Hundekot und Kälbersterben?

0
1163

Was steckt dahinter?

Immer wieder kommt es zu Streit zwischen Landwirten und Hundehaltern, die ihre Hunde auf landwirtschaftlichen Nutzflächen laufen lassen. Der Grund dafür liegt in der Sorge der Landwirte, über abgesetzten Hundekot könnten bestimmte Parasiten auf die Felder und damit in das Grünfutter des Kuhbestandes gelangen, die Ursache seien für vermehrte Fehl- oder Totgeburten.

Es gibt in der Tat einen protozoären Parasiten – Neospora Caninum –,
der zu Kälberabortus führt. Dieser Parasit kann auch über den Kot ­infizierter Hunde, die als ­Endwirte ­gelten, übertragen werden. Nach ­aktuellen wissenschaftlichen Studien können Hunde sich allerdings nur dadurch infizieren, dass sie Nachgeburten, Abortmaterial oder Gebärmutterausfluss bereits infizierter Kühe aufnehmen. Es liegt auf der Hand, dass es sich bei infizierten Hunden allenfalls um die eigenen Hofhunde des Landwirtes handeln kann, die mit entsprechendem Material gefüttert wurden oder auf sonstigem Wege damit in Kontakt kamen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund, der nicht auf einem Hof mit Rinderwirtschaft gehalten wird, sich mit Neospora Caninum infiziert, tendiert gegen null.

Sie wollen diesen Artikel weiterlesen? Bitte loggen Sie sich ein, oder wählen eine der unten angebotenen Optionen :

LOGIN



Jetzt für WUFF-Online-Abo oder Tagespass registrieren und diesen Artikel weiterlesen!

TEILEN
Vorheriger ArtikelGib Laut – Leserbriefe WUFF 9/2016
Nächster ArtikelHunde sind sehr gute Lehrmeister
Dr. Colin Goldner
Der Autor Dr. Colin Goldner ist klinischer ­Psychologe und ehrenamtlich als wissenschaftlicher Berater des Hunde­asyls der „Tierfreunde ­Niederbayern e.V.“ tätig, in dem alte, kranke, oder aus sonstigen Gründen schwer vermittel­bare Hunde vornehmlich ­großer und Riesenrassen aufgenommen werden. Er befasst sich seit mehr als 20 Jahren mit kynologischen Fragestellungen. Zur Problematik ­protozoärer Parasiten hat er umfäng­liche ­Recherchen angestellt.

KEINE KOMMENTARE