Nicht jeder Hund ist ein Sauhund

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Mit einer provokativen, emotionalen Kampagne geht die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) 2016 an die Öffentlichkeit: „Sauhund!" ­lautet der Titel. Die Initiative will den Dialog ­zwischen Nicht-Hundehaltern und Hundehaltern fördern und ruft zum gemeinsamen Kampf gegen die Umweltverschmutzung auf.

Erstmals lanciert die SKG (= das Schweizer Pendant zum ÖKV/Österr. Kynologenverband) eine Informationskampagne, deren Inhalt sich sowohl an Hundehalter als auch an Nicht-Hundehalter richtet. Die Initiative ist bewusst provokativ, überraschend und emotional aufgebaut. „Sprechen wir darüber", lautet die Aufforderung. Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 60.000 Tonnen Hundekot produziert, von den Hundehaltern aufgenommen und auch entsorgt. Manchmal sind es die wenigen Häufchen, die liegen bleiben, die das Image einer ganzen Hundepopulation und ihrer Halter zunichte machen.

„Wir betrachten die Kampagne als Aufforderung zum Dialog zwischen Nicht-Hundehaltern und Hundehaltern, die gemeinsam die Natur nutzen", so SKG-Zentralpräsident Hansueli Beer, der sich – wie er zugibt – über verstreute Abfälle am Straßenrand und auf ­Picknickplätzen „gewaltig ärgern" kann. Verschmutzung ist ein echtes Problem – egal, ob es sich dabei um leere Bierdosen oder Hundekothäufchen handelt.

So wird denn auch erklärt: „Eine Alu-Dose hat eine Halbwertszeit von 716.000 Jahren – Hundekot maximal 46,5 Tage. Das entschuldigt nichts, sollte uns aber gemeinsam zum Nachdenken anregen." Denn: „Nicht jeder Hund ist ein Sauhund", betont Hansueli Beer. Andreas Rogger, der neue SKG-Geschäftsführer, fasst das Kernanliegen der Initiative in zwei Sätzen zusammen: „Dialog statt Voreingenommenheit – Verständnis statt Vorurteil. Begegnen wir uns als Freunde."

Toleranz statt Hass
Das sehr aktuelle Thema der Giftköder ist ebenfalls Bestandteil. So wird in der 16-seitigen Broschüre im A4-Format neben dem Bild einer Röntgenaufnahme eines Hundebauches, auf der deutlich eine Rasierklinge zu sehen ist, vermerkt: „Zugegeben: Ein schlechter Ruf und ein eingekerbtes Feindbild machen Hunde und Hundehalter für viele Menschen unsympathisch und zur Zielscheibe von Hass. Darum greifen einige zum letzten ­Mittel – vernichten! Dabei gefährden sie jede Form von Leben." Andreas Rogger betont: „Uns war ganz wichtig, in der Kam­pagne nicht mit Schuldzuweisungen oder Mahnfinger zu arbeiten, ­sondern eine Grundlage zu bieten für das ­Gespräch zwischen den Menschen und einen verständnisvolleren Umgang ­miteinander." Nach dem Motto: ­„Toleranz und Intelligenz als Lösung."

Die Rolle der SKG
Mit dieser Kampagne positioniert sich die SKG als Ansprechpartner für alle an Hunden interessierten Personen: „Alle von der SKG angebotenen Kurse, Informationen und Anlässe sind sowohl an aktuelle und ehemalige Hundehalter als auch an Familienmitglieder von Hundehaltern gerichtet sowie an alle, die Informationen über die Haltung, Pflege und den allgemeinen Umgang mit Hunden erhalten wollen." Und weiter: „So sollen Vorurteile abgebaut und Verhaltens­möglichkeiten aufgezeigt werden. Wissen baut Vorurteile ab und richtiges Verhalten gegenüber dem Hund baut Risiken ab. Die klassische Win-Win-­Situation."

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