Making of WUFF

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Wie entstand vor 18 Jahren die Idee für ein neues Hundemagazin? Und wie entsteht eigentlich eine WUFF-Ausgabe? Wer arbeitet hinter den ­Kulissen? Wer steht hinter der freundlichen Stimme am ­Telefon? Wie alles begann und wie es heute ist – all das lesen Sie in diesem Artikel. Viel Spaß und gute Unterhaltung!

Es war einmal
Es war einmal ein Mann mit fünfundzwanzig Jahren, der heutige WUFF-Verleger Gerald Pötz. Seine große Leidenschaft waren Hunde (und Autos …). Der junge Vermessungstechniker wollte nicht für alle Zeiten in diesem Job arbeiten, sondern etwas machen, was mit Hunden zu tun hat. So ­grübelte er, welchen erfüllenden Beruf es denn im Hundewesen geben könnte. Anno 1995 gab es noch ­keine kynologischen Lehrgänge oder Ausbildungen für „Hundeberufe", und so kam ihm 1995 die Idee der Gründung eines Hundemagazins. Ein Freund und Wegbegleiter, der Arzt Dr. Hans ­Mosser, war von dieser Idee gleich angetan, aber wie anfangen? Ein Verleger fällt schließlich nicht vom Himmel.

Rückblickend muss man heute sagen, dass vermutlich genau dies eines der Geheimnisse des Erfolges von WUFF war. Nämlich, dass nicht nach erlernten Regeln vorgegangen wurde, sondern mit Herz und Bauch­gefühl. Wenngleich – Lehrgeld musste ­einiges bezahlt werden, denn ohne kaufmännischen Background wird man schnell über den Tisch gezogen. Aber das ist Geschichte.

Start im Herbst 1995
Pötz und Mosser wollten mit dem Magazin von der Pike auf alles richtig machen, und so wurde erst einmal in einen Folder und eine zwölfseitige „Nullnummer" investiert, die auf dem ebenfalls neu gekauften Messestand auf der Hundeausstellung in Wels (Oberösterreich) präsentiert wurden. Es war das – aus heutiger Sicht – fast größenwahnsinnige Ziel der beiden Verleger in spe, bis zum ­Jahresende 1995, also in nur drei Monaten, ­tausend Subskriptionsabos (das sind Vorabbestellungen zu einem vergünstigten Preis) abzuschließen, andernfalls man mit dem Magazin erst gar nicht starten wollte. Nun, zum Jahresende waren es dann zwar keine 1000, wohl aber satte 500 solcher Vorab-Abos, die immerhin abgeschlossen wurden, ohne dass es das Magazin überhaupt schon gab. Das große Interesse und Vertrauen so vieler Hundefreunde durfte nicht enttäuscht werden, und so war der Startschuss für WUFF gefallen. Übrigens gibt es heute nach 18 Jahren noch immer zahlreiche Abonnenten, die seit der ersten Stunde dabei sind.

Mantel des Schweigens
Der nach wie vor hauptberuflich als Arzt tätige Dr. Hans Mosser und der ehemalige Vermesser Gerald Pötz waren nun Zeitungsmacher geworden. Es war eine spannende und aufstrebende Zeit. Das Leben von ­Menschen mit Hunden war von Anfang an ­Thema. Die Treue und Liebe der ­Hunde zu ihren Menschen war eine bereichernde Erfahrung. Doch zugleich gab es so vieles im Hunde­wesen, das im Argen lag. Es gab Missstände aufzudecken, die jedoch von vielen Seiten gar nicht aufgedeckt werden sollten. Auch schrieb kaum ein Hunde­magazin damals etwas Kritisches über die Rassezucht. Es schien ein großer Mantel des Schweigens über der heimischen Hundeszene zu liegen. Es ging beispielsweise um das Töten weißer Boxerwelpen, über brutale Zwangsverpaarungen, also Vergewaltigungen von Hündinnen durch vom Züchter auserkorene Deckrüden, bis hin zum Kupieren von Ohren und Rute. Einen kleinen Rückblick auf diese Zeit finden Sie ab Seite 18. Die WUFF-Macher sahen sich – damals genauso wie heute – immer nur dem Hund und seinen Menschen verpflichtet, jedes heiße Eisen wurde angepackt. Politische oder sonstige „Verbandelungen" mit Vereinen und wem auch immer wurden stets strikt abgelehnt, und so ist WUFF bis heute ein völlig unabhängiges und Inhaber-geführtes Hundemagazin.

