„Hundezüchter“ 2 – Welpen werden in Eisenstadt betreut

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Tierschutzhaus „Sonnenhof“ als vorübergehende Bleibe – Transport der Hundebabys „aus Tierschutzsicht auf jeden Fall“ Tierquälerei

Eisenstadt (APA) – Die am Mittwoch im Burgenland beschlagnahmten 47 Hundewelpen, mit denen ein 33-jähriger Rumäne im Pkw nach Frankreich wollte, werden im Tierschutzhaus „Sonnenhof“ in Eisenstadt betreut. „Zur Zeit geht es ihnen ganz gut“, sagte Wolfgang Böck, der Leiter des Tierschutzhauses, am Donnerstag zur APA. Es gebe keinen offensichtlichen Fall, der Sorge bereiten würde. Das könne sich aber rasch ändern.

Die kleinen Vierbeiner – unter anderem Chihuahua, Französische Bulldoggen und Yorkshire Terrier – befinden sich derzeit in Quarantäne. „Sie sind streng isoliert“, schilderte Böck. Nun erfolge eine Bestandsaufnahme und die Erstuntersuchung. In dem Alter – die Welpen seien sechs bis „maximal“ acht Wochen alt – sei das Risiko, an Viruserkrankungen wie Parvovirose und Staupe zu erkranken, sehr groß. „Wir werden alles tun, um das zu verhindern. Zur Zeit sind alle wohlauf“, sagte Böck.

Die große Zahl an kleinen Welpen stellt das Team des Sonnenhofes vor eine Herausforderung: „Wir stoßen an unsere Leistungsgrenzen“, meinte der Leiter des Tierschutzhauses. Ginge es um 47 erwachsene Hunde, „dann hätten wir ein Problem“, fügte er hinzu.

Um die Welpen von ihrer Mutter zu trennen, seien sie noch „viel zu jung“. Ob es sich dabei um Tierquälerei handelt? „Aus Tierschutzsicht auf jeden Fall“. Acht Wochen nach der Geburt würden nach den gesetzlichen Bestimmungen den frühesten Abgabezeitpunkt darstellen. Seriöse Züchter würden Hunde erst nach zehn Wochen oder noch etwas später abgeben. Welpen würden in der Gruppe mit ihrer Mutter sozialisiert. Werden Hunde zu früh aus dieser Umgebung weggenommen, könne man das kaum mehr aufholen, so Böck. Eine zu frühe Trennung führe zwangsläufig zu Verhaltensauffälligkeiten.

„In dem Alter sind die Tiere extrem anfällig, was die Gesundheit betrifft“, erläuterte der Leiter des Sonnenhofes. Die Zahl der Antikörper der Mutter, wodurch die Welpen in den ersten Wochen geschützt seien, nehme ab, dann könne ein „Immunitätsloch“ beginnen, bis der Impfschutz ausreichend gegeben sei.

Beim Transport seien teilweise mehrere Jungtiere in eine der kleinen Transportboxen gepfercht gewesen. „Ein Wahnsinn“, meinte Böck: „Mich wundert bis jetzt, dass sich das ausgegangen ist.“

Was mit den kleinen Vierbeinern weiter geschieht, stehe noch nicht fest. Bei beschlagnahmten Tieren gebe es zunächst eine achtwöchige Sperrfrist. Die in Nickelsdorf sichergestellten Welpen bleiben außerdem zur Seuchenprävention noch mindestens drei Wochen isoliert.

In diesem Zeitraum werden sie beobachtet. Ist diese Zeit überstanden, „dann kann man schon beruhigter sein, dass da nicht irgendetwas Schlimmes ausbrechen wird.“ Sind die acht Wochen verstrichen und wird von der Behörde nicht anders entschieden, dann könnten die Hunde zur Vermittlung freigegeben werden.

 

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