Kroatien mit Hund

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Nächtliches Heulen der Schakale, viel Sonne, Wellen, freundliche Menschen– all das findet man in diesem wunderschönen Land. Wer einmal die Jadranska Magistrala – die berühmte Küstenstraße mit traumhaften Ausblicken – entlang gefahren ist, der kommt immer wieder zurück. Allerdings muss man sich da schon in den Süden nach Dalmatien begeben. Da ist das „echte“ Kroatien zu Hause. Wer über Istrien nie hinauskommt, versäumt viel. Elisabeth Polgar nimmt Sie mit auf die Reise in den Süden.

Endlich wieder Urlaub … ab in den Süden – nach Kroatien! Doch mit einem Wohnmobil ist man ja auch schon im Urlaub, sobald man losfährt, und so begann dieser für uns gleich in der Umgebung von Graz. Mit lieben Freunden besuchten wir den Pferdegnadenhof Edelweiß (Links zu allen Sehenswürdigkeiten und Campingplätzen siehe unten) in Wildon. Am Wochenende kann man hier ganz zwanglos zusammensitzen, Tiere streicheln oder nur beobachten und außerdem sehr gut essen. Fast wie bei einem Großfamilientreffen kam ich mir dort vor – irgendwie gehörten hier alle zusammen; ein wirklich schönes Gefühl!

Weiter in den Süden
Wie schon im letzten Jahr wählten wir die Route über die Bundesstraßen durch Slowenien. Einerseits, weil die Autobahn abschnittsweise immer noch eine große Baustelle ist, und andererseits, weil auch Slowenien ein wunderschönes Land und einen Besuch wert ist. Der Campingplatz bei der Therme Ptuj sollte also wieder unser Ziel sein. Unser Stellplatz vom letzten Jahr war wieder frei und so richteten wir uns gemütlich ein. Abends spazierten wir entlang der Drava in die Altstadt und meine Gedanken waren, wie so oft, bei meiner im letzten Jahr verstorbenen Hündin Piccolina. Letztes Jahr war sie noch mit uns unterwegs. In Ptuj spaziert man auf mittelalterlichen Wegen, das Schloss auf dem Schlossberg ist nicht nur ein guter Aussichtspunkt, sondern auch ein Museum und Platz für viele Veranstaltungen.

Am nächsten Morgen beschlossen wir aber, weiter zu fahren. Die Mobilheime des Campingplatzes waren an Schulklassen vermietet worden und ungefähr vierzig Kinder bevölkerten mit voller Lautstärke das ganze Gelände. Das passte nicht ganz zu unserer Vorstellung von einem ruhigen und gemütlichen Urlaub.

Der weiter südlich in Senj liegende Stellplatz „Autokamp Skver“ war zwar gut besucht, aber wir hatten Glück und fanden einen Platz mit Blick aufs Meer und einem Baum, der ein bisschen Schatten spendete. Es dauerte nicht lange und wir lernten ein Ehepaar aus der Schweiz kennen. Nette Plaudereien, gemütliches Sitzen vor dem Campingbus und heuer erstmals Backen im neuen „Omnia“, einem Mini-Backofen für den Gaskocher, bestimmten diese Zeit. Wie einfach es ist, Brot und Kuchen zu backen, merkte ich hier einmal mehr, denn ohne Küchenmaschine und spezielle Rührschüsseln gelang es mir im Laufe dieses Urlaubs ganz ohne viel Aufwand. Es machte richtig Spaß, das alles auszuprobieren und die Zeit verflog viel zu schnell. Anders als in früheren Urlauben liegt Timo nun im Urlaub schon die meiste Zeit ruhig im oder vor dem Campingbus. Er ist ein richtiger Senior geworden. Nichts bringt ihn mehr so schnell aus der Ruhe, fast nichts ist es wert verbellt zu werden. Das ist wohl einer der Vorteile eines älteren Hundes. Die Spaziergänge in den Städten werden kürzer, weil er das Gehen auf Asphalt und in der Hitze zwischen den Mauern gar nicht mehr mag. Dennoch besuchten wir die Festung Nehaj und genossen den weiten Blick über die Stadt und das Meer.

Der Paklenica-Nationalpark stand schon lange auf unserer Reise-Wunschliste und so brachen wir nach 2 Nächten auf und fuhren weiter die Küstenstraße entlang. Am Campingplatz fanden wir einen schönen Stellplatz unter hohen Bäumen. Mein erster Eindruck von diesem Platz war zwar: „Oh weh, ein Waldcampingplatz!“, aber schon kurz darauf fühlte ich mich hier sehr wohl. Nur wenige Schritte waren es zum Strand oder zum Sanitärgebäude und dennoch blieben wir von Lärm und Gerüchen verschont. Timo genoss es ebenfalls und döste die meiste Zeit im Schatten unserer Markise.

