Kinder und Hunde – Tipps zum richtigen Umgang

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Durch das Zusammenleben mit einem Hund entwickeln Kinder mehr Empathie. (Foto © AdobeStock)

Um ein reibungsloses und stressfreies Miteinander von Kindern und Hunden zu ermöglichen, bedarf es an Wissen – nicht nur über das Wesen von Kindern, sondern auch über jenes von Hunden. Vereinbarte Strukturen und klare Regeln helfen dabei und geben zusätzlich Sicherheit. Die Infografik „Tipps fürs Tier – Kinder und Hunde“ der Vetmeduni veranschaulicht Grundregeln für ein sicheres Zusammensein.

Dreamteam Kinder und Hunde
Die bloße Anwesenheit eines Hundes lässt Kinder konzentrierter, ruhiger und weniger aggressiv werden. Haben Kinder beim Aufwachsen eine starke Bindung zu ihrem Heimtier, entwickeln sie mehr Empathie und eine höhere Sozialkompetenz.

Positive Effekte auf Kinder in Anwesenheit eines Hundes:

  • weniger Aggressionen
  • erhöhte Aufmerksamkeit, bessere Lernerfolge
  • Ausschüttung von Oxytocin: stärkt Vertrauen und fördert soziale Bindungen

Positive Effekte auf Kinder durch Zusammenleben mit eigenem Hund:

  • mehr Empathie
  • mehr Sozialkompetenz

Regeln und Strukturen
Gemeinsam mit ihren Kindern sollten Eltern jedoch klare Regeln und Strukturen vereinbaren. Aus der Forschung im Bereich der Unfallprävention weiß man, dass alleine Regeln zu lernen nicht hilft. Kinder müssen diese laufend üben und richtige Verhaltensweisen wiederholen. Unterstützt wird das Lernen durch Nachahmung. Es ist also wichtig, dass Erwachsene und Hundehalter:innen mit gutem Vorbild vorausgehen.

Klare Regeln
Regel 1: Nicht beim Fressen stören
Stör den Hund nicht beim Fressen, du möchtest beim Essen auch nicht gestört werden.
Regel 2: Nicht umarmen
Die meisten Kinder möchten nicht festgehalten werden. Die meisten Hunde mögen Umarmungen nicht und noch weniger, wenn sie richtig umklammert werden.
Regel 3: Spielzeug nicht wegnehmen
Spielzeug nicht wegnehmen Nimm dem Hund Spielzeug und Knochen nicht weg, du möchtest auch nicht, dass dir deine Spielsachen weggenommen werden.
Regel 4: Runter vom Hund
Steige oder setze dich nicht auf den Hund. Du magst es auch nicht, wenn jemand auf dir herumtrampelt.
Regel 5: Nicht schreien
Hunde hören viel besser als wir Menschen. Vermeide es, zu brüllen oder zu lärmen. Auch Menschen wollen nicht angeschrien werden.
Regel 6: Nicht zu nahe
Vermeide nahen Kontakt mit deinem Gesicht zur Hundeschnauze. Auch für Menschen ist sehr naher Kontakt oft unangenehm.
Regel 7: Nicht ärgern
Niemand mag es, an Haaren, Ohren oder anderen Körperteilen gezogen zu werden! Auch der Hund nicht.

Infografik zum Download

Kind und Hund immer beaufsichtigen
(Klein-)Kinder verstehen Signale des Hundes nicht!

  • Orientierung hauptsächlich am Kopf/Gesicht
  • Knurren wird häufig für Lachen gehalten
  • Kinder können frühestens ab 4 Jahren Empathie empfinden
  • Gefahrenbewusstsein ist wenig ausgeprägt

Vertrautheit kann täuschen
85% der Bissunfälle ereignen sich mit Hunden, die das Kind bereits kennt. Hundehalter:innen erkennen seltener Angstsignale der Hund-Kind-Interaktion als Nicht-Hundehalter:innen. Wir empfehlen:

  • Körpersprache von Hunden lesen lernen
  • Die besondere Wahrnehmung von Kindern verstehen
  • Richtiges Verhalten vorleben, laufend aufklären
  • Kind und Hund niemals unbeaufsichtigt lassen
  • Präventionsmaßnahmen treffen, wenn nötig Ruhepausen verordnen

Text: Vetmeduni Vienna | Grafik: Vetmeduni Vienna/Matthias Moser | Foto: AdobeStock

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Martina Bartl ist erfahrene Hunde- und Pferdehalterin und seit rund 15 Jahren Journalistin. Sie hat sich auf die Fachgebiete Pferde & Reiten und auf Hunde spezialisiert.

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