Nachrichten aus der Hundewelt, WUFF 1/2022

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In Österreich und Deutschland: Militär interessiert an Ausbildung medizinischer Spürhunde

Wien/Hannover (APA/dpa/WUFF) – Da es zur Detektion von SARS-CoV-2, dem zur Genüge allseits bekannten Coronavirus, verlässliche Tests gibt, sind sie auf den ersten Blick nicht wirklich nötig – die Coronaspürhunde, die tatsächlich in der Lage sind, mit SARS-CoV-2 infizierte Menschen oder von diesen benutzte Gegenstände zu detektieren. Dennoch habe die Ausbildung solcher medizinischer Spürhunde Sinn, wie der Leiter des Hundezentrums des Österr. Bundesheeres in Kaisersteinbruch, Oberst Otto Koppitsch, im Rahmen einer Pressekonferenz im Beisein der Verteidigungministerin Klaudia Tanner in Wien betont. Vor allem gebe es ein Potenzial für zukünftige Bedrohungen, etwa durch neue Pandemien. Die Klinik Leipzig möchte bereits jetzt vom rot-weiß-roten Know-how profitieren. Dabei gehe es vor allem um die Ausbildung auf das gefährliche RS-Virus (respiratory syncytial virus, RSV), das Atemwegserkrankungen vor allem bei Drei- bis Achtjährigen auslöst, heißt es. So wird die Hündin Fantasy for Ever, die mit einer Erfolgsquote von mehr als 80 Prozent bereits international Aufsehen erregt hat, bald Besuch aus Leipzig bekommen. Fantasy ist eine triebige und aktive Hündin mit einem dennoch ruhigen Charakter – solche Hunde würden die besten Voraussetzungen für eine Ausbildung als Spürhund bieten.

Bestätigung erhalten die Ergebnisse des Österreichischen Bundesheeres durch die kürzlich publizierte Studie eines Forscherteams unter Leitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Wie die TiHO dazu mitteilt, hätte die – auf einer Zusammenarbeit mit der Bundeswehr basierende – Studie erstmals gezeigt, dass Hunde SARS-CoV-2 mit hoher Spezifität von 15 anderen viralen Atemwegserregern unterscheiden können. Wobei die Hunde nicht die Viren selbst riechen, sondern flüchtige organische Verbindungen, die bei Stoffwechselvorgängen nach einer Virusinfektion entstehen.

• Die Studie: Front. Med., 18 November 2021 | https://doi.org/10.3389/fmed.2021.749588

USA: Hund nach 5 Tagen aus enger Felsspalte gerettet

New York (APA/dpa/WUFF) – Fünf Tage lang steckte die zwölfjährige Hündin Liza in einer engen Felsspalte im Minnewaska State Park, einem Nationalpark im US-Bundesstaat New York, fest. Dann konnte sie unverletzt geborgen werden. Sie habe die ganze Zeit ohne Futter und Wasser überstanden, teilte die Verwaltung der staatlichen Parks mit. Bei einer Wanderung habe sich die Hündin von ihrem Frauchen entfernt und sei dabei in eine enge Felsspalte abgestürzt. Ranger des Nationalparks hätten in den folgenden Tagen versucht, die Stelle, an der das Bellen der Hündin zu hören war, zu erreichen. Am fünften Tag schließlich konnten Helfer eines Tierschutzvereins und eines Höhlenrettungsteams das Tier retten. Zuerst sei Liza mit einer Kamera lokalisiert worden, dann sei es gelungen, sie mit einer Fangstange mit Schlinge in einen nach unten gelassenen Rucksack zu stecken. Dann habe sich ein sehr schlankes Mitglied des Höhlenrettungsteams so weit in die Felsspalte hinabgelassen, bis sie den Rucksack fassen und ihn zusammen mit der Hündin nach oben bringen konnte. Der Hund sei zwar hungrig und durstig, aber bei guter Gesundheit gewesen, heißt es. Später sei er seiner Halterin gebracht worden. Während der Beobachtung mit der Kamera sei zu sehen gewesen, wie Liza an den feuchten Wänden der Felsspalte leckte und so wahrscheinlich ausreichend Flüssigkeit aufnehmen konnte. In dem Park herrscht laut Verwaltung allerdings Leinenzwang.

Herrenloses Gepäckstück am Bahnhof – Polizeieinsatz mit Sprengstoffspürhund

Magdeburg (ots/ BPOLI MD/WUFF) – Eine herrenlose (oder frauenlose?) pinke Stofftasche mitten auf einem Bahnsteig des Magdeburger Hauptbahnhofes hat einen Einsatz der Bundespolizei mit einem Sprengstoffspürhund ausgelöst. Nach Alarmierung der Polizei wurde der gesamte Bereich zunächst sofort geräumt und gesperrt, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Sprengstoff in der Tasche befindet. Nach Eintreffen eines Diensthundeführers der Bundespolizei mit seinem Sprengstoffspürhund Nike konnte jedoch Entwarnung gegeben werden. Nike zeigte kein sprengstofftypisches Anzeigeverhalten, sodass die Tasche durch die Beamten geöffnet wurde. Es handelte sich um eine Kühltasche mit Lebensmittel, jedoch ohne Hinweis auf den Eigentümer. Sie wurde dem Service-Point der Deutschen Bahn übergeben. Die Sperrung des Bahnsteiges konnte eine Stunde nach Beginn des Einsatzes wieder aufgehoben werden. Die Bundespolizei appellierte in Zusammenhang mit dieser Meldung an alle Fahrgäste, das eigene Reisegepäck ständig im Blick zu behalten. Neben einem möglichen Gepäckdiebstahl könnte es sonst, wie in diesem Fall, zu einem Polizeieinsatz und bei Ermittlung des Eigentümers zu einer finanziellen Regressnahme des Verursachers kommen.

Hund entlaufen: Hundehalter von Zug erfasst

Diepholz/Bremen (BPOL-HB/WUFF) – Glück im Unglück hatte ein Mann in Diepholz, der von der Lokomotive eines Güterzuges erfasst wurde, als er seinem entlaufenen Hund nachlief. Der Hundehalter erlitt Beinverletzungen, die eine Krankenhausaufnahme erforderlich machten. Der Hund blieb unverletzt. Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Bremen und der Polizeiinspektion Diepholz war der 51-jährige Mann aus dem Kreis Diepholz seinem Hund über die Gleise hinterhergelaufen. Der Lokführer des Güterzuges war mit 100 km/h auf der Fahrt in Richtung Osnabrück. Er leitete sofort eine Schnellbremsung ein, konnte den Unfall wegen des Anhaltewegs von mehreren Hundert Metern aber nicht mehr verhindern. Der Hund wurde nicht verletzt – er wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, während der Mann mit Beinverletzungen in das Krankenhaus eingeliefert wurde.

 

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