Neue Wege der Tierhaltung in Tierheimen

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„Wenn man´s macht, dann bitte so“, meint Österreichs bekanntester Verhaltensexperte der veterinärmedizinischen Universität Wien, Prof. Bubna-Littitz, zum neuen Tierheim in Krems, das am 4. Oktober seine politische Eröffnung feierte. Die Tiere werden erst im November vom alten baufälligen Gebäude ins neue Zuhause mit viel Auslauf übersiedeln. Prof. Hermann Bubna-Littitz und der englische Verhaltensforscher Dr. Roger Mugford waren unter anderem die Berater der Initiatorin des Projektes, Obfrau des Kremser Tierschutzvereines, Andrea Specht – vielen auch als WUFF-Redakteurin gut bekannt.

Was ist neu beim Kremser Tierheim?
In vielen Tierheimen ist es trotz guter Absichten so, dass Hunde oft in Einzelzwingern, Katzen hingegen in Großgruppen gehalten werden. Dabei ist der Hund ein Rudeltier, also für die Gruppe viel besser geeignet, und die Katze ein Individualist. Daher werden Hunde im neuen Heim in kontrollierter Gruppenhaltung von drei bis fünf Hunden pro Zimmer leben können. Zu jedem Zimmer gehören ein überdachter Auslauf und eine daran anschließende Wiese – insgesamt etwa 50 m2 pro Gruppe. Das Tolle an der sehr flexiblen Gestaltung des Heims: „Vertragen sich Tiere von zwei Gruppen, entfernen wir einfach den zwischen den Wiesen befindlichen Zaun“, freut sich Andrea Specht. Die Zusammenstellung der Gruppen und die Integration neuer Hunde erfolgen durch die geschulten Pfleger unter Leitung von Christine Bruckmoser. Hier machen sich die Erfahrung und ständige Weiterbildung der Pfleger in Sachen Hundeverhalten und Problemhundtherapie mehr als bezahlt. Für absolut unverträgliche Hunde gibt es aber auch Einzelzimmer, wo die Tiere aber nicht einfach „weggesperrt“ werden, wie bei manch anderem Tierheim üblich, vielmehr soll eine entsprechende Verhaltensänderung durch Fachleute die Resozialisierung des Hundes ermöglichen.

In den Tierzimmern gibt es Anschlüsse für Webcams, die es einerseits ermöglichen, sich bereits zu Hause im Internet die Hunde anzuschauen, und andererseits wissenschaftliche Beobachtungen zu machen. Eines von vielen weiteren Beispielen an guten Ideen, die in diesem Tierheim umgesetzt wurden.

An politischer Prominenz fanden sich u.a. neben dem Kremser Bürgermeister Franz Hölzl und Vizebürgermeister Erwin Kirschenhofer auch Niederösterreichs Tierschutzreferentin, LHStv. Heidemaria Onodi ein, die das Projekt als Vorreiterrolle Österreichs beschrieb, sowie LHStv. Liese Prokop, die das Heim eröffnete. Prokop appellierte an die Anwesenden, Tiere als Partner und nicht als Spielzeug zu behandeln. Prominenter anwesender Politiker war auch Nationalrat Dr. Bauer, auf dessen politische Initiative hin das ganze Projekt vor Jahren in Angriff genommen worden war. Bauliche Planung und Realisation lagen in den Händen des Kremser Architekten DI Erich Millbacher, der sich in der Planungsphase intensiv mit den speziellen Anforderungen der Tiere an ein Heim auseinandergesetzt hatte.Über die Übersiedelung der Tiere ins neue Heim und über die ersten Erfahrungen mit dem neuen Erfolg versprechenden Tierheimkonzept erfahren Sie mehr in einer der nächsten Ausgaben von WUFF.

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