Mika – Für das Leben entschieden

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Mika holten wir mit ca. 6 Monaten, einen Tag nachdem unser Jakob von einem Auto überfahren worden war, aus dem Wiener Tierschutzhaus in Vösendorf. Er war sehr dick und besaß für mich überhaupt keine Ausstrahlung. So hätte ich mir diesen hässlichen Kerl nie genommen, auch weil die Trauer über den Verlust unseres vorigen Hundes sehr groß war. Meine Frau jedoch war sofort in Mika verschossen …

Entscheidung auf Leben oder Tod
Nach sechs Monaten eines sehr aktiven Zusammenlebens – mittlerweile schloss auch ich ihn ins Herz – begann der Hund plötzlich bei manchen Bewegungen zu winseln, ja fast schon vor Schmerz zu schreien. Bei unserem Tierarzt Dr. Lehmann erfuhren wir die niederschmetternde Diagnose: Mika hatte beidseitige schwere Hüftdysplasie (HD). Wir standen vor der Entscheidung, den erst 1 Jahr alten, mittlerweile sehr schönen und extrem liebevollen Hund mit einem tollen Wesen einzuschläfern oder aber eine sehr aufwändige Operation durchführen zu lassen. Die Überlegung dauerte nur kurz …

Bei einem Spezialisten für derartige Operationen, Dozent Dr. Kopf, wurde die 4 1/2-stündige Operation an zunächst einer Hüfte durchgeführt – unser Tierarzt assistierte dabei. Nach ca. 7 Stunden bekamen wir Mika mit schmerzstillenden Mitteln nach Hause. Die nächsten 8 Tage waren die schlimmsten unseres und vor allem Mikas Lebens. Der Hund sollte sich kaum bewegen, doch genau das Gegenteil war der Fall. Mika versuchte dem Schmerz regelrecht davonzulaufen. Die Schmerzmittel hatten kaum Wirkung. Nach 10 Tagen begann sich die Lage endlich etwas zu bessern, und nach 8 Wochen durfte Mika endlich von der Leine und konnte langsam herumlaufen.

Die zweite Hüfte:
Gutes Schmerzmanagement
Aber noch stand uns ja die zweite Hüfte bevor. Ein halbes Jahr später war es soweit. Mit großer Angst brachten wir Mika wieder zum Spezialisten, und wieder assistierte unser Tierarzt. Die zweite Operation verlief genauso gut wie die erste. Nur die Schmerzmedikation hatten wir dank meiner Frau Helga, die bei einer praktischen Ärztin tätig ist, wesentlich besser im Griff. Helga machte sich schlau, ob es nicht möglich wäre, dem Hund Suchtgiftpflaster zu verabreichen. Dr. Lehmann erkundigte sich bezüglich der Dosierung, und das klappte hervorragend. Nach neuerlich 8 Wochen konnten wir ihn von der Leine lassen.

Mika ist immer dabei
Mittlerweile ist Mika 5 Jahre alt. Kein Mensch würde vermuten, dass Mika eine doppelseitige 3-fach-Becken-Osteotomie hat und in 2 Operationen mit insgesamt über neun Stunden am OP-Tisch gelegen ist. Der Hund ist unser ständiger Begleiter. Bei jedem Restaurant- oder Heurigenbesuch, Urlaub oder Ausflug ist Mika dabei. Wir sind den Ärzten sehr dankbar und sind froh über unsere Entscheidung, Mika am Leben gelassen zu haben. Mittlerweile hat er eine fast abgerissene Zehe wieder angenäht bekommen und eine Kastration hinter sich. Das Wesen des Hundes ist nach wie vor unverändert. Er ist liebenswert, aufgeweckt und ein toller Familienhund. Vielleicht nimmt sich manch’ anderer Hundebesitzer nun ein Herz und überlegt sich, ob er seinen Hund wirklich einschläfern lassen sollte wegen zu erwartender hoher Behandlungskosten, und entscheidet sich für das Leben seines Hundes. So wie wir.

IHR MISCHLINGS-CHAMP

Wo bleibt Ihr Mischlings-Champion?

Schicken Sie mehrere möglichst gute Fotos Ihres Mischlingshundes (ev. auch eines von sich selbst) an WUFF, zusammen mit einer kurzen Geschichte und Informationen über Ihren Liebling. Was ist es, das ihn so besonders macht?

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Hinweise für die elektronische Versendung: Die Bilder bitte im jpg-Format mit einer Auflösung von 300 dpi und ca. 12-15 cm Breite.

• per Post: WUFF-Redaktion,
KW Mischlings-Champ,
A-3034 Maria Anzbach

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