Nachrichten aus der Hundewelt, WUFF 3/2020

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Auslieferung verhindert: Fred ist gerettet!
­Hamburg/Dänemark – In Dänemark werden nach wie vor Hunde nur aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit getötet. Seit Wochen kämpfte der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV) – auch öffentlich – um das Leben des aus Dänemark stammenden Hundes Fred. Der Rüde wurde am Hamburger Flughafen aufgrund einer fehlenden Tollwut-Titerbestimmung sichergestellt. Bei der Ausreise in seine Heimat Dänemark drohte dem lieben Rüden der Tod – und das aufgrund seiner Rasse! Denn in Dänemark reicht bereits der 1 %ige Nachweis einer dort verbotenen Rasse mittels eines DNA-Tests aus, um den Hund dieser zuzuordnen und dann zu töten – ausnahmslos.

Der HTV bat die zuständige Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) aufgrund der drohenden Lebensgefahr für Fred von einer Rückgabe an den Halter abzusehen, vielmehr die Entziehung des Tieres anzuordnen. Trotz aller Argumente und Informationen, die von der Tierschutzberatung des HTV vorgetragen wurden, blieb die zuständige Amtsveterinärin unbeeindruckt und hielt an ihrem Vorhaben Fred auszuliefern fest. Bei den Verhandlungen und Gesprächen erhielt der HTV Unterstützung durch den dänischen Verein Foreningen Fair Dog (www.fairdog.dk), der gegen das dänische Tötungsgesetz und seine gnadenlosen Folgen kämpft.
Fred muss nun nicht zurück nach Dänemark! Bei seinem Kampf um das Leben des American-Staffordshire-Terrier-Mischlings erhielt der HTV von einem großzügigen und großherzigen Hamburger tatkräftige Unterstützung: Der tapfere Fred wurde nach nervenaufreibenden und zähen Verhandlungen endlich im Namen des HTV von seinem Halter freigekauft. Die ganze Geschichte lesen Sie unter http://www.wuff.eu/fred.

Trauer um Erika Trumler
Birken-Honigsessen – Die langjährige Leiterin der haustierbiologischen Station Wolfswinkel verstarb plötzlich und unerwartet am 28. Februar. Um sie trauern ihre Angehörigen, Freunde und die Mitglieder der Gesellschaft für Haustierforschung (GfH). Erika Trumler wäre im November dieses Jahres 80 Jahre alt geworden. Sie hat das Gesicht der Gesellschaft für Haustierforschung und der Station im Westerwald geprägt. Der Tod Erika Trumlers ist ein großer Verlust für die Station und die GfH. Sie hatte nach dem Tod ihres Mannes, des bekannten Verhaltensforschers Eberhard Trumler, seit 1991 die haustierbiologische Station fast 30 Jahre geführt. Für die dort lebenden Tiere hat sie sich aufgeopfert und für deren Pflege und Versorgung alles gegeben.

Erika Trumler war eine charismatische Frau mit resoluter Ehrlichkeit und Direktheit, die ihre Aufgabe darin sah, das Erbe ihres Mannes fortzuführen. Ihr Einsatz galt einem artgerechten Tier- und Naturschutz und einem besseren Verständnis des Menschen gegenüber dem Tier – insbesondere gegenüber dem Haushund. Die Leitung der Eberhard-Trumler-Station wird der langjährige wissenschaftliche Leiter, Dirk Roos übernehmen, was auch einem ausdrücklichen Wunsch Erika Trumlers entspricht.

Miniatur Bullterrier in NRW: Kehrtwende in der Rechtsprechung!
NRW – Mit zwei aufsehenerregenden Urteilen hat das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG NRW) die Situation für die Halter von Miniatur Bullterriern in NRW deutlich entschärft bzw. neu geregelt. Galt bislang eine unflexible, ausschließlich an der Größe der Hunde orientierte Vorgabe, wird nunmehr dem Umstand, dass züchterische Idealvorstellungen im tatsächlichen Leben kaum zu erreichen sind, Rechnung getragen.

Bislang galt in NRW nach »gefestigter Rechtsprechung« bei der Abgrenzung von Miniatur Bullterriern zu Standard Bullterriern, dass erstere Rasse nur dann anzunehmen sein sollte, wenn die im alten FCI-Standard Nr. 11, der für Miniatur und Standard Bullterrier gleichermaßen galt, bzw. im seit 2011 nur für den Miniatur Bullterrier allein geltenden F.C.I.-Standard Nr. 359 vorgesehene Sollgröße von 35,5 cm nicht erheblich überschritten wurde. Insofern wurden etliche Miniatur Bullterrier spätestens dann als Standard Bullterrier bzw. Standard Bullterrier Mischlinge eingestuft, wenn sie ca. 38 cm Widerristhöhe erreichten.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies die Klagen von zwei betroffenen Hundehalterinnen indes in erster Instanz wegen der aus seiner Sicht erheblichen Größenüberschreitung ab. Das OVG NRW kassierte nun mit Urteilen vom 17.02.2020 die erstinstanzlichen Entscheidungen und gab den beiden Hundehalterinnen Recht. Mit diesen beiden Entscheidungen hat das OVG NRW (mit viel Augenmaß) für Züchter, Halter und für Behörden geklärt, wie nunmehr mit Miniatur Bullterriern zu verfahren ist. Den Artikel in voller Länge von Rechtsanwalt Lars-Jürgen Weidemann lesen Sie auf http://www.wuff.eu/weidemann320.

Pdf zu diesem Artikel: nachrichten_0320

 

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