Verkauf und Rückkauf
Kurz vor der Jahrtausendwende suchten Pötz und Mosser einen starken Verlagspartner, der sich um die geschäftlichen Belange kümmern sollte, sodass sich die beiden Journalisten auf die Redaktion konzentrieren hätten können. Es wurde auch ein Geschäftspartner gefunden, der sich am Verlag beteiligte, jedoch hielt diese „Verlagsehe" nicht sehr lange. Schon zwei Jahre später wurden die ­Anteile zurückgekauft und die Petmedia ­Verlagsgesellschaft m.b.H. gegründet, die bis heute das Magazin verlegt.

Der Herausgeber
Seit 18 Jahren durchgehend ­fungiert der geborene Kärntner Dr. Hans ­Mosser als Herausgeber und Leiter der Chefredaktion. Er bestimmt somit von Anfang an die Blattlinie und es kommt kein Artikel ins Heft, der nicht über seinen Schreibtisch gewandert ist. Mosser ist in seiner Kindheit mit einem Dackel aufgewachsen, nur in seiner Studienzeit war kein Platz für einen Hund. Doch als WUFF gegründet wurde, kam der American Stafford-Rüde Arthur ins Haus, der leider im Jahr 2007 starb.

Der Verleger
Gerald Pötz ist der Mann hinter den Kulissen, der die Verlagsgeschäfte führt und sich aus zeitlichen Gründen nur selten den „Luxus" leisten kann, selber Artikel zu schreiben oder Fotos zu machen. Der geborene Steirer ist in einer kleinen Bauernwirtschaft aufgewachsen, wo es neben anderen Tieren auch immer Hunde gab. Rolfi hieß der erste und war der mit ihm im gleichen Jahr geborene Hund. Kaum zuhause ausgezogen, stand der junge Pötz schon vor den Toren des Wiener Tierschutzhauses und holte sich einen Dackelmix. Dazu gesellte sich dann 1992 die American Stafford-Hündin Leila, die die Mutter von Arthur und dem auch heute noch berühmten „WUFF-Hund" Toni werden sollte.

Der Verlag
1995 begann man in einem ­kleinen Zimmer in einem Privathaus. Etwas später nahm WUFF jedoch immer mehr Platz in Anspruch, und nachdem die erste Mitarbeiterin angestellt ­werden musste, wurde in einem Wohnhaus ein kleines Büro ­angemietet, von dem aus WUFF ­viele Jahre lang produziert wurde. Als eine Nachbarwohnung des Büros frei ­wurde, mietete man sie gleich dazu und vergrößerte das Büro. In weiterer ­Folge wurden alle Wohnungen im Haus gemietet und 2012 konnte es schließlich als Verlagssitz gekauft werden.

WUFF grenzenlos …
Schon im Jahr 1998 machte das vorerst nur für den österreichischen und süddeutschen Markt produzierte WUFF erste Versuche, in Deutschland stärker Fuß zu fassen, was sich als recht schwierig herausstellte. Doch nach und nach konnte die Ver­breitung von WUFF in ganz Deutschland gesteigert werden und seit 2001 wird eine eigene Deutschland-Ausgabe produziert. Seit dieser Zeit betreut die nun pensionierte Lehrerin Iris ­Strassmann mit vollem Einsatz und ganzem Herzen die Deutschland-Redaktion und ist von Flensburg aus die WUFF-Drehscheibe für Deutschland. Auch sie ist natürlich Hunde-Liebhaberin, wobei sie eher Langhaarern zugetan ist. Zu WUFF-Anfangszeiten begleitete sie ihr Bobtail Eric, der WUFF-Reporter der damaligen ­Kinderseiten, und seit sechs Jahren die Bobtail-Hündin Emily, die sie aus dem Tierschutz über­nommen hat. Seit 2012 wird die Norddeutsche von der in ­Bayern ansässigen ­Christiane Schober ­flankiert, die für WUFF den Anzeigen­verkauf betreut. In ihrem Garten ­tummeln sich mehrere Hunde, vor allem Shiba Inus.