Timo – dieser Urlaub richtete sich ganz nach ihm! Mit bald 13 Jahren ist er zwar grundsätzlich noch recht fit, aber die Trauer um seine Hundegefährtin Piccolina hat ihn in den letzten Monaten doch auch sehr mitgenommen. Umso mehr waren wir überrascht, als wir (nach langem Hin- und Her-Überlegen) mit ihm im Paklenica-Nationalpark durch die Schlucht wanderten. Das Schweizer Ehepaar hatten wir auch auf diesem Campingplatz wieder getroffen und so erfuhren wir, nach deren Ausflug in die Schlucht, mehr über die Wegbeschaffenheit und das Gelände. Ich hätte nicht ­gedacht, dass Timo diese Wanderung schaffen würde. Aber oft kommt es ­anders als gedacht. Wir machten uns also ganz zwanglos auf den Weg. Nur mit ­unseren Wasserflaschen und einem ­Trinknapf für Timo im Rucksack und dem Gedanken „Wir gehen so weit, wie Timo mag“ gingen wir Stück für Stück des Weges. Überwältigt von den gigantischen Felswänden, den vielen kleinen und größeren Pflanzen am Wegesrand und in den Felsspalten und –ritzen, dem Rauschen des Wassers und Timos guter Laune stapften wir bergauf und immer weiter und weiter.

Zwischendurch konnten wir immer wieder an seichten Stellen ins Wasser und kühlten Pfoten und Füße. Durch diese Langsamkeit nahmen wir das Wandern ganz anders wahr als früher bei unseren eher schnelleren Wanderungen. Und ich muss sagen, dass es eine sehr positive Erfahrung war. Als wir bei der ersten Hütte ankamen, staunte ich nicht schlecht, denn wir waren nur wenig langsamer, als die Wegzeit im Wanderführer beschrieben war! Nachdem Timo wieder ausgiebig im Wasser war, kehrten wir bei der Hütte ein, genossen die Felsenlandschaft und machten Pause. Timo war aber so aufgedreht und munter, dass wir beschlossen weiter zu gehen. Eine weitere halbe Stunde später erreichten wir die Berghütte und Timo ging es immer noch sehr gut. Die Hütte war gut besucht, viele fröhliche Leute waren hier, Kinder spielten zufrieden und Hunde dösten unter den Tischen. Alles war so friedlich und idyllisch. Doch irgendwann mussten wir doch den Heimweg antreten und so nahmen wir unser langsames Tempo wieder auf und schlenderten den Weg bergab. Dabei wurde uns erst bewusst, wie steil wir hinauf gegangen waren! Wieder nahmen wir jede Gelegenheit wahr, unsere Füße und Pfoten zu kühlen und fanden es wirklich schade, als wir wieder beim Eingang der Schlucht und somit am Ende unserer Wanderung waren. Glücklich und zufrieden fuhren wir zum Campingplatz zurück und verbrachten den Rest des Tages mit Schwimmen, Faulenzen, Kochen und Essen und den Abend mit unseren Nachbarn aus der Schweiz.

Die Hälfte unseres Urlaubs war nun ­vergangen und wir machten uns auf den Weg nach Trpanj, wo wir Freunde treffen wollten. Die Küstenstraße entlang zu fahren ist jedes Mal wieder ein Erlebnis – das Meer in seiner blau-türkis-grünen Farbenpracht, die in der Sonne grau-­silber glitzernden Felswände und ­dazwischen die bunte Blütenpracht – ich kann mich kaum satt sehen!

Am späten Nachmittag erreichten wir den Campingplatz Viter in Zaostrog. Hier hatten wir wieder das Glück einen Platz mit Blick auf das Wasser zu bekommen. Timo gefiel es hier weniger gut und er bezog wieder seinen Lieblingsplatz im Campingbus. Ich genoss vor allem das Schwimmen im Meer. Das Wasser war schon sehr warm und der Strand noch wenig besucht. Was will man mehr! In der Nähe des Campingplatzes gibt es alles, was man braucht: zwei kleine Supermärkte, Post, EC-Automat, Lokale, Souvenir-Verkaufsstände usw. Ich denke aber, dass es hier in der Hauptsaison ziemlich voll sein kann und Hunde dürfen hier nicht einmal an den Strand. Also kein Platz, um länger zu bleiben.

