»Mein Hundewissen« – Ein außergewöhnliches Fachbuch gegen den Trend

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Nun ist es im Umlauf, das autobiografische Hundemensch-Buch von »Kanidengucker« Günther Bloch. Hysterischer Hundehype ist seine Sache nicht. Ideologisch gefärbte Hundebehandlung auch nicht. Ganz zu schweigen von unpraktikablen Theorien. Bloch ist Pragmatiker durch und durch. Das merkt der Leser sofort. Und er merkt quasi von der ersten Zeile an, dass Bloch einer ist, der nicht von der Tribüne aus das Wissen anderer kommentiert hat, sondern eigenfinanzierte Verhaltensstudien durchführte.

Fast vierzig Jahre hat er geforscht. Langzeitlich beobachtet. Basierend auf Tausenden echten Begegnungen mit wilden Wölfen, verwilderten Hunden und Haushunden samt ihren Menschen, erklärt Bloch uns nun, was man aus seinen praktischen Erfahrungen lernen kann. Besonders auch aus seinen Fehlern. Und was er selbst von wem gelernt hat. Praktisch, konkret, auf den Punkt gebracht. Beispielsweise von einer ghanaischen »Rudelführerin« namens Madeleine.

Sarkastisch und humorvoll zugleich, wehrt sich Bloch gegen den derzeitigen Trend, Haushunde aufwändig therapieren zu wollen. Nein, es geht auch unkompliziert. Ohne Drama und ohne seinen Lesern schulmeisterlich mit dem Zeigefinger zu drohen, zeigt Günther Bloch einen praktikablen Weg auf, wie man Hunde auf einfache Art und Weise »hinbekommt«. Sein Programm der dreizehn Initiativen verdeutlicht ohne jeden Populismus, wie er effektiv und praktisch nachvollziehbar ganze »Geschwader an Haushunden« in die Gesellschaft integriert hat.

Und so ganz nebenbei erfährt man dann noch, dass die Regeln der Positivverstärkung schon in den Siebziger Jahren von Hippies und Hundeleuten in Wohnkommunen umgesetzt wurden. Wirklich bemerkenswert, die ursprünglich aus der Flower-Power-Bewegung stammende Ritual-Erfindung »Guck Mal Hier«. Und überhaupt, wenn man als Hundehalter nun rückblickend Hinweise bekommt, wer was irgendwann einmal »erfunden« hat.

Klartext ist angesagt. Sarkastisch und humorvoll. Vor allem aber grundehrlich
»Nichts mit Hund geht ohne Plan. Nichts geht, ohne das eigene Leben auf die Reihe zu kriegen. Nichts geht ohne echtes menschliches Engagement. Nichts und Niemand ist unumstritten«, wie der Autor richtig schreibt.

Wer befürchtet hatte, Günther Bloch würde uns mit Vorlage seines Lebenswerks eine »schlaue Belehrung nach der anderen« präsentieren, wird erfreulicherweise spätestens mit dem nachfolgenden Zitat eines Besseren belehrt:
»Ich will kein neues Feindbild produzieren. Zumal wir alle den gleichen Feind haben: Unser gemeinsamer Feind Nr. 1 heißt Schlendrian. Der macht sich überall breit. Über sämtliche ideologische Grenzen hinweg. Der Schlendrian ist der direkte Gegenspieler von Disziplin, Ordnung und sozialer Stabilität. Ihn sollten wir Hundemenschen bekämpfen. Allesamt.«

Ein erfrischend anderes Buch auf einem von neuen Hundebüchern überschwemmten Markt.

Pdf zu diesem Artikel: buch_mein_hundewissen

 

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