Professionalität mit Herz
Bei WUFF fühlt man sich wohl. Neben der 13-jährigen Mitarbeit von Iris Strassmann in Flensburg gibt es auch in der Zentrale in Maria Anzbach im Wienerwald eine Mitarbeiterin, die seit über zehn Jahren bei WUFF arbeitet. Monica Sterle hat im Unternehmen alle Höhen und Tiefen miterlebt und leitet professionell und mit Herz den Bürobetrieb. Auch sie ist eine ­große Hundefreundin und lebt mit ihrer Familie und drei erwachsenen Kindern mit einem Berner Sennenhund namens Josef. Josef ist ein richtig gemütlicher und riesiger Brummer, der lieber zuhause Garten und Haus bewacht. Tatjana Kirschner, die bei WUFF unter anderem in der Content-Bestückung für das Online-Abo an der Website arbeitet, wird seit gut einem Jahr von der Labbi-Mix-Hündin Sunny ins Büro begleitet. Wenn Wirbelwind Sunny und WUFF-Redaktionshund Bruno (auch ein Wirbelwind) zusammen im Büro sind, ergibt das sozusagen einen „Bürosturm". Silke Kuhm ist die Einzige im WUFF-Team ohne Hund, dafür mit mehreren Katzen und zwei Pferden. Sie hat die aktuelle WUFF-Website programmiert und ist der Online-Profi im Team. Natürlich gibt es noch viele weitere Mitarbeiter und feste Autoren bei WUFF, die hier aus Platzgründen nicht vorgestellt werden können.

… und die Redaktionshunde
Wie bei vielen Themen, hat WUFF auch beim Redaktionshund eine Art Vorreiterrolle. Denn kurz nach dem Erscheinen der ersten WUFF-Aus­gaben, in denen Herausgeber Hans Mosser mit dem Redaktionshund Arthur abgebildet war, hatten plötzlich auch alle anderen Hunde­magazine ebenfalls einen Redaktionshund. Aber was ist das eigentlich, so ein Redaktions­hund? Wer ist sein Herrchen oder Frauchen? Welche Auf­gaben hat er? Bekommt er ein Gehalt? Nein, der WUFF-Redaktionshund ist einfach der Hund eines WUFF-Team-Mitglieds, der stets an der Seite des Herausgebers das Editorial ziert. So ein Redaktionshund macht natürlich auch Urlaube, von denen dann der Leserschaft berichtet wird. Also macht sich ein Leben als Redaktionshund schon bezahlt, von den vielen Futterproben gar nicht zu sprechen. Und ein gewisser Ruhm ist selbstverständlich auch nicht zu verachten. Das war vor allem bei Brunos Vorgänger Toni der Fall gewesen. Der war tatsächlich bekannter als sein Herrchen und wurde sogar in Italien auf der Straße (von deutschen WUFF-Lesern) angesprochen: „Das ist doch der Toni von WUFF!" So unverwechselbar war Toni offenbar.

Heute
So, nun sind wir in der Gegenwart angekommen und WUFF ist volljährig geworden. Während seiner Pubertät ist WUFF bei vielen angeeckt, hat sich aber dennoch die Ecken und Kanten nicht abgestoßen. Getreu dem ­Motto „Unabhängig, kritisch, informativ" – wie es auch auf dem Cover steht, ­bleiben alle WUFF-Mitarbeiter für Sie am Ball. Und wenn Sie uns weiterhin als Leser treu bleiben, wird es noch viele spannende WUFF-Ausgaben geben!

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