„Hundephysik“: Anziehungskraft und Gravitation

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Was haben Hunde und Physik gemeinsam? Gibt es ­„mathematische Grundlagen der Naturphilosophie“,­ ­denen das hundliche Verhalten unterliegt? Ja, es gibt ­einen ­Zusammenhang zwischen Hunden und Physik. Hund ­Newton ist der beste Beweis dafür. Hunde und Physik mit einem zwinkernden Auge betrachtet – von Lisa Klotz.

Wenn wir spazieren gehen, wird Sir Isaac Newton, unser Hund, sehr oft ­angesprochen. „Ach ist der süß!“ oder „Darf ich den mal streicheln?“ und „Was für ein ­schöner Hund!“ hört er dann. Als er noch ein Welpe war, haben wir uns keine Gedanken darüber gemacht.

Klar war der süß! Aber das hörte nicht auf. Eine Weile lang machte ich mir Sorgen über mögliche Auswirkungen auf seine hundliche Psyche. Zum Glück ist Newton weder eingebildet noch arrogant und auch kein überheblicher Flaneur geworden. Es ist auch schön zu sehen, dass Newtons Anziehungskraft mit steigendem Alter nicht abnimmt und auch andere ihn süß und wunderschön finden. Für Komplimente, das muss einmal gesagt werden, hat Newton ganz grundsätzlich immer ein offenes Ohr.

Mit der Anziehungskraft ist das so eine Sache. Die Leute verzeihen einem aber auch alles. Als ich einmal kurz weg musste und jemandem seine Leine gab, stibitzte Newton der Dame am Nebentisch ganz frech ein Taschentuch aus der Jackentasche und aß es genüsslich auf. Als ich wiederkam und mich ­lächelnde Gesichter empfingen, mir Newtons Streich erzählten und ich daraufhin zu schimpfen begann, wurden ihm weitere Taschentücher angeboten. Nein, das sei überhaupt nicht schlimm, hier seien noch mehrere. Die könne er auch haben.

Wenn Newton Menschen und andere Hunde sieht, freut er sich. Er ist ein sehr aufgeschlossener ­menschenfreundlicher Hund. Schließlich gibt es beinahe überall Streicheleinheiten und lächelnde Gesichter.

Das erste Mal, als sich unser Hund Newton Gedanken darüber machte, dass sich seine Anziehungskraft nicht nur auf Menschen und andere Hunde erstreckt, war, als ihm plötzlich ganz unverhofft ein Sonnenhut auf den Kopf fiel. Dieser war oben auf der Garderobe gelegen und möglicherweise durch einen Windstoß oder irgendeine andere unerklärliche Ursache, einfach schwupps, auf Newtons Kopf gefallen. Himmel, dachte Newton. Wenn vom Himmel einfach Dinge auf mich herabfallen können, was ist dann mit der Welt los? Ich dachte immer, die Sachen sind irgendwie im Himmel festgemacht. Sollte etwa die Anziehung nicht nur zwischen Newton und Menschen gelten, sondern vielleicht sogar zwischen allen möglichen Körpern?

Der Zwischenfall mit dem Sonnenhut beunruhigte Newton sehr und in dieser Zeit schlich er die meiste Zeit nachdenklich durch die Wohnung. Er grübelte und grübelte. Plötzlich besann sich unser Hund auf seinen Namensvetter, den englischen Physiker Sir Isaac Newton. War dem nicht auch mal was Ähnliches passiert? Nach eingehender Recherche am Bücherregal fasste Newton alles in einer Grafik zusammen.

Der Mythos besagt, dass sein Namens­vetter, der Physiker, eines Tages, während er unter einem Baum saß und nachdachte, von einem Apfel getroffen wurde. Ganz so wie unser Hund Newton von einem Sonnenhut. Der Physiker stellte daraufhin ein Gesetz auf, welches die Schwerkraft der Erde, herunter­fallende Äpfel und Sonnenhüte und die Planetenbewegungen erklärte.

Dieses Gravitationsgesetz besagt, wie die Anziehungskraft zwischen zwei Dingen von deren Masse und ihrer Entfernung zueinander abhängt. Newton wiegt um die 20 Kilogramm. Der Sonnen­hut laut Küchenwaage 50 Gramm. Aber solche kleinen ­Massen fallen eher nicht ins Gewicht. Der ­Sonnenhut fiel also nicht auf Newton wegen Newtons Gewicht, sondern aufgrund der Erdanziehung, die der Physiker ebenfalls relativ genau berechnet hat. Und das im 17. Jahrhundert!

Die Kraft F ist gleich der Gravitationskonstante mal beiden Massen geteilt durch ihren Abstand im Quadrat.

F = G x m1 x m2
                  r2

Damit hat die Kraft, mit der der ­Sonnenhut auf Newtons Kopf fiel, mit der ­Gravitationskonstante und der Masse der Erde zu tun. Am Anfang war Newton sehr glücklich über seine persönliche Erfahrung mit einer Naturkonstante. Neuerdings macht sich unser Hund allerdings ab und an Sorgen, ob es im Weltall möglicherweise vor Sonnenhüten wimmelt, die auf ihn herabfallen könnten.

Um ihn zu beruhigen habe ich ihm vom großen Knochen im All erzählt, der seine Kreise im Orbit zieht. Seitdem beobachtet unser Hund des Öfteren den Himmel in freudiger Erwartung auf einen herabfallenden Knochen …

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