Hundetrainer – ein Ausbildungsberuf mit Potenzial?

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In der WUFF-Ausgabe 11/2013 wurde darüber berichtet, dass gewerbsmäßige Hundeausbilder ab dem 01.08.2014 eine Erlaubnis des für sie zuständigen Veterinäramts benötigen, um ihrem Gewerk (weiter) nachgehen zu dürfen. Von vielen unbemerkt hat indes die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam gemeinsam mit dem BHV (Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltens­berater/innen e.V.) bereits im Jahr 2007 den IHK Zertifizierungslehrgang „Hundeerzieher- und Verhaltensberater/-in IHK“ entwickelt.

Was hat das Eine nun mit dem Anderen zu tun? Strenggenommen nichts, bei Licht betrachtet einiges. Denn um ab 01.08.2014 als gewerbsmäßiger Hundeausbilder arbeiten zu können muss man natürlich nicht zuvor den IHK Lehrgang absolviert haben. Allerdings müssen die Hundeausbilder dem Veterinäramt ihre Sachkunde nachweisen, um eine Erlaubnis zu erhalten. Wie dieser Nachweis im einzelnen zu führen sein wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann sein, dass diejenigen, die als Sachverständige nach den Hundegesetzen und -verordnungen der Bundesländer anerkannt sind, auch als sachkundige Hundeausbilder bestätigt werden. Des Weiteren gibt es einige Institute und Einrichtungen, die seit vielen Jahren Hundetrainer, -psychologen und -verhaltensberater ausbilden. Letztlich gibt es auch etliche Trainer, die sich selbst theoretisches und praktisches Wissen angeeignet und über viele Jahre erfolgreich angewendet haben. Ob all diese Ausbilder als sachkundig anerkannt werden, bleibt abzuwarten.

Gute Aussichten, als sachkundig zu gelten, werden sicherlich die Absol-venten des IHK Zertifizierungslehrgangs haben. Denn die Industrie- und Handelskammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und ver-treten nicht nur die wirtschaftlichen Interessen ihrer (Pflicht-) Mitglieder gegenüber der regionalen Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit, sondern sie sind auch für die Aus- und Weiterbildung zuständig. Dazu gehört auch die Entwicklung neuer ­Konzepte, wie die Leiterin des Fachbereichs ­Bildungszentrum bei der IHK Potsdam, Kerstin Poloni, erklärt: „Auf längere Sicht ist es das Ziel, Hundeerziehung und Verhaltensberatung als anerkannten Ausbildungsberuf zu etablieren, und zwar nach bundesweit einheit­lichen Standards.“

Um diesem Ansinnen gerecht zu werden, wird die Latte hoch gelegt: Über 300 theoretische und 500 praktische Stunden müssen die ­Kursteilnehmer absolvieren, bevor die Prüfung ansteht. Gelehrt und gelernt wird dabei nicht nur (problematisches) Hundeverhalten und tiermedizinische Grundlagen etc., sondern auch, wie eine Hundeschule geführt wird, wie Trainingseinheiten aufgebaut und ­präsentiert werden.

Es wird in den kommenden Jahren sicherlich spannend zu beobachten sein, ob sich dieses oder andere Konzepte durchsetzen. Für Hundeaus-bilder können das IHK- oder andere Zertifikate sicherlich zum Gütesiegel werden, für den Hundehalter bietet es zumindest eine erste Orientierung auf einem gegenwärtig nahezu unüberschaubaren Markt.

Als Zukunftsperspektive wäre eine staatliche anerkannte Ausbildung als Hundetrainer allerdings sicherlich wünschenswert. Denn wenn insbesondere die Landesgesetz- und Verordnungsgeber in zunehmendem Maße von Hundehaltern verlangen, sachkundig zu sein und sich entsprechenden Prüfungen zu stellen, dann muss dies für diejenigen, die Hunde und ihre Halter ausbilden, doch allemal gelten.

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Der Autor, Lars-Jürgen Weidemann, ist Partner der Anwaltskanzlei ­Sieger, Weidemann und Laakes in Mülheim an der Ruhr. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren u.a. mit rechtlichen Fragen zur Hundehaltung, zum Tierschutz- und Vereinsrecht.
 
Rechtsanwalt L.-J. Weidemann,
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