Nachrichten aus der Hundewelt, WUFF 5/2020

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Coronavirus-Studie bestätigt: Hunde können Infektion erschnüffeln
[A/D] Hannover/Ulmen/Wien – Besonders geschulte Hunde können einer deutschen Studie zufolge Corona-Infektionen recht zuverlässig erschnüffeln. »Die Hunde mussten lediglich eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben von SARS-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden«, teilte die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover am Donnerstag mit. »Die Methode könnte in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder anderen Massenveranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus oder Ausbrüche zu verhindern«, hieß es weiter. Das Team um Holger Andreas Volk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, zu dem unter anderem Mitarbeiter der Medizinischen Hochschule Hannover und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zählten, testete acht spezialisierte Spürhunde der einzigen Diensthundeschule der deutschen Bundeswehr in Ulmen im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Nach dem einwöchigen Training konnten die Hunde unter 1.012 Proben von Speichel oder Atemwegssekret 94 Prozent korrekt identifizieren, wie das Team im Fachblatt »BMC Infectious Diseases« berichtet. Die Proben waren per Zufallsprinzip verteilt, und weder Hundeführer noch Forscher wussten, welche davon Corona-infiziert und welche Corona-frei waren. Die Hunde erkannten 83 Prozent der positiven Proben und 96 Prozent der negativen Kontrollproben. Auch beim österreichischen Bundesheer wird bereits ein belgischer Schäferhund zum Covid-19-Spürhund ausgebildet.

Kooperationsbereitschaft steckt in den Genen
[A] Wien – Ob Hunde gerne und ausdauernd mit Menschen zusammenarbeiten, steckt wohl in ihren Genen, fanden Wiener Forscher heraus. Hunderassen, die dafür gezüchtet wurden, bestimmte Aufgaben in Kooperation mit Menschen zu erledigen, tun dies selbst ohne Belohnung länger als solche, die für eigenständiges Arbeiten bekannt sind. Die Studie erschien im Fachjournal »Plos One«.

Ein Team um Jim McGetrick und Friederike Range vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien verglich die Arbeitsbereitschaft von zwölf Hunden aus »kooperativen Arbeitsrassen« sowie »selbstständigen Arbeitsrassen« unter verschiedenen Bedingungen. Die Hunde sollten einer Person die Pfote geben und bekamen dafür teils eine Belohnung, teils nicht. Teils mussten sie auch mitansehen, wie ein anderer Hund dafür belohnt wurde und sie selber leer ausgingen.

Die Angehörigen »selbstständiger Arbeitsrassen« gaben die Pfote seltener als jene von »kooperativen Arbeitsrassen«, vor allem wenn es dafür keine Belohnung gab, berichten die Forscher. Außerdem verbrachten die Hunde kooperativer Arbeitsrassen mehr Zeit mit den menschlichen Partnern, wenn sie frei mit ihnen interagieren konnten, als die selbstständigen Tiere.

Die Forscher konnten allerdings die gängige These nicht untermauern, dass die Kooperationsbereitschaft durch eine spezielle Aversion gegen ungerechte Behandlung entstanden ist. In dem Experiment konnten die Hunde solch eine Abneigung demonstrieren, wenn sie früher mit dem Pfotegeben aufhörten, wenn ihr Artgenosse dafür belohnt wurde, sie aber nicht, erklärte McGetrick. Selbstständige und kooperative Arbeitsrassen also waren gleichermaßen über Ungerechtigkeit beleidigt.

Hund zu Tode misshandelt: Acht Monate Haft für 58-jährigen Wiener
[A] Wien – Weil er einen Hund derart schwer misshandelt haben soll, dass dieser starb, ist ein 58-jähriger Wiener am 15. Juli am Landesgericht wegen Tierquälerei zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Aufgrund seiner bisherigen Unbescholtenheit bekam der Mann die Strafe unter Setzung einer dreijährigen Probezeit bedingt (auf Bewährung) nachgesehen. Allerdings wurde vom Gericht Bewährungshilfe angeordnet. Der Hund – ein acht Jahre alter Mischling – gehörte einem Bekannten des Angeklagten. Als dieser eine Haftstrafe antreten musste, übernahm der 58-Jährige das Tier. Eine Hundebesitzerin, die im Tierschutz engagiert ist, beobachtete, wie der ihr vom Sehen bekannte Mann am 10. September 2019 vor einem Geschäft mehrfach auf das Tier eintrat. »Der Hund hat vor Schmerzen aufgeschrien. Ich war unter Schock«, berichtete die Frau nun vor Gericht. Am darauf folgenden Tag habe sie wahrgenommen, wie der Hund »völlig apathisch vor dem Supermarkt gelegen ist«, verriet die Tierschützerin. Am übernächsten Tag habe sie den Mann dann ohne Hund gesehen und in weiterer Folge erfahren, dass der Vierbeiner plötzlich an Herzversagen gestorben sei. Letzteres behauptete auch der Angeklagte. Der Hund sei zu Hause tot umgefallen.

Als der Hund auf einmal tot war, sei er mit dem leblosen Tier zum nächsten Tierarzt gelaufen. Dieser sah offensichtlich keinen Grund, an einem plötzlichen Herztod zu zweifeln. Der Tierarzt gab den Kadaver zur Tierkörperverwertung frei. Das Schicksal des Hundes wurde dank der Tierschützerin geklärt, die aufgrund ihrer Beobachtungen an einem natürlichen Tod zweifelte und alle Hebel in Bewegung setzte, um Gewissheit zu erlangen, was dem Hund tatsächlich widerfahren war. Sie kontaktierte den Amtstierarzt und teilte ihm ihre Vermutung mit, worauf die Kremierung des Kadavers in letzter Minute verhindert wurde. Stattdessen wurde der tote Hand fachmännisch geöffnet und von einem Pathologen auf innere Verletzungen untersucht.

Dabei zeigten sich massive Blutungen im Thoraxbereich, beidseitige Serienrippenbrüche, eine Beschädigung der Milz und weitere frische Verletzungsspuren. Demgegenüber fand der Pathologe keinen Hinweis auf einen Herzinfarkt. Auf die Frage der Richterin nach der Todesursache verwies der Facharzt im Zeugenstand auf den Blutverlust, die Luftansammlung im Brustkorb und die dadurch behinderte Atmung: »Solche ­Sachen bewirken den Tod.«

Nach diesen Ausführungen stand für das Gericht »außer Zweifel, dass der Hund durch Ihre Misshandlungen ums Leben gekommen ist«, wie die Richterin dem Angeklagten beschied. Das Tier sei »elendig und unter Schmerzen verendet«, weshalb bei einem Strafrahmen von bis zu zwei Jahren das Strafdrittel als Sanktion geboten erscheine, obwohl es sich um einen Ersttäter handle. Das Urteil war zu Redaktionsschluss nicht rechtskräftig.


 

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