Leni – mit viel Geduld & Liebe …

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Vertreter der Rasse Malamut sind ja bekanntermaßen nicht ganz ohne eine gewisse Dickschädeligkeit. Andere nennen es Selbständigkeit, Eigensinn oder schwer erziehbar … Nun, Leni, stammt aus der Liebesverbindung eines Großen Münsterländer-Rüden und einer Malamut-Hündin. Bei Brigitte Kases im schönen Pöggstall ist sie seit ihrer 10. Lebenswoche. Heute ist Leni 3 Jahre alt und beherrscht die (fast) perfekte Unterordnung. Die Zeit dazwischen? Gebrochene Rippen, ausgerenkte Finger, mehrere Nervenzusammenbrüche des Frauchens. Und dann unendlich viel Geduld und Liebe. Aber alles nach der Reihe …

Wie ohne Spieltrieb und Futtergier motivieren?
Als sie sich den 10 Wochen jungen Welpen ins Haus holte, wusste Brigitte, die nach zwei Hunden ja keine Anfängerin in Sachen Hundeerziehung mehr war, dass man einem Malamut eine gewisse Starrköpfigkeit und schwere Erziehbarkeit zuspricht. Deshalb hatte sie zunächst keine Bedenken, dass sich der Welpe überhaupt nicht an seinem Frauchen orientierte. Wurde die kleine Leni gerufen, lief sie weg. Nun, Brigitte dachte sich „Das wird schon noch". Leider wurde es aber nicht, im Gegenteil, je älter die Hündin wurde, desto weniger akzeptierte sie ihr Frauchen.

Leni nahm kein Leckerli und besaß überhaupt keinen Spieltrieb. Brutaler Zwang in der Hundeerziehung kam für Frauchen Brigitte, die Hunde als Gefährten des Menschen ansieht, aber nicht in Frage. So war nach einem Jahr Stress Frauchen fast am Ende und überlegte bereits, Leni wegzugeben. Denn wie sollte man einen derart eigensinnigen Hund erziehen, wenn mangels Spieltrieb und Futtergier wichtige Säulen in der Motivation zum Gehorsam fehlten?

Da braucht man Nerven …
Nun, Brigitte kam zur Einsicht, was in der nun geplanten Ausbildung zum Gehorsam nötig sei: Liebe, Geduld und viel Zeit. „Alles hatte ich zur Genüge. So begann ich jeden Tag mit ihr zu üben. Immer nur zehn Minuten. Das genügte, weil sie sonst nicht länger mitmachte". Befolgte sie eine Übung, dann sprang Frauchen nach eigenen Worten „vor lauter Begeisterung wie ein Kasperl um sie herum". Nur, Leni betrachtete in der Zwischenzeit unbeeindruckt die Gegend. Brigitte: „Da braucht man wirklich Nerven".

„Versteckmethode" gegen Weglaufen
Wurde Leni von der Leine genommen, lief sie allerdings sofort weg und kam erst nach etwa einer halben Stunde zurück. Und dies zumeist verdreckt. Sie lief auch hinter jedem anderen Tier her. Brigitte entwickelte nun eine Strategie, um ihrer Leni die Freude des Weglaufens zu nehmen. Die Methode bestand darin, dass sich Frauchen beim Spaziergang, wenn Leni wieder einmal vom Weg verschwand, selber versteckte: „Da stand ich nun, oft bis zu einer Stunde. Fast verrückt vor Angst, es könnte meiner Hündin was passieren". Aber siehe da, Leni kam zurück und suchte plötzlich ihr Frauchen, die sonst immer brav gewartet hatte. Die Strategie schien Erfolg zu haben und wurde daher bei den nächsten Spaziergängen stets wiederholt. Und was passierte nun? Die Wartezeiten in Frauchens Versteck wurden immer kürzer, denn Leni blieb immer kürzer weg. Gewonnen.

Die Moral von der Geschicht’?
Leni macht nun mit 3 Jahren die komplette Unterordnung – wie gesagt fast – perfekt. Brigitte: „Sie schaut mich zwar immer noch nicht so richtig dabei an, aber ich kann damit leben." So ist Leni durch viel Geduld und große Liebe mittlerweile eine sanftmütige und liebe Hündin geworden. Brigitte: „Natürlich nicht perfekt. Aber das macht mir nichts aus. Ich nehme sie so, wie sie ist".

Und die Moral von der Geschicht’ – Gib’ auf bei Deinem Hunde nicht. Brigitte: „Ich möchte allen Menschen, die auch so einen Hund haben, Mut machen. Gebt nicht auf! Habt Unmengen Geduld und viel Liebe. Probiert immer etwas aus. Irgendwann klappt es dann doch. Das habe ich von meiner Leni gelernt". Und wir von Brigtte …

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Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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