Um Trpanj zu erreichen, fuhren wir weiter nach Ploče, kauften dort ein Ticket für die Fähre und staunten nicht schlecht darüber, wie viele Wohnmobile da nach und nach eintrafen. Gut, dass wir schon so früh da waren und einen Platz auf der Fähre bekamen. Eine Stunde später erreichten wir den Campingplatz Vrila und als hätten wir es wirklich so ausgemacht, kamen auch unsere Freunde mit ihren beiden Hunden fast zu gleicher Zeit dort an! Wir begrüßten einander und tranken Kaffee – schließlich waren wir ja, kaum angekommen, auch schon „daheim“. Auch das ist einer der vielen Vorteile eines Wohnmobils. Nun begann der Entspannungsteil unseres Urlaubs. Direkt vom Platz weg führen mehrere Wege durch die Oliven- und Weingärten in einsame Buchten oder auf den Berg. In 20 Minuten erreicht man über die Küstenpromenade das Zentrum von Trpanj und somit auch die kleinen Supermärkte, die Post, Bäckereien, Lokale usw.

Ein Ausflug in die Altstadt von Korčula stand auch noch auf unserem Programm. Dafür fuhren wir nach Orebić und nahmen die Personenfähre, die uns direkt in den Hafen der alten Stadt brachte. Timo trug die Bootsfahrt mit Fassung und wir genossen die Aussicht. In den engen Gassen der Stadt war viel los, aber es war ziemlich schattig und immer wieder zog der Wind zwischen den Häusern durch. Wir flanierten einfach nur so dahin und ließen Timo zwischendurch zum Wasser.

Im kleinen Café Servantes werden auch vegane Imbisse, Kaffee mit Sojamilch und Shakes angeboten. Wir bestellten und Timo bekam seinen Wassernapf. So gestärkt setzten wir unseren Stadt-Bummel fort, kauften ein paar Geschenke für unsere Lieben daheim und beendeten unseren Ausflug mit einem Mittagessen in einem Lokal an der Stadtmauer. Wieder mit der Personenfähre zurück in Orebić, machten wir auch in diesem Ort noch einen kleinen Rundgang und stellten fest, dass wir mehr Trubel erwartet hätten. Es scheint hier sehr beschaulich zu sein.
Langsam ging unser Urlaub zu Ende. Die Heimreise führte uns noch durch die kleine Piratenstadt Omiš, wo wir uns eine kleine Pause und einen Spaziergang nicht entgehen ließen. Zum Übernachten wählten wir den Campingplatz Belvedere bei Trogir. Hier wurde viel renoviert, ein Schwimmbad errichtet und viele weitere Mobilheime bieten nun noch mehr Gästen Platz. Naja, des einen Freud – des anderen Leid. Ich finde, dieser Platz hat viel von seinem Charme verloren. Aber es gibt nach wie vor eine eigene Hundezone, wo man allerdings nicht sehr gut ins Wasser kommt und eine Promenade, die vom Hundestrand aus dem Campingplatzgelände heraus führt. Hier kann man immer am Meer entlang gehen und kommt, nach wenigen Minuten zu einer Bucht, wo man flach ins Wasser gehen kann. Das nächtliche Heulen der ­Schakale, die Sonne, die Wellen, die Freundlichkeit der Menschen in diesem wunderschönen Land – sie werden mir fehlen. Bis zum nächsten Urlaub! Doviđenja!

WUFF-Information

Links zu den Reise-Stationen

Pferdegnadenhof Edelweiß
http://www.pferdegnadenhof-edelweiss.at

Therme Ptuj
http://www.sava-camping.com/de/campingplatz-terme-ptuj

Stellplatz in Senj
http://www.campercontact.com/de/kroatien/kroatie-nw-01-02-05-06-07/senj/19313/autokamp-skver

Paklenica-Nationalpark
http://www.np-paklenica.hr

Campingplatz Plantaža
http://www.pansion-plantaza.com

Berghütte im Nationalpark
http://www.np-paklenica.hr/de/index.php/bergsteigen/mountain-hut

Camp Viter
http://de.camp-viter.com

Camp Vrila
http://www.camping.info/kroatien/dalmatien/camping-vrila-20

Cafe Servantes in Korčula
http://www.korculainfo.com/servantes

Pdf zu diesem Artikel: urlaub_kroatien

 

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