sie bereit sind, zu investieren! Wenn Sie nämlich nicht bereit sind, an sich und Ihrem Hund zu arbeiten, können Sie sich das Training und das Geld dafür auch direkt sparen. Geben Sie sich nicht der Illusion hin, dass es mit den Trainingsstunden getan ist. Die Arbeit liegt bei Ihnen, ein Hunde­trainer kann Ihnen nur die Anleitungen dazu geben! Die konsequente Umsetzung im Alltag können nur Sie bewerkstelligen. Besser, Sie sind sich dessen im Vorfeld bewusst, als dass nachher alle Beteiligten enttäuscht sind, weil der Trainingserfolg ausbleibt. Wenn die Bereitschaft zur Mitarbeit nicht da ist, ist das auch für den Trainer frustrierend – darum ist allen Seiten mit Offenheit gedient.

Offenheit spielt überhaupt eine ­große Rolle. Sie müssen Ihrem ­Trainer vertrauen, wenn Sie Fortschritte erzielen wollen! Dazu gehört auch Offenheit im Umgang mit eigenen Ängsten, Unsicherheiten, eigenem Fehlverhalten und auch Rückschritten im Training. Kein Mensch ist perfekt, aber nur wenn der Trainer von Ihren Schwächen weiß, kann er für Sie und Ihren Hund einen optimalen Trainingsplan erstellen.

Methoden-Hopping?
Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden, lassen Sie sich darauf ein und wechseln Sie nicht die Erziehungsmethoden wie Ihre Socken. Das oft beobachtete „Hundeschul-Hopping", das meist einsetzt, wenn das Training nicht sofort zum Erfolg führt, führt nur zu einer weiteren Verun­sicherung von Mensch und Hund. Gut Ding will Weile haben, aber viele Menschen haben die nötige Geduld nicht und jagen – auf der Suche nach dem schnellen Erfolg – sich und ihren Hund von einer Hundeschule zur nächsten, probieren im Eiltempo ­verschiedenste Methoden aus und wundern sich dann, dass nichts funktioniert. Aber das kann gar nicht funktionieren!

Wenn Sie alle vorhin angesprochenen Punkte für sich mit einem klaren „Ja" beantworten können und bereit sind, sich in das Training mit einzubringen, erfüllen Sie die Voraussetzungen für einen Trainingserfolg.

Ein guter Hundetrainer mag ­Menschen
Aber zurück zu der Frage, was denn nun eine gute Hundeschule ­ausmacht. Welche Kriterien muss sie ­erfüllen, damit Ihr regelmäßiger Besuch, durch den ja auch Kosten entstehen, lohnens­wert ist? Wieder einmal gibt es keine pauschale Antwort. Viel hängt von Ihnen selbst ab. Welche Vorstellungen haben Sie? Wollen Sie gezielt mit Ihrem Hund an einem ­Thema arbeiten, möchten Sie mit Ihrem Hund eine Hundesportart betreiben, interessieren Sie mehr Erziehungskurse für Ihren jungen Hund? Möchten Sie in der Gruppe arbeiten oder lieber ein konkretes Problem in Einzelstunden, die allerdings teurer sind, angehen? Diese und ähnliche Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie sich eine Hundeschule aussuchen. Zugegeben, nicht überall gibt es eine so hohe Dichte von Hunde­schulen wie in Großstädten. In länd­lichen Gebieten ist die Auswahl natürlich deutlich geringer. Aber eine längere Anfahrt kann sich lohnen, wenn die für Sie passende Hundeschule halt einige Kilometer weiter entfernt ist.

Einen wirklich guten Hundetrainer erkennen Sie in allererster Linie daran, dass er Menschen mag und ein ausgezeichneter Kommunikator ist. Ja, Sie haben richtig gelesen. Menschen sollte er mögen. Warum? Warum schreiben wir nicht an erster Stelle, er braucht ein immenses Wissen über Hunde, Verhaltensbiologie und kann die Grundzüge der Lerntheorie aus dem Effeff herunterbeten? Nun ganz einfach: ein Hundetrainer kann nur dann erfolgreich arbeiten, wenn es ihm gelingt, Sie zu erreichen, denn Sie sind es, wie oben beschrieben, der die Verhaltensänderung bei Ihrem Hund herbeiführen muss, indem Sie sich verändern. Verändert sich das Verhalten des Menschen, dann verändert sich das Verhalten des Hundes. Er benötigt also über die rein fachliche Qualifikation hinaus Menschenkenntnis, Empathie und ein gehöriges Maß an rhetorischen Fertigkeiten, um, und das ist ganz wichtig, gemeinsam mit Ihnen am Verhalten oder an der Ausbildung oder Erziehung ihres Hundes zu arbeiten. Ein guter Hundetrainer wird Sie immer mit einbeziehen. Er wird Ihnen, auch ungefragt, erklären, warum er etwas vorschlägt. Zumindest muss er in der Lage sein, seine Entscheidungen, seine Vorschläge und Tipps nachvollziehbar zu erklären. Er kann Sie anleiten und gibt Ihnen hoffentlich auf Sie und Ihren Hund zu­geschnittene Tipps. Es reicht bei Weitem nicht aus, dass Ihr Hund an der Hand des Trainers „funktioniert", nicht aber bei Ihnen.

