Hundetraining: Unterschiedliche ­Belohnungs-Leckerchen

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Die Kolumne zum Thema „Alltagsprobleme mit dem Hund".
WUFF-Autorin Yvonne Adler, Tierpsychologin, akademisch geprüfte Kynologin und Hundetrainerin, beantwortet Ihre ­Fragen. Schicken Sie uns Ihr Alltagsproblem mit Ihrem Hund , kurz ­formuliert und mit 1 bis 2 Bildern. In dieser Ausgabe geht es um unterschiedliche Belohnungs-Leckerchen.

Liebe Frau Adler!
Mein Dalmatinerrüde Oskar ist zwei Jahre alt. Er hat leider eine Futtermittel­unverträglichkeit gegen Rind und Weizen. Deshalb bekommt er Spezialfutter, das ich auch zum Trainieren verwende. Leider folgt Oskar seither immer schlechter, wenn ich das Futter als Belohnung einsetze. Ich ­hoffe, Sie können mir Tipps geben!

Roland Jäger

Lieber Herr Jäger!
Futtermittelunverträglichkeiten sind oftmals Stolpersteine im Training. Gerade wenn man das „normale täg­liche Nahrungsmittel" als Belohnung in der Ausbildungssituation verwendet, ist es oftmals so, dass die Motivation des Hundes sinkt. Damit wird natürlich auch der Lernerfolg geschmälert.

Bitte überprüfen Sie deshalb, ob Sie vielleicht andere Belohnungen zum Trainieren verwenden können. Es gibt viele Möglichkeiten, um Rind und Weizen zu vermeiden: Reine Trockenfleischprodukte von Fisch oder Huhn bzw. auch Käse können geeignete Leckerchen sein. Anfangs ist es eine aufwändige Aufgabe, die Verpackungen auf „verbotene" Inhaltsstoffe zu kontrollieren. Wenn Sie jedoch ein wenig Erfahrung gesammelt haben, ist es viel einfacher, die richtigen Belohnungen auszuwählen.

Für ein erfolgreiches Training ist es wichtig, dem Hund abwechslungs­reiche Leckerchen anbieten zu können. Sie benötigen deshalb eine Auswahl an Belohnungen, die Oskar unterschiedlich motivieren. „Normale" gute Belohnungen können Sie für die Wiederholung von bereits erlernten Übungen bzw. im täglichen Zusammenleben benützen. Leckerchen, die Oskar dazu bringen, sehr aufmerksam zu sein, eignen sich gut zum ­Erlernen von neuen Übungen oder bei er­höhtem Schwierigkeitsgrad wie bspw. bei mehr Ablenkungsreizen.

Zusätzlich sollten Sie jedoch auch „Highlight"-Belohnungen im Repertoire haben. Diese Leckerchen sollen für Oskar etwas ganz Besonderes sein. Sie werden immer mal wieder eingesetzt, wenn er etwas sehr, sehr gut gemacht hat. Wenn Sie diese Highlights nämlich immer verwenden, würde die Motivation Ihres Hundes auf Dauer wieder sinken, weil die Belohnungen nichts Besonderes mehr sind. Deshalb ist es wichtig, hier eine Auswahl an Leckerchen anbieten zu können.

Damit wünsche ich Ihnen und Oskar eine erfolgreiche Leckerchen-Suche und baldige, gemeinsame Trainingserfolge!

Ihre Yvonne Adler

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Yvonne Adler
Yvonne Adler lebt und arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit Hunden. Sie schloss das Studium zur Tierpsychologin mit Auszeichnung ab und ist zudem eine von Europas ersten akademisch geprüften KynologInnen. Neben ihrer Tätigkeit als Sachverständige für Hunde, absolviert sie laufend weitere in- und ausländische Aus- und Fortbildungen im Bereich der Kynlogie, um stets auf dem aktuellsten Stand der internationalen Hundewissenschaft zu sein. Kontakt: Yvonne Adler – Adler Dogs® www.adler-dogs.at

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