Nachrichten aus der Hundewelt, WUFF 1/2021

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Soldat von Hunden getötet – Gutachterin sieht keinen Schuldigen
Etwas mehr als ein Jahr nach der tödlichen Hundeattacke auf einen 31-jährigen Soldaten in Niederösterreich ist dem Inhalt des Gutachtens der deutschen Sachverständigen Esther Schalke zu entnehmen, dass die Schuld für den Vorfall weder beim zuständigen Hundeführer, noch beim Bundesheer lag. Die Conclusio lautet, dass der 31-Jährige ein zu großes Sicherheitsrisiko eingegangen war. Sowohl gegen den Hundeführer als auch gegen »Verantwortliche des Bundesheers, die nicht konkret ausgeforscht sind« wurde bisher seitens der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelt. Im Raum stand der Verdacht der grob fahrlässigen Tötung sowie der Gefährdung der körperlichen Sicherheit.

Schalke kommt in ihrem Gutachten nun zum Schluss, dass der 31-Jährige beim Ausführen der beiden Malinois ein zu großes Sicherheitsrisiko eingegangen ist. Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte der Mann die beiden Vierbeiner nämlich ohne Leine und Halsband frei laufen lassen. Warum sich der Oberwachtmeister des Jagdkommandos »trotz seiner Ausbildung für den Freilauf der Hunde zur gleichen Zeit und ohne Hilfsmittel entschloss«, sei nicht nachvollziehbar. Grobe Fehler beim allgemeinen Training mit den Hunden verneinte Schalke. Während Hund »Ragna« nunmehr dem Züchter und Eigentümer zurückgegeben wurde, wurde der Malinois »Hati« eingeschläfert.

Der Bericht aus WUFF 2/20 ist unter http://www.wuff.eu/soldat220 nachzulesen.

Klimakrise begünstigt Ausbreitung des Goldschakals
Größer als ein Fuchs, aber deutlich kleiner als ein Wolf: Der Goldschakal kann mit seinem gelb-grauen Fell und mit seiner weißlichen Farbe an Schnauze und Kehle schnell mit seinen Verwandten verwechselt werden. Und doch steht der scheue Hundeartige für sich. Als Allesfresser ist der Goldschakal nicht wählerisch und frisst neben Beeren und Mais, Insekten, Amphibien oder Fischen gern auch kleine Säugetiere wie etwa Mäuse. In den letzten Jahrzehnten hat sich das bisherige Verbreitungsgebiet des Schakals in Europa auf dem Balkan deutlich nach Norden und Westen ausgedehnt.

Mittlerweile gebe es 25 gesicherte Nachweise des Goldschakals in Deutschland seit 1997 – mit deutlich steigender Tendenz, sagt Dr. Jörg Tillmann, stellvertretender Leiter im DBU Naturerbe. Das gemeinnützige Tochterunternehmen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist verantwortlich für bundesweit 71 Flächen mit etwa 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. »Der Klimawandel ist ein Grund für die Ausbreitung des Goldschakals«, so Tillmann. Die schneearmen Winter der vergangenen Jahre, dazu die trockenen, heißen Sommer – für den Vierbeiner sind das gute Bedingungen, um inzwischen bis nach Nordeuropa vorzudringen. Tillmann: »Experten gehen von einer Gesamtpopulation zwischen 70.000 und 117.000 Exemplaren in mittlerweile 19 Ländern Europas aus.«

Dalmatiner von Spaziergänger erschossen
Der Dalmatiner soll den Labradormischling attackiert und gebissen haben – Vorläufiges Waffenverbot gegen Schützen nach Selbstanzeige ausgesprochen.

In Pöchlarn (Niederösterreich) ist im November ein Dalmatinerrüde von einem Spaziergänger erschossen worden. Der Hund soll zuvor den Labradormischling des 55 Jahre alten Mannes attackiert und in den Nacken gebissen haben, berichtete die Landespolizeidirektion. Der Schütze habe eine Glock 17 legal mitgeführt und Selbstanzeige erstattet. Laut Polizei hatte der 55-Jährige mit seiner Frau und dem Labradormischling einen Spaziergang auf einem Feldweg unternommen. Dort waren auch eine 67- und eine 84-Jährige mit einem Pkw unterwegs. Der Dalmatiner soll frei hinter dem Fahrzeug hergelaufen sein.

Nach Polizeiangaben hat der 55-Jährige die Frauen zum Anleinen des Hundes aufgefordert. Zudem habe er angekündigt, das Tier im Falle eines Angriffs zu erschießen, was dann auch geschah. Der Dalmatinerrüde wurde mit einem Schuss aus der Glock getötet. Gegen den Schützen wurde nach Angaben der Landespolizeidirektion ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Er wird zudem von der Bezirkshauptmannschaft Melk und wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit und der Tierquälerei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt.

 

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