Der Trainereffekt
In diesem Zusammenhang ein kurzes Wort zum Thema „Trainereffekt". Einige von Ihnen, die bereits Hundeschulen mit Ihrem Vierbeiner besucht haben, kennen sicherlich das Phänomen. Da will es Ihnen partout nicht gelingen, Ihrem stark außenfokussierten Hund zu vermitteln, doch einmal wenigstens 100 Meter neben Ihnen an lockerer Leine zu traben. Immer wieder zieht er wie wild nach vorn, will Sie mal hierhin und mal dahin ­zerren. Kaum ist er aber an der Hand des ­Trainers, da mutiert der „Höllenhund" zum sanften Lämmchen. Kein Gezerre an der Leine, kein vor-den-Füßen-Herumlaufen oder seitliches Aus­brechen. Nein, im Gegenteil, munter, aber doch aufmerksam trabt Ihr kleiner Liebling an lockerer Leine neben dem Hundetrainer her.

Es ist kein Wunder, das Ihnen hier begegnet, sondern es handelt sich meist um den sogenannten „Trainereffekt". Für Ihren Hund ist der Trainer keine Bezugsperson, Ihr Hund kann auch das Verhalten des Trainers in der Regel schlechter oder gar nicht einschätzen und ist deshalb umso aufmerksamer. Hinzu kommt natürlich, dass ein erfahrener Hundetrainer einen wesentlich geschulteren Blick auf das Verhalten Ihres Hundes hat und somit, quasi vorausschauend, eventuell notwenige Korrekturen anbringen kann.

Das erste Date
Sie haben sich für eine Hundeschule entschieden und haben einen ersten Termin mit dem Hundetrainer vereinbart. Bereiten Sie sich auf das erste Gespräch vor und notieren Sie sich ein paar für Sie entscheidende Fragen. Einige Trainer bitten Sie vielleicht, beim ersten Gespräch den Hund nicht dabei zu haben. Dieses auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Vorgehen kann aber auch Sinn machen. Wenn Sie allein zum ersten Termin kommen, kann sich der Trainer voll und ganz auf Sie und Ihre Wünsche konzentrieren. Gerade auch bei Hunden, die sich nicht so lange ruhig verhalten können, ist ein erstes Gespräch ohne den Hund eventuell angebracht.

Es kann aber auch ganz anders ablaufen. Zum Beispiel so: der Trainer verabredet sich mit Ihnen und Ihrem Hund und geht eine Stunde mit Ihnen spazieren. Dabei schaut er genau auf Ihren Hund, auf Sie, und wie Sie miteinander interagieren. Er stellt eine ganze Menge Fragen, um so viel wie möglich über Sie und Ihren Hund herauszubekommen. Am Ende macht er Ihnen Vorschläge für eventuelle Kurse, Einzelstunden oder auf Ihren Hund zugeschnittene Beschäftigungsmöglichkeiten. Er wird Sie hoffentlich in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Das bedeutet aber auch, dass Sie genau wissen müssen, was Sie wollen.

In den meisten Fällen wird es aber so sein, dass das erste Treffen auf einem Hundeplatz stattfindet. Vielleicht sind Sie ja bei einer preisreduzierten Schnupperstunde dabei. Einige Hundeschulen bieten auch eine Probestunde völlig kostenfrei an. Schauen Sie sich in Ruhe um, sprechen Sie mit den anderen Besuchern der Hundeschule, fragen Sie sie nach ihren Erfahrungen. Sie bekommen sicher schnell ein Gefühl dafür, welche Stimmung auf dem Platz herrscht. Gibt es die Möglichkeit des Sozialspiels vor oder nach den Kursen oder müssen die Hunde alle angeleint herumlaufen oder sind gar angebunden an einem festen Platz? Welchen optischen Eindruck macht der Platz? Sehr wichtig für die Beurteilung einer Hundeschule ist die jeweilige Gruppengröße. ­Leider gibt es immer wieder Trainer, die Gruppengrößen von 12 oder mehr Teilnehmern zulassen und diese dann auch noch allein leiten. Wir können nur davor warnen, an solchen Gruppen teilzunehmen. Kein Trainer ist in der Lage, solche großen Gruppen effektiv zu überschauen, geschweige denn bei dieser stattlichen Teilnehmerzahl individuell auf das einzelne Mensch-Hund-Team einzugehen.

Ein weiterer Aspekt scheint uns dabei nachdenkenswert. Wenn Sie mit Ihrem Hund auf einem Hundeplatz arbeiten wollen, auf dem noch 10, 12 oder mehr andere Hunde herumwuseln, so kann es sein, dass Ihr Hund ständig starken Ablenkungsreizen ausgesetzt ist. Auch wenn der Trend in Deutschland immer mehr in Richtung Zweit- oder gar Dritthund geht, so leben doch die meisten Hunde allein bei ihrem Besitzer oder in einer Familie. Das heißt, die Nähe von so vielen anderen Hunden ist erst einmal ungewohnt und das hohe Ablenkungspotenzial ist für einen möglichen Trainingseffekt anfangs kontraproduktiv. Als ideale Gruppengröße sehen wir maximal sechs bis sieben Mensch-Hunde-Teams an. Diese Gruppengröße ermöglicht es dem Trainer, jederzeit den Überblick zu behalten und spezielle Hilfen für den einzelnen Hund samt seinem Besitzer zu empfehlen.

Ein weiterer Aspekt ist unseres Erachtens nach zu berücksichtigen: aus der Lerntheorie ist bekannt, dass Hunde auch ortsbezogen lernen. Für die Arbeit auf einem Hundeplatz bedeutet das, dass es bei Ihrem Hund zu Verknüpfungen zwischen dem Ort und beispielsweise einem neu erlernten Kommando kommen kann. Auf dem Platz, unter geringer oder gar keiner Ablenkung, führt er dieses Kommando dann auch aus. Zuhause oder an Orten mit stärkeren Außenreizen, wie einer Straße oder in der Fußgängerzone, geht dann aber auf einmal gar nichts mehr. Weil der Hund das Kommando eben streng ortsbezogen verknüpft und nicht generalisiert hat.

Ein guter Trainer wird Ihnen deshalb auch immer Hausaufgaben mit auf den Weg geben. Nun kommt es auf Sie an, gemeinsam mit Ihrem Hund jeden Tag ein kleines privates Trainingsprogramm zu absolvieren. Aber Vorsicht. Überfordern Sie Ihren Hund nicht! Das ist lerntheoretisch falsch und Ihr Hund wird schnell die Motivation verlieren, wenn er zig-mal die gleiche Übung stereotyp wiederholen soll.

Gewalt auf dem Hundeplatz – ein no go
Ein absolutes Tabu ist natürlich eine Hundeschule, deren Trainer Starkzwangmittel nutzen, um einen Hund zu „motivieren", ein gewünschtes Verhalten zu zeigen. Dazu gehören ­Stachelhalsbänder, Würgehalsbänder, der Einsatz der ohnehin in Deutschland und Österreich ver­botenen Stromreizgeräte oder sonstige Methoden, die dem Hund körperliche Schmerzen zufügen. Auch ­Schläge gehören natürlich nicht in einen zeitgemäßen Umgang mit Hunden. Gott sei Dank nutzen die meisten der ­heutigen Hundetrainer diese Methoden nicht mehr. Sollten Sie dennoch an ein so ­antiquiertes Trainer-Exemplar geraten, drehen Sie sich um, verlassen Sie die Hundeschule auf Nimmer­wiedersehen.

Verlassen Sie sich ruhig auf Ihr Bauchgefühl. Denn wenn Sie sich in der Hundeschule gut aufgehoben fühlen, Sie den Eindruck haben, Sie und Ihr Hund werden individuell betreut, wenn der Hundetrainer jederzeit in der Lage ist, seine Handlungen für Sie nachvollziehbar zu erläutern, dann wird sich Ihre gute Stimmung auch auf Ihren Hund übertragen. Denn gute Stimmung erzielt gute Übungsergebnisse!

CHECKLISTE

So erkennen Sie eine gute ­Hundeschule

1. Eine gute Hundeschule bietet eine kostenlose Probestunde an und wird Sie nie, ohne Sie und Ihren Hund kennengelernt zu haben, zu einem Kurs überreden.

2. Vor dem Training führt der Hunde­trainer ein ausführliches Beratungs­gespräch mit Ihnen.

3. Der Hundetrainer verfügt über eine nachweisbare Ausbildung. Ein Hinweis auf jahrelange Erfahrung reicht nicht aus. Man kann ­Dinge nämlich auch jahrelang falsch machen.

4. Die Hundegruppen sind nicht zu groß. Ideal sind max. 6 Mensch-Hunde-Teams.

5. Rassetypische Eigenschaften des Hundes und Ihre eigenen Fähig­keiten werden beim Training berücksichtigt.

6. Hunde mit Verhaltensproblemen werden zunächst individuell und nicht in einer Gruppe betreut.

7. Der Hundetrainer kann jederzeit erklären, warum er etwas tut.

8. Der Hundetrainer bildet sich ­regelmäßig weiter.

9. Die Hundeschule bietet nicht
„die eine Methode" zum Umgang mit Hunden an.

10. Das Hundetraining findet nicht nur auf dem Hundeplatz statt.

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